{"id":1077,"date":"2016-08-19T08:08:24","date_gmt":"2016-08-19T06:08:24","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/aleppo-es-herrschen-chaos-und-tod-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:38:55","modified_gmt":"2023-02-23T10:38:55","slug":"aleppo-es-herrschen-chaos-und-tod-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/aleppo-es-herrschen-chaos-und-tod-html\/","title":{"rendered":"Aleppo: \u201eEs herrschen Chaos und Tod\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jesuitenpater berichtet aus dem umk\u00e4mpften Aleppo \u2013 \u201eKirche in Not\u201c h\u00e4lt Notversorgung aufrecht.&nbsp;Der Jesuit Ziad Hilal koordiniert seit Beginn des Syrienkriegs vor \u00fcber f\u00fcnf Jahren Hilfsaktionen f\u00fcr die dortige Bev\u00f6lkerung \u2013 zun\u00e4chst in Homs und demn\u00e4chst von Aleppo aus. Der geb\u00fcrtige Syrer war vor wenigen Tagen in der nordsyrischen Stadt, um die erneut schwere Gefechte toben. \u201eKirche in Not\u201c hat mit ihm \u00fcber seine Erfahrungen gesprochen.<\/p>\n<p><strong>Berichten zufolge sind die K\u00e4mpfe zwischen Rebellen- und Regierungstruppen so erbittert wie lange nicht. Russische Kampfeinheiten fliegen Lufteins\u00e4tze. Wie ist die Situation in Aleppo?<\/strong><\/p>\n<p>Es herrschen Chaos und Tod. Die ganze Nacht sind Bombeneinschl\u00e4ge und Gefechtsl\u00e4rm zu h\u00f6ren. T\u00e4glich gibt es neue Opfer, niemand z\u00e4hlt sie mehr. Es wird immer schlimmer. Aleppo ist eine dunkle Stadt. Das gilt auch wortw\u00f6rtlich, denn Strom gibt es nur f\u00fcr ein oder zwei Stunden \u2013 und das nicht einmal jeden Tag. Au\u00dferdem ist die Stadt gespalten: in Anh\u00e4nger der Regierung und der Opposition. Niemand kann von einer Seite auf die andere wechseln. Der Riss geht durch einzelne Stadtviertel, ja durch H\u00e4userblocks. Das hei\u00dft auch: Das \u00f6ffentliche Leben ist komplett zusammengebrochen. Viele Leute k\u00f6nnen nicht mehr zur Arbeit, es ist zu gef\u00e4hrlich. Sie haben ihre Lebensgrundlage verloren.<\/p>\n<p><strong>Wie ist die Situation der Christen? Es sollen ja nur noch 40 000 von ihnen in der Stadt leben.<\/strong><\/p>\n<p>Es sind nur noch die \u00c4rmsten da. Ich traf eine katholische Familie. Der Vater ist gestorben. Die Mutter arbeitet \u2013 aber es reicht nicht. Also m\u00fcssen die Kinder im Alter von sieben, zehn und vierzehn Jahren auch etwas dazu verdienen. Sie helfen in einem Lokal mit. Der Betreiber sagte mir: \u201eJetzt ist Sommer. Aber die Kinder k\u00f6nnen und wollen sich keine Minute Freizeit g\u00f6nnen, weil die Familie sonst nicht \u00fcberleben kann.\u201c Das hat mich schockiert.<\/p>\n<p><strong>Gibt es in all diesem Dunkel auch positive Signale?<\/strong><\/p>\n<p>Einerseits ist die Lage unendlich traurig. Andererseits gibt es dort einen gro\u00dfen Zusammenhalt \u2013 gerade in den christlichen Gemeinden. Kirchen und christliche Vereinigungen stellen so viel Hilfe und Unterst\u00fctzung auf die Beine. Das macht auch mir f\u00fcr meine Arbeit Mut. Zusammen mit \u201eKirche in Not\u201c bieten wir den Menschen so viele Hilfsleistungen wie m\u00f6glich an, damit sie trotz allem Elend eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat haben. Denn wenn sie weggehen, setzt sich ihr Leidensweg meist fort.<\/p>\n<p><strong>Was tut die Kirche f\u00fcr die verbliebene Bev\u00f6lkerung?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt zum Beispiel eine gro\u00dfe Suppenk\u00fcche, die \u201eKirche in Not\u201c unterst\u00fctzt. T\u00e4glich werden dort 7500 Menschen mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Das Team besteht aus Christen und Muslimen. Das ist ganz praktische Vers\u00f6hnungsarbeit. Und eines m\u00f6chte ich deutlich sagen: Es gibt in Syrien keine Probleme zwischen Christen und Muslimen. Die Menschen haben seit Jahrhunderten friedlich zusammengelebt, sie wollen es auch in Zukunft tun. Alle eint die Angst vor dem Terror der Islamisten.<br \/>Noch ein Beispiel f\u00fcr die Hilfsarbeit in Aleppo: Die Schwestern der \u201eMissionarinnen Mariens\u201c bieten Kurse f\u00fcr Frauen an. Sie lehren sie, wie man Handtaschen herstellt. Diese werden dann verkauft \u2013 sogar ins Ausland. So k\u00f6nnen sich die Frauen etwas f\u00fcr ihren Lebensunterhalt dazu verdienen. Es sind die ganz allt\u00e4glichen Dinge, die sehr helfen.<\/p>\n<p><strong>Der Krieg h\u00e4lt an. Gibt es in der Bev\u00f6lkerung noch Hoffnung auf Frieden?<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur Aleppo, ganz Syrien ist gespalten in Anh\u00e4nger der Regierung und der Opposition. Mit Waffen kann man auf diese Probleme keine Antwort finden. Die L\u00f6sung kann auch nicht aus dem Ausland kommen. Wir m\u00fcssen zu einem Dialog innerhalb Syriens finden. Wir m\u00fcssen die Kriegsparteien endlich wieder an einen Tisch bringen. Zu dieser Erkenntnis bin ich in meinem jahrelangen Einsatz gelangt und daf\u00fcr arbeite ich. Es ist genauso, wie es Papst Franziskus k\u00fcrzlich gesagt hat: \u201eIch ermutige alle, die Gleichg\u00fcltigkeit zu \u00fcberwinden und zu verk\u00fcnden, dass Frieden in Syrien m\u00f6glich ist.\u201c Frieden in Syrien, Frieden zwischen den Syrern ist m\u00f6glich. Das ist mein Gebet und das ist die einzige Hoffnung f\u00fcr die Menschen vor Ort.<\/p>\n<p><strong>Unsere Hilfe:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eKirche in Not\u201c hat seit Beginn des Syrienkriegs Projekte in H\u00f6he von rund 13 Millionen Euro unterst\u00fctzt, die der notleidenden Bev\u00f6lkerung zugutekommen. Dazu z\u00e4hlen die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten, die F\u00f6rderung von Schulen und Kinderg\u00e4rten sowie Wohnhilfen f\u00fcr ausgebombte Familien.<\/p>\n<p>Auch in den Nachbarl\u00e4ndern Irak, Libanon und Jordanien hilft \u201eKirche in Not\u201c in den Fl\u00fcchtlingscamps materiell wie geistlich, damit die Menschen eine Zukunft in ihrer Heimatregion haben. Um weiter der notleidenden Bev\u00f6lkerung beistehen zu k\u00f6nnen, bittet das Hilfswerk um Spenden \u2013&nbsp;<span style=\"text-decoration: underline; color: #ffffff;\"><a href=\"http:\/\/www.kircheinnot.at\/Wie_Sie_helfen\/Spenden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #ffffff; text-decoration: underline;\">Onlinespende<\/span><\/a><\/span>&nbsp;oder an folgendes Spendenkonto:<\/p>\n<p>Kirche in Not<br \/>IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<br \/>BIC: GIBAATWWXXX<br \/>Verwendungszweck: Syrien<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesuitenpater berichtet aus dem umk\u00e4mpften Aleppo \u2013 \u201eKirche in Not\u201c h\u00e4lt Notversorgung aufrecht.&nbsp;Der Jesuit Ziad Hilal koordiniert seit Beginn des Syrienkriegs vor \u00fcber f\u00fcnf Jahren Hilfsaktionen f\u00fcr die dortige Bev\u00f6lkerung \u2013 zun\u00e4chst in Homs und demn\u00e4chst von Aleppo aus. 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