{"id":1079,"date":"2016-08-23T08:14:00","date_gmt":"2016-08-23T06:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/leute-fuerchten-sich-zur-messe-zu-gehen-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:30:04","modified_gmt":"2023-02-23T11:30:04","slug":"leute-fuerchten-sich-zur-messe-zu-gehen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/leute-fuerchten-sich-zur-messe-zu-gehen-html\/","title":{"rendered":"Leute f\u00fcrchten sich zur Messe zu gehen"},"content":{"rendered":"<p><span>\u201eFr\u00fcher waren die Philippinen einmal ein Vorzeigeland f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog zwischen Christen und Muslimen\u201c, sagt Pater Sebastiano D\u2019Ambra, ein italienischer Missionar in Mindanao.&nbsp;Pater Sebastiano D\u2019Ambra klingt m\u00fcde als er mit dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) am Telefon spricht \u2013 es ist drei Uhr nachmittags auf den Philippinen. \u201eIch habe gerade die Homepage von Silsilah aktualisiert,\u201c erkl\u00e4rt er, als er seinen Computer ausschaltet. Der sizilianische Missionar hat mehr als 40 Jahre in diesem Land im S\u00fcdosten Asiens zugebracht und viel f\u00fcr Dialog und Frieden zwischen Christen und Muslimen gesorgt \u2013 \u00fcber die H\u00e4lfte seines Lebens.<\/span><\/p>\n<p><span>\u201eFr\u00fcher waren die Philippinen einmal ein beispielhafter Ort f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog zwischen Christen und Muslimen, es war vollkommen harmonisch. Aber jetzt hat sich die Situation grundlegend ge\u00e4ndert\u201c, erkl\u00e4rt der Priester dem P\u00e4pstlichen Institut f\u00fcr die ausw\u00e4rtigen Missionen (PIME mit dem lateinischen Akronym). Die Bedrohung durch die Islamisten gibt es haupts\u00e4chlich im S\u00fcden des Landes, vor allem auf der Insel Jolo. Entf\u00fchrungen, Gewalt, Verfolgung\u2026 erst vor kurzem ermordeten sie einen Christen\u201c, erz\u00e4hlt er&nbsp;KIRCHE IN NOT&nbsp;niedergeschlagen und f\u00fcgt hinzu, dass dahinter geopolitische und milit\u00e4rische Interessen stecken. \u201eEs ist ein sehr komplexes Szenario\u201c schlie\u00dft er.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Vor 30 Jahren gr\u00fcndete Pater D\u2019Ambra eine Bewegung f\u00fcr \u201eDialog und Frieden\u201c zwischen Christen und Muslimen, die seitdem international anerkannt ist, das Silsilah Forum, zu dem eine ganze Anzahl von interreligi\u00f6sen Gruppierungen von Philippinos angeh\u00f6ren. \u00dcber Jahrzehnte haben sie zwischen den Religionen mit dem Geist wahrer Br\u00fcderlichkeit gelebt. Fr\u00fcher hatten wir es mit einer traditionellen Form des Islam zu tun, aber jetzt hat sich alles ver\u00e4ndert; die Tendenz zur Gewalt ist gewachsen und wird immer st\u00e4rker.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span>Vater Sebastiano ruft die islamischen F\u00fchrer weiterhin dazu auf, nicht so zu tun \u201eals ob nichts geschehen w\u00e4re\u201c, sondern zu mobilisieren und den Beh\u00f6rden aufzuzeigen wie gef\u00e4hrlich die Lage f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ist. Stattdessen \u201everharren sie mit verschr\u00e4nkten Armen; aus Angst vor Repressalien schweigen sie.\u201c Die Wahrheit ist, dass dies eine alarmierende Situation ist, nicht nur f\u00fcr die Christen, sondern auch f\u00fcr die gem\u00e4\u00dfigten Muslime.<\/span><\/p>\n<p><span>Wie Pater Sebastiano&nbsp;KIRCHE IN NOT&nbsp;erkl\u00e4rt, w\u00e4chst der Islam in einigen Regionen den Philippinen sprunghaft an. \u201eIn Mindanao waren einst 80% der Bev\u00f6lkerung Christen. Heute sind es, nach einigen Quellen, nur noch 60%, die restlichen 40% sind Muslime.&nbsp;<\/span><span>\u201eDie Christen sind nicht gl\u00fccklich. Sie leben in Angst, f\u00fcrchten sich ihre Meinung zu sagen oder zur Messe zu gehen, trotz der Anwesenheit der Armee\u201c, sagt er und f\u00fcgt hinzu \u201eviele Christen gehen fort von hier.\u201c Doch trotz des d\u00fcsteren Bildes, haben die Philippinen weiterhin einen tiefen Glauben. \u201eDie Kirchen sind noch immer voll\u201c und die wichtigsten religi\u00f6sen Feste, wie zum Beispiel die Karwoche, werden mit \u201egro\u00dfem Enthusiasmus\u201c gefeiert.\u201c&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Man sollte sich nur daran erinnern, dass w\u00e4hrend des Besuchs von Papst Franziskus auf den Philippinen im Januar 2015 mehr als sechs Millionen Menschen an der Messe teilnahmen, die vom Heiligen Vater in Manila zelebriert wurde. Sie wurde damit zur gr\u00f6\u00dften Veranstaltung in der Geschichte unter dem Vorsitz eines Papstes.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><em>M\u00f6ge uns Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler (La Virgen del Pilar) besch\u00fctzen!<\/em><\/p>\n<p><span>Die Katholiken von Zamboanga, einer Stadt im S\u00fcden der Insel Mindanao, wo Pater D\u2019Ambra gegenw\u00e4rtig lebt, hegen eine besondere Verehrung f\u00fcr Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler (Virgen del Pilar), eine traditionell spanische Gottesmutterdarstellung, die auf den Philippinen, nach mehr als 300 Jahren spanischer Herrschaft, noch immer . \u201eDie Virgen del Pilar wird von den Gl\u00e4ubigen tief verehrt. Sie beten zu ihr, uns niemals zu verlassen. Heute im Angesicht der weltweiten Plage der Gewalt mehr denn je.\u201c Es ist der Hass und der Terror, den sie bereits 2013 in Zamboanga am eigenen Leib zu sp\u00fcren bekamen, als die Moro National Liberation Front (MNLF) einen gro\u00dfen Teil der Stadt angriffen, niederbrannten und dabei viele Menschen t\u00f6teten. Es war ein Ableger derselben Terrorgruppe, die dschihadistische Abu Sayyaf-Bewegung, die vor allem auf allen Inseln im S\u00fcden des Landes aktiv und f\u00fcr sehr viele Terroranschl\u00e4ge verantwortlich ist, auch f\u00fcr die Enthauptung einer kanadischen Touristin im Juni dieses Jahres.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Es ist ein Klima der Gewalt und Intoleranz gegen das Pater Sebastiano t\u00e4glich k\u00e4mpfen muss. Schon seit Jahren unterst\u00fctzt die p\u00e4pstliche Stiftung&nbsp;KIRCHE IN NOT&nbsp;eine Reihe von Projekten f\u00fcr Pater D\u2019Ambra zur F\u00f6rderung von Frieden und Dialog. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel auch Schulungen von Laien, Kampagnen zur F\u00f6rderung der Toleranz, Unterst\u00fctzung des Baus des Silsilah-Zentrums in Zamboanga und verschiedene Publikationen, die sich f\u00fcr die Verbesserung der Beziehungen zwischen Christen und Muslimen einsetzen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFr\u00fcher waren die Philippinen einmal ein Vorzeigeland f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog zwischen Christen und Muslimen\u201c, sagt Pater Sebastiano D\u2019Ambra, ein italienischer Missionar in Mindanao.&nbsp;Pater Sebastiano D\u2019Ambra klingt m\u00fcde als er mit dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) am Telefon spricht \u2013 es ist drei Uhr nachmittags auf den Philippinen. \u201eIch habe gerade die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1078,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[241],"tags":[27,8,105],"class_list":["post-1079","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-philippinen","tag-asien","tag-islamisierung","tag-philippinen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1079","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1079"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1079\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3387,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1079\/revisions\/3387"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1078"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1079"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1079"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1079"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}