{"id":1133,"date":"2016-11-04T11:50:16","date_gmt":"2016-11-04T10:50:16","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/wir-leben-weil-wir-der-kirche-waren-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:35:16","modified_gmt":"2023-02-23T10:35:16","slug":"wir-leben-weil-wir-der-kirche-waren-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wir-leben-weil-wir-der-kirche-waren-html\/","title":{"rendered":"\u201eWir leben, weil wir in der Kirche waren.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Im Norden Kameruns ver\u00fcben Terroristen von Boko Haram immer wieder Selbstmordattentate.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Die Menschen in Maroua-Mokolo haben Angst. Denn die im Grenzgebiet zu Nigeria gelegene Di\u00f6zese wird immer wieder zum Schauplatz von Anschl\u00e4gen durch Boko Haram. Wenn Bischof Bruno Ateba Edo unter einem Baum die Heilige Messe feiert, halten sich die Gl\u00e4ubigen oft bei den H\u00e4nden und bilden eine Menschenkette. Damit wollen sie Selbstmordattent\u00e4ter daran hindern, sich unbemerkt unter die Beter zu mischen. Vor der Messe werden die Gottesdienstbesucher von Freiwilligen auf Waffen und Sprengstoff untersucht. Gro\u00dfe Handtaschen sind verboten.<\/span><\/p>\n<p>\u201eViele der Selbstmordanschl\u00e4ge werden von ganz jungen Leuten ver\u00fcbt. Erst vor einem Monat haben sich auf dem Markt von Mora zwei junge M\u00e4dchen in die Luft gesprengt. Sie waren nicht einmal zwanzig Jahre alt\u201c, berichtet der Bischof der P\u00e4pstlichen Stiftung \u201eAid to the Church in Need\u201c. \u201eDie Leute leben in st\u00e4ndiger Angst vor Anschl\u00e4gen. Sie haben schon eine Psychose entwickelt.\u201c<\/p>\n<p>Bei gr\u00f6\u00dferen Menschenansammlungen ist die Gefahr besonders gro\u00df. Dennoch lassen sich die katholischen Gl\u00e4ubigen nicht davon abhalten, sich zum Gebet zu versammeln: \u201eDas Gebet ist unsere Kraft und unsere Hoffnung. Wir brauchen das Gebet! Wir wollen beten! Besonders das Gebet in Gemeinschaft ist ein Zeichen der Hoffnung\u201c, sagt Bischof Ateba. Als in der Ortschaft M\u00e9m\u00e9 im Februar diesen Jahres zwei Selbstmordattent\u00e4ter auf dem Markt mindestens zwanzig Menschen mit in den Tod rissen und Dutzende verletzten, hat das Gebet sogar Menschen gerettet. \u201eZu der Zeit, als der Anschlag ver\u00fcbt wurde, waren viele Marktfrauen und andere Leute aus dem Ort gerade in die Kirche gegangen, um am Kreuzweggebet teilzunehmen. Sie sagen: \u201aWir leben noch, weil wir in der Kirche waren. Ohne den Kreuzweg w\u00e4ren wir gestorben.\u2018\u201c<\/p>\n<p>Bischof Ateba ist entt\u00e4uscht, dass die dramatische Lage in seiner Di\u00f6zese kaum jemals von den internationalen Medien beachtet wird. \u201eIch w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass das, was bei uns im Norden Kameruns geschieht, mehr Aufmerksamkeit findet. Wenn in Europa etwas passiert, geht die Nachricht sofort durch die ganze Welt. Es ist wie ein Erdbeben. Aber wenn hier in Kamerun oder in anderen afrikanischen L\u00e4ndern Menschen sterben, ist es kein gro\u00dfes Thema. Manche Leute denken wahrscheinlich, dass die Opfer \u201enur Afrikaner\u201c sind. Dabei wird oft gesagt, die Welt sei heute eine Dorf. Die Medien sollen mehr Druck machen. Sie haben Macht und Kraft. Ich m\u00f6chte den Medien sagen: Schauen Sie genau hin, wo auch immer etwas Schlimmes passiert, und berichten Sie dar\u00fcber!\u201c<\/p>\n<p>Zu der Anspannung durch die Terroranschl\u00e4ge kommt noch ein humanit\u00e4res Problem hinzu. Denn fast 80.000 Fl\u00fcchtlinge aus Nigeria leben in der Di\u00f6zese Maroua-Mokolo in einem riesigen Fl\u00fcchtlingslager. \u201eViele der Leute wollen gern in ihre Heimat zur\u00fcckkehren, aber sie brauchen Sicherheit und eine Perspektive! Viele sind schon seit vier oder f\u00fcnf Jahren da und k\u00f6nnen nicht nach Hause\u201c, erkl\u00e4rt Ateba. Die katholischen Fl\u00fcchtlinge werden seelsorglich von einem nigerianischen Priester betreut, der ihre Sprache spricht. \u201eAid to the Church in Need\u201c hat mit 14.900 \u20ac den Bau einer Kapelle unterst\u00fctzt. Der Bischof ist daf\u00fcr sehr dankbar: \u201eIn dem Lager leben fast 5.000 Katholiken. Jeden Sonntag werden dort nun zwei heilige Messen gefeiert. Ein Ort des Gebetes ist ein wichtiges Zeichen. Danke, dass Sie uns geholfen haben!\u201c<\/p>\n<p>Zu den nigerianischen Fl\u00fcchtlingen kommen noch \u00fcber 50.000 Kameruner, die aus den direkt an der Grenze gelegenen D\u00f6rfern geflohen sind, wo die Lage besonders gef\u00e4hrlich ist. Die meisten von ihnen sind bei Freunden, Bekannten oder Verwandten untergekommen. Sie werden nur von der katholischen Kirche unterst\u00fctzt. \u201eAid to the Church in Need\u201c hat daher im vergangenen Jahr eine Nothilfe von 75.000 Euro geleistet, damit die heimatlos gewordenen Menschen versorgt werden k\u00f6nnen. Denn der Bischof ist selber arm. Er lebt in einem kleinen Zimmer ohne Bad. Nicht einmal eine Bischofskirche hat er. Sein Reichtum sind die Menschen in seiner Di\u00f6zese.<\/p>\n<p>Vor allem freut es ihn, dass es nicht an Berufungen mangelt. Drei\u00dfig junge M\u00e4nner aus der Di\u00f6zese&nbsp; Maroua-Mokolo bereiten sich zur Zeit auf das Priestertum vor. Zwei Priesterweihen durfte Bischof Ateba in diesem Jahr bereits spenden, und am Allerheiligenfest wird er drei junge angehende Priester zu Diakonen weihen.<\/p>\n<p>Und noch mehr Erfreuliches kann er berichten: Trotz der Probleme mit Boko Haram gebe es einen \u201ewundersch\u00f6nen Dialog\u201c mit den Muslimen, freut sich Bischof Atebe. Viele muslimische Kinder &#8211; sogar die S\u00f6hne und T\u00f6chter religi\u00f6ser F\u00fchrer &#8211; besuchen katholische Schulen. \u201eDie normalen Muslime sind gegen Boko Haram\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Jeden Tag beten die katholischen Gl\u00e4ubigen nach der heiligen Messe darum, dass Gott ihnen den Frieden schenken m\u00f6ge. Ein wenig hat sich die Lage schon verbessert, denn zumindest haben die milit\u00e4rischen bewaffneten \u00dcbergriffe nachgelassen, die Boko Haram in der Vergangenheit in dem Gebiet ver\u00fcbte. Denn die Terrororganisation wurde durch die gemeinsamen Milit\u00e4raktionen von Truppen aus Nigeria, Niger, Kamerun und dem Tschad geschw\u00e4cht. \u201eDie Hoffnung der Menschen liegt jedoch vor allem in ihrem Glauben an Gott\u201c, betont der Bischof immer wieder. \u201eWir vertrauen auf das Gebet. Das Gebet ist unsere Kraft. Wir beten, weil wir Frieden brauchen. Und wir h\u00f6ren nicht auf, uns trotz der Anschl\u00e4ge zu versammeln und Gott gemeinsam um diesen Frieden zu bitten!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Norden Kameruns ver\u00fcben Terroristen von Boko Haram immer wieder Selbstmordattentate.&nbsp;Die Menschen in Maroua-Mokolo haben Angst. Denn die im Grenzgebiet zu Nigeria gelegene Di\u00f6zese wird immer wieder zum Schauplatz von Anschl\u00e4gen durch Boko Haram. 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