{"id":1177,"date":"2016-12-23T08:41:33","date_gmt":"2016-12-23T07:41:33","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/zwischen-angst-und-gottvertrauen-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:55:20","modified_gmt":"2023-02-23T10:55:20","slug":"zwischen-angst-und-gottvertrauen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/zwischen-angst-und-gottvertrauen-html\/","title":{"rendered":"Zwischen Angst und Gottvertrauen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">Der j\u00fcngste Anschlag auf die koptische Kathedrale in Kairo hat nach Einsch\u00e4tzung des koptisch-katholischen Bischofs Kyrillos William die Angst vor weiteren islamistischen Anschl\u00e4gen in \u00c4gypten gesch\u00fcrt. Gleichzeitig sp\u00fcre man bei den Christen des Landes ein \u201egrosses Gottvertrauen\u201c, sagte der Bischof von Assiut im Interview mit KIRCHE IN NOT. Als positiv bewertet Bischof Kyrillos den Einsatz des \u00e4gyptischen Pr\u00e4sidenten, Abd al-Fattah as-Sisi, f\u00fcr die Zukunft des Landes.<\/span><\/p>\n<p><strong>KIRCHE IN NOT: Herr Bischof, wie bewerten Sie aus christlicher Sicht die gegenw\u00e4rtige Lage in \u00c4gypten?<\/strong><\/p>\n<p>Bischof Kyrillos: Die j\u00fcngste Episode brutalen Terrors auf Gl\u00e4ubige in Kairo hat bei den Christen gro\u00dfe Trauer ausgel\u00f6st. Wir sind sehr betroffen. Gerade am Dienstag hat die koptische Kirche den 26. M\u00e4rtyrer des j\u00fcngsten Anschlags erhalten, ein zehnj\u00e4hriges M\u00e4dchen ist an den Verletzungen gestorben. Gleichzeitig sehen wir viel Gottvertrauen und St\u00e4rke. Wie in fr\u00fcheren F\u00e4llen sehen wir auch jetzt: Wenn Terror ver\u00fcbt wird, um Menschen vom Gottesdienst abzuhalten, kommen noch mehr als sonst.<\/p>\n<p><strong>Wie hat ihre nichtchristliche Umwelt reagiert?<\/strong><\/p>\n<p>Wir erfahren viel Solidarit\u00e4t und Mitgef\u00fchl! Viele haben angerufen oder sind sogar gekommen, um ihre Kondolenz auszusprechen. Der Staat hat sofort reagiert und die Untersuchung aufgenommen. Der Pr\u00e4sident selbst hat gesagt, er h\u00e4tte nicht an die Trauerfeier f\u00fcr die Opfer kommen k\u00f6nnen, ohne einen T\u00e4ter benennen zu k\u00f6nnen. Das bedeutet sehr viel, wenn man bedenkt, dass es in anderen F\u00e4llen wie etwa bei dem Anschlag von Alexandria vor ein paar Jahren bis heute keine Spur von den T\u00e4tern gibt. Die Menschen denken in diesen F\u00e4llen, dass die Polizei und der Staat die T\u00e4ter unterst\u00fctzen. Das ist diesmal anders. Ein Pr\u00e4sident, der selbst an die Trauerfeier kommt und jedem Angeh\u00f6rigen und allen Kirchenvertretern die Hand sch\u00fcttelt, das ist ein starkes Zeichen.<\/p>\n<p><strong>Hat der Anschlag in Kairo die Angst vor weiteren Anschl\u00e4gen w\u00e4hrend des Weihnachtsfests gesch\u00fcrt?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, die Angst bleibt. Der \u201eIslamische Staat\u201c hat weitere Anschl\u00e4ge angek\u00fcndigt, es ist also nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p><strong>Gibt es besondere Sicherheitsma\u00dfnahmen?<\/strong><\/p>\n<p>Die verantwortlichen Kr\u00e4fte sind zu uns gekommen und haben uns um Zusammenarbeit gebeten. Zus\u00e4tzlich zum \u00e4u\u00dferen Schutz, der in ihrer Hand liegt, wollen sie unsere Leute trainieren, ihnen zeigen, wie sie wachsam sein k\u00f6nnen. Unter anderem sollen unsere Pfadfinder, die an Festen die Ordnungsdienste \u00fcbernehmen, ein ziviles Sicherheitstraining von den Beh\u00f6rden erhalten. Zus\u00e4tzlich dazu sollen Metalldetektoren vor unserer Kathedrale und unserem G\u00e4stehaus eingesetzt werden. Das ist teuer, aber wichtig. Zwar kennen wir unsere Gemeinden, aber gerade zu Festen kommen viele Fremde, etwa als Gratulanten.<\/p>\n<p><strong>F\u00fchlen sich die Christen damit ausreichend gesch\u00fctzt?<\/strong><\/p>\n<p>Vor vielen Kirchen haben wir schon seit Jahren Soldaten. Das Problem ist aber, dass sie nicht sehr gut ausger\u00fcstet oder trainiert sind, so dass viele Kirchen wiederum sagen: Wir brauchen sie nicht, weil es nicht viel n\u00fctzt. Es sollten bessere Methoden gefunden werden, besser ausgebildete und ausger\u00fcstete Kr\u00e4fte etwa. Aber an den gro\u00dfen Festtagen gibt es nat\u00fcrlich auch au\u00dfergew\u00f6hnliche Ma\u00dfnahmen wie Stra\u00dfensperren und erh\u00f6htes Sicherheitsaufgebot.<\/p>\n<p><strong>Welchen Weihnachtswunsch haben Sie f\u00fcr Ihr Land und Ihre Gl\u00e4ubigen?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00fcnsche ich mir Frieden f\u00fcr unser Land. Wir sehen die Anstrengungen unseres Pr\u00e4sidenten, der eine Zukunft will f\u00fcr \u00c4gypten. Diese Bem\u00fchungen werden untergraben durch die Terrorakte. Das Land braucht Ruhe auch f\u00fcr den Tourismus, der eine wichtige Einnahmequelle ist. Ohne diese Ruhe kommen keine Touristen.<\/p>\n<p><strong><em>KIRCHE IN NOT hilft den Christen in \u00c4gypten beim Bau von Kirchen, der Ausbildung von Priestern und der Jugendseelsorge. Etwa zehn Prozent der Einwohner \u00c4gyptens sind Christen. Die Mehrheit geh\u00f6rt der koptisch-orthodoxen Kirche an. Die etwa 250 000 Katholiken des Landes sind \u00fcberwiegend Mitglieder der koptisch-katholischen Kirche.&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der j\u00fcngste Anschlag auf die koptische Kathedrale in Kairo hat nach Einsch\u00e4tzung des koptisch-katholischen Bischofs Kyrillos William die Angst vor weiteren islamistischen Anschl\u00e4gen in \u00c4gypten gesch\u00fcrt. Gleichzeitig sp\u00fcre man bei den Christen des Landes ein \u201egrosses Gottvertrauen\u201c, sagte der Bischof von Assiut im Interview mit KIRCHE IN NOT. 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