{"id":1255,"date":"2017-04-05T12:44:44","date_gmt":"2017-04-05T10:44:44","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/ueber-die-situation-nordkorea-html\/"},"modified":"2023-02-24T09:58:51","modified_gmt":"2023-02-24T08:58:51","slug":"ueber-die-situation-nordkorea-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/ueber-die-situation-nordkorea-html\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Situation in Nordkorea"},"content":{"rendered":"<p>Wie Sie wissen, ist das \u201eLand des ruhigen Morgens\u201c nach einem blutigen Bruderkrieg seit \u00fcber sechzig Jahren zweigeteilt&#8230; Zuerst bin ich nach Nordkorea gereist, wo ich mich trotz der konstanten polizeilichen \u00dcberwachung vom Wahrheitsgehalt einiger Reportagen und vieler Berichte nordkoreanischer Fl\u00fcchtlinge \u00fcberzeugen konnte. Zun\u00e4chst einmal zu den Krankenh\u00e4usern: Hier ist die Situation dramatisch. Es gibt keine Antibiotika, kein Verbandsmaterial, nicht einmal Seife. Nur ein Beispiel: F\u00fcr die Serumflaschen der Infusionen werden mit abgekochtem Zuckerwasser gef\u00fcllte Bierflaschen verwendet! Ich konnte auch Schulen besuchen. Dort ist deutlich zu sehen, dass die gesamte Bev\u00f6lkerung chronisch unterern\u00e4hrt ist, nat\u00fcrlich mit Ausnahme der Apparatschiks des Regimes. Hervorzuheben ist, dass ein 7-j\u00e4hriges nordkoreanisches Kind durchschnittlich 20 cm kleiner ist und 10 kg weniger wiegt als ein Kind in S\u00fcdkorea. Die Fl\u00fcchtlinge sagen alle dasselbe: In Nordkorea \u201emuss man entweder ein Mitglied der Partei oder einen Soldaten bezahlen, um Artikel des Grundbedarfs zu bekommen.\u201c Korruption geh\u00f6rt folglich zum Alltag.  Ich habe mich auch gewundert, keine Menschen mit Behinderung zu sehen\u2026 Tats\u00e4chlich ist das rassistische und eugenische nordkoreanische Regime besessen von der Reinheit der Rasse, was die als \u201eanormal\u201c bezeichneten Menschen ausschlie\u00dft. Folglich werden diese aus den gro\u00dfen St\u00e4dten verbannt. <\/p>\n<p>Wie l\u00e4sst sich dieses kommunistische Regime in wenigen Worten beschreiben? Nordkorea ist ein nach Au\u00dfen so abgeschottetes Land, dass ohne Visum niemand einreisen und sich dort aufhalten darf\u2026 \u201eSelbst Gott nicht\u201c, wie die Fl\u00fcchtlinge scherzhaft anmerken. Die beiden S\u00e4ulen, auf die sich die Repression haupts\u00e4chlich st\u00fctzt, sind einerseits die Kontrolle aller Bev\u00f6lkerungsbewegungen und andererseits die in kompletter Unkenntnis \u00fcber die Au\u00dfenwelt belassene Bev\u00f6lkerung, so dass die nordkoreanischen Fl\u00fcchtlinge, denen es gelungen ist, zu fliehen, v\u00f6llig verbl\u00fcfft eine ganz andere Realit\u00e4t vorgefunden haben als die, die man ihnen seit ihrer Geburt glaubhaft gemacht hat&#8230; Sie alle erw\u00e4hnen die hemmungslose marxistische Propaganda, die aus den Menschen der kommunistischen Partei ergebene Zombies macht&#8230; Der Diktator wird als wahrhafter \u201eGott\u201c dargestellt, unausweichlicher Bezugspunkt in jeder Rede, der Bildung, den Nachrichten\u2026 Die \u201eKim\u201c-Dynastie, vom Gro\u00dfvater bis zum Enkel, der gegenw\u00e4rtig an der Macht ist, ist zum Gegenstand einer wahnwitzigen Propaganda geworden, mit 30.000 Statuen und riesigen Abbildern in allen St\u00e4dten und D\u00f6rfern sowie gewaltigen Plakaten mit ihren Slogans, die \u00fcberall auf der Stra\u00dfe zu sehen sind&#8230; Die Nordkoreaner spionieren sich gegenseitig aus, unter Nachbarn oder Kollegen, und zeigen sich gegenseitig an, wenn jemand seiner Pflicht gegen\u00fcber dem \u201eGro\u00dfen F\u00fchrer\u201c nicht nachkommt. Nach der Verhaftung des Schuldigen ruft man die Bev\u00f6lkerung und die Familie zusammen, um die Verst\u00f6\u00dfe des vermeintlichen Straft\u00e4ters anzuprangern. Danach wird er deportiert, oder alle sehen dabei zu, wie er hingerichtet wird.  <\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nun gerne \u00fcber eben diese Deportationslager sprechen, was mir dann die Gelegenheit gibt, auf die Pr\u00e4senz der Christen in diesem Land zu kommen. Aufgrund der \u00dcbereinstimmungen der Zeugenaussagen und der Satellitenaufnahmen des Westens kann man davon ausgehen, dass in diesen Lagern, wahrhaften Konzentrationslagern, zwischen hunderttausend und zweihunderttausend Menschen inhaftiert sind. Die Gefangenen arbeiten sechzehn Stunden am Tag, und die Brutalit\u00e4t der W\u00e4rter ist ihr t\u00e4gliches Brot. Sie werden grausam gefoltert, von den \u00f6ffentlichen Hinrichtungen der Aufs\u00e4ssigen ganz zu schweigen\u2026<\/p>\n<p>Unter diesen \u201epolitischen Gefangenen\u201c sind die Christen diejenigen, die am schlechtesten behandelt werden, da sie f\u00fcr Spione gehalten werden, f\u00fcr \u201eRevolutions-Gegner erster Klasse\u201c. Laut dem Regime bel\u00e4uft sich ihre Zahl auf dreizehntausend, aber laut den humanit\u00e4ren Organisationen sind es zwischen zwanzig- und vierzigtausend. Sie werden besonders grausam behandelt: Sie werden gekreuzigt, an B\u00e4umen oder Br\u00fccken aufgeh\u00e4ngt, ertr\u00e4nkt, bei lebendigem Leibe verbrannt&#8230; Einige Zeugen berichten von solch grauenhaften Foltermethoden, dass der Anstand es mir verbietet, hier vor Ihnen n\u00e4her darauf einzugehen. <\/p>\n<p>F\u00fcr die F\u00fchrer Nordkoreas muss jede Religion verbannt werden, d.h. sowohl das Christentum als auch der Buddhismus, denn wie der marxistische \u201eKatechismus\u201c besagt, ist sie Opium f\u00fcr das Volk. Die Nordkoreaner wissen nicht, was eine Bibel ist, und folglich auch nicht, wer Gott ist. Vor einigen Jahren er\u00f6ffnete die Regierung mit viel Propaganda eine katholische Kirche, eine protestantische Kirche und eine orthodoxe Kirche in der Hauptstadt, aber das ist alles nur Schau!<br \/>\nTrotz alldem gibt es in Nordkorea eine Kirche im Untergrund, die permanent verfolgt wird. Ich stellte den nordkoreanischen Fl\u00fcchtlingen folgende Frage: \u201eHaben Sie geh\u00f6rt oder gesehen, dass einer Ihrer Nachbarn verhaftet wurde, weil er dabei erwischt worden ist, wie er bei sich zu Hause oder an einem geheimen Ort gebetet hat?\u201c und mehrere haben das bejaht. Und einige Informationen sickern durch: So wurde vor zwei Jahren eine schwangere 33-j\u00e4hrige Frau, die mit zwanzig Bibeln in ihrem Besitz verhaftet wurde, geschlagen und mit dem Kopf nach unten \u00f6ffentlich aufgeh\u00e4ngt. Im Mai 2010 wurden zwanzig Christen verhaftet, die einer \u201eUntergrund\u201c-Kirche angeh\u00f6rten. Drei davon wurden sofort get\u00f6tet, die anderen deportiert. Wir glauben, dass 1995 mindestens f\u00fcnftausend Christen hingerichtet wurden, nur, weil sie im Geheimen gebetet oder Bibeln verteilt haben. Viele dieser nordkoreanischen Christen haben durch die Pr\u00e4senz der ausl\u00e4ndischen Missionare im Grenzgebiet zum Christentum gefunden. Man wei\u00df auch, dass amerikanische und kanadische Pastoren koreanischer Herkunft in politischen Gefangenenlagern eingesperrt sind, da sie Fl\u00fcchtlingen geholfen haben\u2026 <\/p>\n<p>Ich habe Fl\u00fcchtlinge in einem Nachbarland von Nordkorea getroffen, denen, wenn sie verhaftet werden, die Zwangsr\u00fcckf\u00fchrung droht, und somit Gef\u00e4ngnis, Folter, Inhaftierung im Lager und Tod. Wenn sie nicht r\u00fcckgef\u00fchrt werden, laufen sie die Gefahr, kriminellen Organisationen, die mit Organen handeln, in die H\u00e4nde zu fallen. Frauen und kleine M\u00e4dchen k\u00f6nnen von Banden entf\u00fchrt und an Bauern, oder, schlimmer noch, an Bordellbesitzer verkauft werden. Ein koreanisches M\u00e4dchen kann f\u00fcr 800 bis 1.200 Dollar verkauft werden\u2026<br \/>\nSeit \u00fcber 60 Jahren versuchen Tausende von Nordkoreanern, in ein freies Land zu gelangen, aber das ist nicht einfach. Daf\u00fcr muss man durch China, das sich weigert, Personen, die es weiterhin als \u201eillegale Einwanderer\u201c ansieht, den Fl\u00fcchtlingsstatus zu gew\u00e4hren. Ohne Papiere, und somit illegal im Land, arbeiten viele, wie sie eben k\u00f6nnen, und schlagen sich durch, schlecht bezahlt, schlecht behandelt und ohne jegliche Rechte, dem Arbeitgeber hilflos ausgeliefert&#8230; <\/p>\n<p>Um die Fl\u00fcchtlinge aus diesem schwierigen Umfeld zu befreien, f\u00fchren Schlepper, die ihr Leben riskieren, sich aber f\u00fcrstlich daf\u00fcr entlohnen lassen, diejenigen, die das m\u00f6chten, \u00fcber die Mongolei, Laos, Vietnam und Thailand nach S\u00fcdkorea, Kanada, in die Vereinigten Staaten und andere L\u00e4nder. Um jemanden aus Nordkorea in ein Drittland zu schleusen, muss man zwischen 4.000 bis 5.000 Euro f\u00fcr falsche P\u00e4sse, Transport, Nahrung, die Entlohnung des Schleppers und Bestechungsgelder f\u00fcr Zoll- oder Polizeibeamte aufbringen. Es versteht sich von selbst, dass diese \u201eVertr\u00e4ge\u201c sehr willk\u00fcrlich sind, und es kommt vor, dass der Schlepper in letzter Minute beschlie\u00dft, den Preis zu erh\u00f6hen\u2026<\/p>\n<p>Beim Treffen mit den Fl\u00fcchtlingen aus Nordkorea habe ich solch unertr\u00e4gliche Dinge geh\u00f6rt, dass mit vor Schmerz und Scham die Tr\u00e4nen aus den Augen gelaufen sind. Wie k\u00f6nnen Menschen nur solch furchtbare Taten begehen? Wie ist es m\u00f6glich, dass so viele Menschenleben mit der allergr\u00f6\u00dften Gleichg\u00fcltigkeit mit F\u00fc\u00dfen getreten werden? <\/p>\n<p>Als Missionar, als katholischer Priester spreche ich also im Namen aller Koreaner, die seit \u00fcber sechzig Jahren einen der l\u00e4ngsten Kreuzwege in der Geschichte der Menschheit erleiden! Ich spreche im Namen all jener, denen man ohne Bet\u00e4ubung ein Auge oder ein K\u00f6rperglied ausrei\u00dft, um es reichen Chinesen, Japanern oder anderen zu implantieren! Ich spreche im Namen der Nordkoreaner, die Sklavenh\u00e4ndlern zum Opfer gefallen sind!<\/p>\n<p>Die Flucht von Tausenden von M\u00e4nnern, Frauen und Kindern ist ein bedeutender Fakt, dessen politische und diplomatische Tragweite betont werden muss. Leider fordern die Nachbarl\u00e4nder Nordkoreas oder weiter entfernte L\u00e4nder in Europa oder Amerika lediglich einige \u00c4nderungen im Namen der \u201eMenschenrechte\u201c, ohne den aktuellen Status quo in Frage zu stellen, im Namen \u201eausgeglichener internationaler Beziehungen\u201c, wie sie sagen, was einen \u201ekompromisshaften Frieden\u201c sicherstellt und die Befreiung Nordkoreas ebenso wie die Wiedervereinigung des Landes in weite Ferne r\u00fcckt! Schlussfolgernd kann man sagen, dass, wenn man sich auf blo\u00dfes geopolitisches Kalk\u00fcl verl\u00e4sst, die einundzwanzig Millionen Nordkoreaner die Gefahr laufen, noch lange darauf zu warten, bis sich ihr Schicksal \u00e4ndert\u2026 Wenn es nicht zu einem Eingreifen Gottes kommt. Darum beten wir jeden Tag inbr\u00fcnstig f\u00fcr dieses gekreuzigte Volk&#8230;<\/p>\n<p>Barmherziger Herr Jesus Christus,<br \/>\nIch bitte Dich darum, unsere nordkoreanischen Br\u00fcder und Schwestern von den Ketten zu befreien, die sie nun schon seit \u00fcber 70 Jahren fesseln.<br \/>\nRichte Deinen Blick der Liebe auf dieses leidende Volk\u2026<br \/>\nLehre der durch einen Bruderkrieg in Nord und S\u00fcd geteilten koreanischen Nation den Frieden. Hilf uns, zur Wiedervers\u00f6hnung beizutragen, ohne uns von Hoffnungslosigkeit \u00fcberw\u00e4ltigen zu lassen.<br \/>\nGuter Hirte, nimm all unsere nordkoreanischen Schwestern und Br\u00fcder in Deine Arme auf, jeden Einzelnen von ihnen. Umarme sie mit Deiner rettenden Z\u00e4rtlichkeit.<br \/>\nM\u00f6ge Unsere Liebe Frau von Fatima die Mauer des Kommunismus sprengen und ihnen helfen, als Kinder Gottes Freiheit und Lebensfreude zu finden.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Sie wissen, ist das \u201eLand des ruhigen Morgens\u201c nach einem blutigen Bruderkrieg seit \u00fcber sechzig Jahren zweigeteilt&#8230; Zuerst bin ich nach Nordkorea gereist, wo ich mich trotz der konstanten polizeilichen \u00dcberwachung vom Wahrheitsgehalt einiger Reportagen und vieler Berichte nordkoreanischer Fl\u00fcchtlinge \u00fcberzeugen konnte. Zun\u00e4chst einmal zu den Krankenh\u00e4usern: Hier ist die Situation dramatisch. 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