{"id":1259,"date":"2017-04-10T06:40:42","date_gmt":"2017-04-10T04:40:42","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/36-tote-bei-anschlaege-auf-kirchen-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:54:38","modified_gmt":"2023-02-23T10:54:38","slug":"36-tote-bei-anschlaege-auf-kirchen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/36-tote-bei-anschlaege-auf-kirchen-html\/","title":{"rendered":"36 Tote bei Anschl\u00e4ge auf Kirchen"},"content":{"rendered":"<p>Bei zwei Anschl\u00e4gen in Kirchen wurden mindestens 36 Menschen get\u00f6tet und viele weitere verletzt. Die Attentate fanden kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus statt. Horror und Entsetzen in \u00c4gypten. Mit einem verheerenden Doppelanschlag in Tanta und Alexandria haben offenbar zwei Selbstmordattent\u00e4ter am Sonntag mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen und \u00fcber hundert verletzt. Die Terrortat in der voll besetzten St.-Georgs-Kirche in Tanta, einer Stadt im Nildelta, ereignete sich w\u00e4hrend des Gottesdienstes am Palmsonntag, mit dem im christlichen Kalender die Karwoche vor Ostern beginnt. Ein Video unmittelbar vor der Explosion zeigt einen M\u00e4nnerchor beim Gesang, als pl\u00f6tzlich ein lauter Knall zu h\u00f6ren ist und die Bilder abbrechen. Auf Fotos nach dem Anschlag sind eilends mit Papier abgedeckte Leichen zu sehen, blutbespritzte Kalkw\u00e4nde und zerfetzte Kirchenb\u00e4nke. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wurde die Bombe in den vorderen Reihen und damit m\u00f6glichst nahe am Altar gez\u00fcndet.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter explodierte eine weitere Bombe nahe der St.-Markus-Kathedrale in Alexandria, allerdings au\u00dferhalb des Gotteshauses. Dieser Anschlag, der mindestens 16 Menschen das Leben kostete, darunter mehrere Polizisten, galt offenbar dem koptischen Papst Tawadros II., der die Bischofskirche jedoch kurz zuvor nach Ende der liturgischen Feier verlassen hatte. Das Oberhaupt der Kopten blieb unverletzt, wie die Kurie in Kairo am Nachmittag best\u00e4tigte. Der Palmgottesdienst erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm die Bewohner zun\u00e4chst huldigten, um ihn dann wenige Tage sp\u00e4ter als Gottesl\u00e4sterer ans Kreuz zu schlagen.<\/p>\n<h2>Islamischer Staat bekannte sich<\/h2>\n<p>Beide Mordtaten, die weltweit Abscheu und Emp\u00f6rung ausl\u00f6sten, sind der bisher schwerste Terrorangriff auf die koptische Minderheit, die etwa zehn Prozent der rund 92 Millionen Einwohner ausmacht. Am Nachmittag bekannte sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) \u00fcber seine Amaq-Website zu den Anschl\u00e4gen. Der \u00e4gyptische Pr\u00e4sident Abdel Fattah al-Sisi berief den Nationalen Verteidigungsrat ein, verh\u00e4ngte einen dreimonatigen Ausnahmezustand und befahl der Armee, wichtige Geb\u00e4ude im Land zu sch\u00fctzen. Dabei solle sie von der Polizei unterst\u00fctzt werden. Das Milit\u00e4r spielt in \u00c4gypten eine sehr wichtige Rolle und war bereits vor den Anschl\u00e4gen vom Sonntag allgegenw\u00e4rtig in der \u00d6ffentlichkeit. Erst im vergangenen Dezember hatte sich ein Selbstmordattent\u00e4ter an einem Sonntagmorgen in der St.-Peter-und-Paul-Kirche im Zentrum von Kairo in die Luft gesprengt und 29 Gl\u00e4ubige, vor allem Frauen und Kinder, get\u00f6tet. Auch damals \u00fcbernahm die IS-Terrormiliz die Verantwortung. Im Februar ver\u00fcbten dessen Gotteskrieger dann auf dem Nordsinai eine spektakul\u00e4re Mordserie an Christen. Als Folge flohen praktisch alle dort lebenden 2500 Kopten in Panik in das Niltal, wo sie seitdem in provisorischen Unterk\u00fcnften hausen.<\/p>\n<p>Staaten der arabischen Welt wie Jordanien, Katar und Bahrain verurteilten die Selbstmordanschl\u00e4ge. Libanons Premierminister, Saad Hariri, dessen Land mit den Maroniten ebenfalls eine bedeutende Minderheit von Christen hat, nannte die Tat einen \u201eAngriff auf die Werte aller Religionen\u201c. Die sunnitische Lehranstalt al-Azhar sprach von einem \u201ewiderlichen Verbrechen gegen alle \u00c4gypter, das s\u00e4mtliche Prinzipien von Menschlichkeit und Zivilisation verh\u00f6hnt\u201c. Der deutsche Au\u00dfenminister, Sigmar Gabriel, sagte, das Kalk\u00fcl der T\u00e4ter, einen Keil in das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zu treiben, d\u00fcrfe nicht aufgehen. Papst Franziskus, der am 28. und 29. April zu einem zweit\u00e4gigen Besuch in Kairo erwartet wird, \u00fcbermittelte dem koptischen Oberhaupt, Tawadros II., und der gesamten \u00e4gyptischen Nation sein Beileid. M\u00f6ge Gott die Herzen derjenigen bekehren, \u201edie Terror, Gewalt und Tod verbreiten\u201c und \u201edie Waffen produzieren und damit Gesch\u00e4fte machen\u201c, sagte er beim Mittagsgebet im Petersdom. Weil in diesem Jahr das katholische und orthodoxe Ostern auf den gleichen Termin fallen, feierten am Sonntag auch die westlichen Kirchen die Palmliturgie.<\/p>\n<h2>Papst h\u00e4lt an der Kairo-Reise fest<\/h2>\n<p>Franziskus ist neben dem katholisch-orthodoxen auch der christlich-islamische Dialog ein besonderes Anliegen. Mit seiner Kairo-Reise erwidert er die Visite des obersten sunnitischen Glaubensh\u00fcters, Gro\u00dfimam Ahmed al-Tayyeb, im Mai 2016 im Vatikan. Beide Kirchenf\u00fchrer wollen mit ihrem Treffen ein Zeichen setzen gegen Fanatismus und Gewalt im Namen von Religion. Dabei warnt Franziskus immer wieder vor pauschalen Urteilen \u00fcber den Islam. Die Gewalt werde von Extremistengruppen ver\u00fcbt, d\u00fcrfe keinesfalls der gesamten Religion zugerechnet werden. (Quelle: Die Presse)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei zwei Anschl\u00e4gen in Kirchen wurden mindestens 36 Menschen get\u00f6tet und viele weitere verletzt. Die Attentate fanden kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus statt. Horror und Entsetzen in \u00c4gypten. 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