{"id":1263,"date":"2017-04-21T08:35:09","date_gmt":"2017-04-21T06:35:09","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/antichristliche-hetze-html\/"},"modified":"2023-02-24T09:47:55","modified_gmt":"2023-02-24T08:47:55","slug":"antichristliche-hetze-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/antichristliche-hetze-html\/","title":{"rendered":"Antichristliche Hetze"},"content":{"rendered":"<p>Die Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker (GfbV) ist \u00fcber die wachsende Intoleranz gegen\u00fcber religi\u00f6sen Minderheiten im mehrheitlich muslimisch gepr\u00e4gten Indonesien sehr besorgt. Anlass ist die Gouverneurswahl in der Hauptstadt Jakarta. Der christliche Amtsinhaber, Basuki Tjahaja Purnama, unterlag am 19. April dem muslimischen Kandidaten Anies Baswedan. Das amtliche Endergebnis wird zwar erst im Mai erwartet, aber mehreren Meinungsforschungsinstituten zufolge erhielt Baswedan in der Stichwahl etwa 58 Prozent der Stimmen. Im vergangenen Jahr hatten mehrfach bis zu 500.000 Muslime bei Gro\u00dfkundgebungen gegen den christlichen Gouverneur protestiert, weil er sich angeblich abf\u00e4llig \u00fcber den Koran ge\u00e4u\u00dfert haben soll. Der chinesischst\u00e4mmige Politiker steht deswegen vor Gericht. Ihm drohen wegen Blasphemie bis zu f\u00fcnf Jahre Haft.<\/p>\n<p><strong>Asienexperte: Die Entwicklung ist dramatisch<\/strong><\/p>\n<p>Der Asienexperte der Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker, Ulrich Delius, sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: \u201eDie Entwicklung ist dramatisch. Der Wahlkampf hat tiefe Gr\u00e4ben hinterlassen und das Land gespalten. Es ist nach der antichristlichen und antichinesischen Hetze der vergangenen Monate nicht mehr das gleiche Land.\u201c Er gehe davon aus, dass das Blasphemieverfahren der Grund f\u00fcr die Wahlniederlage ist: \u201eDas Ergebnis ist deshalb auch eine Niederlage des Rechtsstaates.\u201c Der Wahlsieger bezeichne sich zwar offiziell als liberaler Muslim, habe aber im Wahlkampf systematisch auf die Kooperation mit radikalen Muslimen gesetzt: \u201eDas ist ein fatales Zeichen f\u00fcr alle Nichtmuslime.\u201c Die Islamisten seien zwar eine Minderheit, h\u00e4tten aber immer mehr Einfluss. Sie investierten zudem viel in Bildung und Erziehung: \u201eSie denken in langen Zeitperioden und unterwandern das System immer mehr.\u201c Viele Beobachter seien bislang davon ausgegangen, dass in den meisten Regionen Indonesiens ein liberaler Islam praktiziert werde: \u201eDie Wahl ist ein Warnschuss f\u00fcr alle, die sich f\u00fcr Demokratie und Menschenrechte einsetzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eDas Land befindet sich in einem gef\u00e4hrlichen Fahrwasser\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Auch Indonesiens Staatspr\u00e4sident Joko Widodo habe sich, so Delius, ver\u00e4ndert. Er lobe nun den Islam, um muslimischen Extremisten zu gefallen: \u201eDas ganze Land befindet sich in einem gef\u00e4hrlichen Fahrwasser.\u201c Die Instrumentalisierung des Blasphemievorwurfs m\u00fcsse unterbunden werden. Die Forderung m\u00fcsse aber vor allem aus dem Land selbst kommen: \u201eEs ist nur bedingt wirksam, wenn beispielsweise die EU erkl\u00e4rt, dass sie besorgt ist.\u201c Indonesien ist der Staat mit der gr\u00f6\u00dften muslimischen Bev\u00f6lkerung der Welt. Von den 250 Millionen Einwohnern sind 87 Prozent Muslime, neun Prozent Christen, die \u00dcbrigen Buddhisten und Hindus. (Quelle: idea, Bild: TUBS)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker (GfbV) ist \u00fcber die wachsende Intoleranz gegen\u00fcber religi\u00f6sen Minderheiten im mehrheitlich muslimisch gepr\u00e4gten Indonesien sehr besorgt. Anlass ist die Gouverneurswahl in der Hauptstadt Jakarta. Der christliche Amtsinhaber, Basuki Tjahaja Purnama, unterlag am 19. April dem muslimischen Kandidaten Anies Baswedan. 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