{"id":1275,"date":"2017-05-03T08:00:02","date_gmt":"2017-05-03T06:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/vor-4-jahren-entfuehrte-beigesetzt-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:38:20","modified_gmt":"2023-02-23T10:38:20","slug":"vor-4-jahren-entfuehrte-beigesetzt-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/vor-4-jahren-entfuehrte-beigesetzt-html\/","title":{"rendered":"Vor 4 Jahren Entf\u00fchrte beigesetzt"},"content":{"rendered":"<div class=\"data-1 data template-\">\n<div class=\"inner\">\n<div class=\"text\">\n<p>Der Patriarch der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche Gregorios III. Laham feierte am Dienstag, den 25. April in Damaskus einen Trauergottesdienst f\u00fcr die ewige Ruhe der f\u00fcnf syrischen Christen, die 2013 in der Stadt Maaloula von extremistischen Rebellen entf\u00fchrt wurden. Anschlie\u00dfend wurden die sterblichen \u00dcberreste in die mehrheitlich christliche Stadt \u00fcberf\u00fchrt, aus der sie kamen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"data-2 data template-imagebig\">\n<div class=\"center\"><img decoding=\"async\" class=\"border\" title=\"\" src=\"http:\/\/www.kircheinnot.at\/static\/content\/images\/9\/97d5432fd6fea30c04f8da0c33beffd5.jpg\" alt=\"\" width=\"550\"><\/div>\n<div class=\"inner\">&nbsp;<\/div>\n<div class=\"inner\"><span style=\"font-size: 13.008px;\">Laut dem P\u00e4pstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegenden Informationen aus dem Melkitischen Griechisch-katholischen Patriarchat wurden vor drei Monaten die \u00dcberreste von f\u00fcnf nicht identifizierten Leichen in einer H\u00f6hle in der libanesischen Region Irsal (Aarsal) an der Grenze zu Syrien gefunden. Nach den erforderlichen Ermittlungen und Untersuchungen konnten sie schlie\u00dflich als die am 7. September 2013 von Jabhat al-Nusra, einer in den syrischen Konflikt verwickelten Rebellengruppe, Entf\u00fchrten identifiziert werden. Laut derselben Quelle fehlt von einem sechsten Entf\u00fchrten jedoch weiterhin jede Spur. Die libanesischen Beh\u00f6rden \u00fcbergaben die \u00dcberreste den syrischen Beh\u00f6rden in der Grenzstadt Jdeidet Yabous. Daraufhin wurden sie nach Bab Touma, einem mehrheitlich christlichen Stadtviertel der syrischen Hauptstadt Damaskus, gebracht. Dort wurde der Trauergottesdienst gefeiert. Sie waren allesamt Christen, vier von ihnen aus der griechisch-katholischen Rituskirche, der f\u00fcnfte aus der griechisch-orthodoxen Kirche.<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"data-3 data template-\">\n<div class=\"inner\">\n<div class=\"text\">\n<p>Seine Seligkeit Gregorios III. Laham sprach in seiner Predigt die Macht einer Liebe an, die gr\u00f6\u00dfer als der Tod ist: \u201eEs gibt keine gr\u00f6\u00dfere Liebe als sich f\u00fcr die geliebten Menschen hinzugeben! Jesus Christus gab sein Leben f\u00fcr uns; unsere M\u00e4rtyrer haben ihr Leben aus Liebe zu Gott und zu unserem Herrn Jesus Christus hingegeben, der am Kreuz starb und f\u00fcr uns ins Leben zur\u00fcckkehrte.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"data-4 data template-imagebig\">\n<div class=\"inner\"><span style=\"font-size: 13.008px;\">Der Patriarch von Antiochien unterstrich ebenfalls die Glaubensst\u00e4rke von Ghassan Shanis, Dawoud Milaneh, Chadi Taalab, Atef Kalloumeh und Jihad Taalab. Dies sind die Namen der \u201ef\u00fcnf neuen M\u00e4rtyrer\u201c, die sich zu den M\u00e4rtyrern vom 7. September 2013 hinzugesellen: Michael Taalab, Antoun Taalab und Sarkis Zakhm, die ermordet wurden, nachdem sie ihren Glauben an Jesus Christus bezeugt hatten. Sie haben es abgelehnt, ihren Glauben abzuschw\u00f6ren, um ihr Leben zu sch\u00fctzen\u201c. Im Hinblick auf den sechsten Entf\u00fchrten f\u00fcgte Gregorios III. Laham hinzu: \u201eWir denken auch an unseren geliebten Moussa Shanis, der noch vermisst wird.\u201c Au\u00dferdem vers\u00e4umte es der Patriarch nicht, f\u00fcr alle im Nahen Osten wegen ihres Glaubens ermordeten Christen zu beten: \u201eWir denken an alle unseren M\u00e4rtyrer, an die christlichen M\u00e4rtyrer aus ganz Syrien, besonders aus Homs, Aleppo, Damaskus und Hauran. Wir erinnern uns ebenfalls an die M\u00e4rtyrer aus Kairo, Alexandrien, Bagdad, Mosul und der Ninive-Ebene.\u201c<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"data-5 data template-\">\n<div class=\"inner\">\n<div class=\"text\">\n<p>In einem Telefongespr\u00e4ch mit dem p\u00e4pstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT beschrieb Pater Toufic Eid, Priester und Pfarrer aus Maaloula, die Ruhe und den Frieden, mit denen der Trauerzug von Damaskus nach Maaloula begleitet wurde: \u201eNach der syrischen Tradition singen und schreien die Menschen, um ihre Trauer auszudr\u00fccken. Diesmal haben sie aber darauf verzichtet. Die auf den Schultern von Verwandten und Freunden getragenen S\u00e4rge wurden mit tiefem, respektvollem und schmerzhaftem Schweigen umgeben.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"data-6 data template-imagebig\">\n<div class=\"center\"><img decoding=\"async\" class=\"border\" title=\"\" src=\"http:\/\/www.kircheinnot.at\/static\/content\/images\/7\/79d93f085bc78acda73e45c9863660b2.jpg\" alt=\"\" width=\"550\"><\/div>\n<div class=\"inner\">&nbsp;<\/div>\n<div class=\"inner\"><span style=\"font-size: 13.008px;\">Maaloula ist eine der letzten Ortschaften, in denen Aram\u00e4isch als Hauptsprache gesprochen wird. Es liegt 57 Kilometer von Damaskus entfernt. Es wurde vom September 2013 bis zum 20. April 2014 belagert und umk\u00e4mpft. Schlie\u00dflich wurde es von syrischen Rebellengruppen eingenommen. \u201eAl Nusra, ISIS, Syrische Befreiungsfront &#8230; Man kann sie nennen wie man will, denn es sind dasselbe. Sie nennen sich unterschiedlich je nachdem, wer sie aktuell finanziert\u201c, sagt mit Ironie Pater Toufic. \u201eNach der Befreiung Maaloulas am 20. April 2014 durch die Streitkr\u00e4fte der syrischen Regierung h\u00f6rte der Kontakt mit den Entf\u00fchrten auf. Wir wissen nicht, was nach diesem Tag mit ihnen geschah. Noch haben wir keine genauen Informationen dar\u00fcber, wann sie ermordet wurden.\u201c<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"data-7 data template-\">\n<div class=\"inner\">\n<div class=\"text\">\n<p>Unter den vom Patriarchen Gregorios III. Laham in der Predigt des Trauergottesdienstes erw\u00e4hnten M\u00e4rtyrern taucht viermal der Familienname Taalab auf: Chadi, Jihad, Michael und Antoun. Pater Toufic best\u00e4tigt, dass sie zur selben Familie geh\u00f6ren: \u201eSanna verlor ihren Ehemann Michael und ihren Vetter Antoun im September 2013. Nun trauert sie um ihren Sohn Chadi und ihren Bruder Jihad. Es ist hart. Die Ereignisse haben dazu gef\u00fchrt, dass die Bewohner von Maaloula die ganzen erlittenen Gr\u00e4ueltaten wieder erlebt haben. Dies stimmt traurig, es weckt Schmerz aber auch Wut.\u201c<\/p>\n<p>Auf die Frage, wie auf dieses nat\u00fcrliche Gef\u00fchl auf christliche Weise reagiert werden kann, antwortet Pater Toufic: \u201eWie verzeihen helfen? Die Vergebung geh\u00f6rt zu unserem Glauben. Es ist aber sehr schwierig. Es braucht Zeit. Ich sage ihnen, es geht nicht um die anderen, um des anderen willen. Wir m\u00fcssen den Weg der Vergebung gehen um unseretwillen, um unserer Beziehung zu Gott willen. Wir m\u00fcssen vergeben. Andernfalls schlie\u00dft man einen Pakt mit dem B\u00f6sen. Das Herz wird mit Hass erf\u00fcllt, und es wird blind. Das B\u00f6se will in unserem Herzen herrschen, und wir m\u00fcssen dagegen ank\u00e4mpfen.\u201c Nach der Meinung des Priesters ist es mit der Vers\u00f6hnung anders: \u201eSie ist auch wichtig, aber f\u00fcr die Auss\u00f6hnung braucht man die zwei Seiten: Die eine Seite muss verzeihen, aber die andere muss bereuen und f\u00fcr ihre Taten einstehen. Sonst ist eine Vers\u00f6hnung nicht m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>Seit sechs Jahren wird Syrien von einem schrecklichen Krieg verw\u00fcstet. 6,3 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, 13,5 Millionen Menschen sind auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen. Dies entspricht drei Vierteln der derzeitigen Bev\u00f6lkerung. Rund 5 Millionen Menschen sind offiziell als Fl\u00fcchtlinge in den Nachbarl\u00e4ndern registriert. Viele Kinder kennen nichts anderes als den Krieg oder die Flucht.&nbsp;<\/p>\n<p>Das melkitische griechisch-katholische Patriarchat in Damaskus hat KIRCHE IN NOT gebeten, bei der Lebensmittelversorgung von 1.500 gefl\u00fcchteten Familien zu helfen, die im l\u00e4ndlichen Umland von Damaskus Zuflucht gefunden haben. Jede Familie soll drei Monate lang mit Grundnahrungsmitteln wie Milch f\u00fcr die Kinder, Linsen, Zucker, Tee, \u00d6l, Konserven und anderen Produkten versorgt werden. F\u00fcnfzehn Freiwillige verteilen die Lebensmitteln in drei Zentren.&nbsp;<\/p>\n<p>Das Hilfswerk KIRCHE IN NOT hilft mit 170.000 Euro. Das entspricht knapp 38 Euro pro Familie im Monat. Helfen Sie den christlichen Familien mit Ihrer Spende! Sie k\u00f6nnen&nbsp;<span style=\"color: #ffffff;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.kircheinnot.at\/Wie_Sie_helfen\/Spenden\/\"><span style=\"color: #ffffff; text-decoration: underline;\">hier online spenden<\/span><\/a><\/span><\/strong><\/span>&nbsp;oder unter dem Spendenkonto:&nbsp;IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600, lautend auf KIRCHE IN NOT mit dem Verwendungszweck: Syrien<\/p>\n<p>Mehr Infos zu der Situation der Christen im Nahen Osten finden Sie hier:&nbsp;<span style=\"color: #ffffff;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.christen-im-nahen-osten.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #ffffff; text-decoration: underline;\">www.christen-im-nahen-osten.at<\/span><\/a><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p>(Foto:&nbsp;Melkite Greek Catholic Patriarchate)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Patriarch der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche Gregorios III. 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