{"id":1277,"date":"2017-05-04T10:45:43","date_gmt":"2017-05-04T08:45:43","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/nach-dem-angriff-gemeinde-veraengstigt-html\/"},"modified":"2023-02-24T09:46:45","modified_gmt":"2023-02-24T08:46:45","slug":"nach-dem-angriff-gemeinde-veraengstigt-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/nach-dem-angriff-gemeinde-veraengstigt-html\/","title":{"rendered":"Nach dem Angriff &#8211; Gemeinde ver\u00e4ngstigt"},"content":{"rendered":"<p>Am 18. April wurde das Pfarrhaus der Mari\u00e4-Himmelfahrts- Kathedrale des apostolischen Vikariats von Nepal, die am Rande der Hauptstadt Kathmandu liegt, durch einen Brandanschlag besch\u00e4digt. Dabei wurde niemand verletzt, es entstand aber ein materieller Schaden. Dennoch habe der Angriff, so Generalvikar Pater Silas Bogati, \u201edie winzige katholische Gemeinde gesch\u00e4digt und in Angst versetzt. Wir vertrauen auf Gott, aber was geschehen ist, mahnt zur Vorsicht.\u201c Der Angriff hat in einer sehr heiklen politischen Lage des Landes, das sich auf die bevorstehenden Kommunalwahlen am 14. Mai vorbereitet, stattgefunden. Es sind die ersten Kommunalwahlen in Nepal seit 20 Jahren, auf die voraussichtlich die Parlamentswahlen im Januar 2018 folgen werden.<\/p>\n<p>Der Anschlag fand am 18. April um 3 Uhr morgens statt. In einem Gespr\u00e4ch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN), beschreibt Pater Silas, wie mindestens drei Personen in den Hof eindrangen und dort zwei Motorr\u00e4der und ein Auto mit Benzin in Brand setzten. Gleichzeitig \u00fcbergossen sie die W\u00e4nde und die T\u00fcr der Kirche mit Benzin. Dadurch entstanden schwere Sch\u00e4den. Im Inneren des Pfarrhauses hielten sich zu dieser Zeit 10 Personen auf. \u201eGott sei Dank sind die Fahrzeuge, die sie in Brand gesetzt haben, nicht explodiert, w\u00e4hrend die Leute evakuiert wurden. Es h\u00e4tte tragisch enden k\u00f6nnen. Das Geb\u00e4ude wurde durch das Feuer weitgehend besch\u00e4digt, aber es wurde niemand verletzt.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber die Motiven des Angriffs und die T\u00e4tern befragt, war Pater Silas sehr vorsichtig: \u201eWir wissen bis jetzt weder wer dahintersteckt noch welche Motive sie f\u00fcr den Angriff hatten. Die Polizei untersucht den Fall und versucht die drei Personen, die von den \u00dcberwachungskameras zur Zeit des Angriffs aufgenommen wurden, zu identifizieren. Bis jetzt ist alles nur Spekulation.\u201c Der nepalesische Priester r\u00e4umt jedoch ein \u201evon Zeit zu Zeit werden wir Katholiken hier diskriminiert, und obwohl wir nepalesische B\u00fcrger sind, werden wir wie Ausl\u00e4nder behandelt, nur weil wir Christen sind. Leider gibt es in einigen Bereichen der Gesellschaft feindselige Gef\u00fchle gegen\u00fcber den christlichen Gemeinschaften.\u201c Dennoch betont er: \u201eIm allgemeinen kommen sehr gut mit unseren Nachbarn aus und die meisten von ihnen sind sehr offen und r\u00fccksichtsvoll uns gegen\u00fcber. Sie waren die ersten, die uns geholfen und die Polizei gerufen haben. Diejenigen, die sich anders verhalten, sind in der Minderheit.\u201c<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass die winzige katholische Gemeinde in Nepal Opfer von Angriffen wurde. Im Mai 2009 explodierte eine Bombe in der Kathedrale, als Pater Silas eine Heilige Messe zelebrierte. Es gab drei Tote und \u00fcber ein Dutzend Verletzte. \u201eEs war der traurigste Moment in meinem Leben. Wir h\u00e4tten niemals geglaubt, dass irgendjemand einen heiligen Ort des Gebets angreifen k\u00f6nnte. Nach diesem Vorfall war ich stark traumatisiert.\u201c Die Verantwortung f\u00fcr den Angriff \u00fcbernahm eine hinduistisch fundamentalistische Gruppe, die sich Nepal-Verteidigungsarmee nannte.<\/p>\n<p>\u201eSeit dem Vorfall im Jahr 2009 war es mehrere Jahre friedlich. Aber der j\u00fcngste Angriff ist ein Aufruf zur Wachsamkeit. Nat\u00fcrlich kommt letztendlich die endg\u00fcltige Sicherheit von Gott, aber wir m\u00fcssen die Sicherheitsvorkehrungen und den Schutz unserer Gemeinschaft verbessern\u201c, erz\u00e4hlt der Generalvikar KIRCHE IN NOT bei einem Telefonat.<\/p>\n<p>Die Katholische Kirche in Nepal ist eine kleine Minderheit, sie ist aber sehr engagiert im sozialen Bereich und in der Entwicklungshilfe, erkl\u00e4rt Pater Silas. \u201eGerade in den letzten Tagen haben wir der Opfer des heftigen Erbebens, das uns vor genau zwei Jahren, am 25. April 2015, mit einer St\u00e4rke von 7,8 traf, gedacht und f\u00fcr sie gebetet. Die Katholische Kirche engagiert sich f\u00fcr ein gro\u00dfes Wiederaufbauprojekt in der Umgebung mit dem Wiederaufbau von 5000 H\u00e4usern der Betroffenen, der Versorgung mit sauberem Trinkwasser und anderen Nachbarschafts-Entwicklungsprogrammen f\u00fcr Einheimische. Viele Menschen profitieren von dieser Hilfe ohne R\u00fccksicht auf ihre Religionszugeh\u00f6rigkeit. Wir haben die Absicht diese Hilfe fortzusetzen, weil es unsere Berufung, ist den Bed\u00fcrftigsten zu helfen, so wie wir heute den Opfern des Erdbebens helfen.\u201c<\/p>\n<p>Laut dem Religious Freedom Report Worldwide, der im vergangenen November von KIRCHE IN NOT ver\u00f6ffentlicht wurde, gibt es rund 8000 Gl\u00e4ubige Katholiken innerhalb des apostolischen Vikariats von Nepal. Die protestantischen Gemeinden, allen voraus die evangelikalen Gemeinden und Pfingstkirchen, sind im Land sehr pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Wie in dem oben genannten Religious Freedom Report beschrieben, hat die sehr junge demokratische Bundesrepublik \u2013 ehemals ein hinduistisches K\u00f6nigreich \u2013 im Jahr 2007 den Charakter eines s\u00e4kularen Staates angenommen, ein Jahr nach Abschaffung der Monarchie und nach einem Jahrzehnt des Krieges zwischen den Regierungsarmeen und den maoistischen Guerillas. Derzeit ist der Druck der hinduistischen Parteien sehr stark, was eine Tatsache darstellt, die es zus\u00e4tzlich zu den viele anderen Schwierigkeiten h (vor allem in Bezug auf die Errichtung der Binnengrenzen der sieben Provinzen) den Mitgliedern der konstituierenden Versammlung fast unm\u00f6glich gemacht hat, eine Einigung zu erzielen. Im August 2015, nach dem Erdbeben am 25. April des selben Jahres und unter dem Druck der Bev\u00f6lkerung, kamen die gro\u00dfen politischen Parteien im Parlament schlie\u00dflich zu einer Einigung, die von vielen Nepalesen als \u201ehistorisch\u201c angesehen wird. Am 16. September verabschiedete die konstituierende Versammlung die Verfassung und schloss damit einen m\u00fchsamen und heiklen Prozess ab, der acht Jahre gedauert hat. Der neue Inhalt der Verfassung best\u00e4tigt den s\u00e4kularen Charakter der nepalesischen Institutionen, w\u00e4hrend er gleichzeitig die religi\u00f6sen Freiheiten stark einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Die Wahlen am 14. Mai werden ein entscheidender Schritt bei der Errichtung der neuen republikanischen Institutionen, die im Rahmen der Verfassung vorgesehen sind, sein. Und so bittet Pater Silas die internationale Gemeinschaft und die Mitglieder von KIRCHE IN NOT darum \u201ef\u00fcr die Katholiken und gleichzeitig f\u00fcr das ganze Land, zu beten, damit der politische Prozess der n\u00e4chsten Wochen friedlich verl\u00e4uft und dem Land die lang erw\u00fcnschte Stabilit\u00e4t bringt. (Foto: Sudhir Bhandari)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 18. April wurde das Pfarrhaus der Mari\u00e4-Himmelfahrts- Kathedrale des apostolischen Vikariats von Nepal, die am Rande der Hauptstadt Kathmandu liegt, durch einen Brandanschlag besch\u00e4digt. Dabei wurde niemand verletzt, es entstand aber ein materieller Schaden. Dennoch habe der Angriff, so Generalvikar Pater Silas Bogati, \u201edie winzige katholische Gemeinde gesch\u00e4digt und in Angst versetzt. 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