{"id":1319,"date":"2017-06-28T09:19:39","date_gmt":"2017-06-28T07:19:39","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/ueber-50-kirchen-und-kloester-enteignet-html\/"},"modified":"2023-02-24T09:53:01","modified_gmt":"2023-02-24T08:53:01","slug":"ueber-50-kirchen-und-kloester-enteignet-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/ueber-50-kirchen-und-kloester-enteignet-html\/","title":{"rendered":"\u00dcber 50 Kirchen und Kl\u00f6ster enteignet"},"content":{"rendered":"<p><span>Die T\u00fcrkei hat im S\u00fcdosten des Landes mehr als 50 Kirchen und Kl\u00f6ster sowie deren Liegenschaften und Friedhofsgrundst\u00fccke beschlagnahmt. In der Region leben seit fast 2000 Jahren aram\u00e4ische Christen, die auch noch die Sprache Jesu sprechen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Aram\u00e4er in Deutschland (Heidelberg) wurden sie der t\u00fcrkischen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet \u00fcbertragen. Ihr Vorsitzender, Daniyel Demir, sprach gegen\u00fcber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea von einem beispiellosen Vorgang. Die Entwicklung im Kernland des Christentums sei dramatisch. Eine solche Enteignungswelle habe es noch nicht gegeben. Nun k\u00f6nne die Beh\u00f6rde aram\u00e4isches Kulturerbe aus den fr\u00fchen Jahrhunderten \u201ean Dritte ver\u00e4u\u00dfern, in Museen verwandeln oder auch zu Moscheen umwidmen\u201c. Es sei zudem unklar, ob die Christen k\u00fcnftig eine Genehmigung beantragen m\u00fcssen, wenn sie in ihren Kirchen Gottesdienst feiern wollen. Die Stiftung des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel in der s\u00fcdostt\u00fcrkischen Region \u201eTur Abdin\u201c (Berg der Gottesknechte) bereite Klagen gegen das Vorgehen des t\u00fcrkischen Staates vor: \u201eDie Christen sind entschlossen, das Ganze bis an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte zu tragen.\u201c Die aram\u00e4ische Minderheit sei im \u201eTur Abdin\u201c bereits stark zur\u00fcckgegangen. Mittlerweile lebten in der Region nur noch 2.000, in der gesamten T\u00fcrkei rund 20.000. Demir: \u201eWir rufen die Bundesregierung auf, den Aram\u00e4ern zur Seite zu stehen.\u201c (Quelle: Fidesdienst)<\/span><\/p>\n<h2 class=\"em_cnt_artikelansicht_hz\">Dem Ausverkauf ausgeliefert<\/h2>\n<p>Kirchen und Kl\u00f6ster in der T\u00fcrkei wurden beschlagnahmt und dem staatlichen islamisch-sunnitischen Religionsamt \u00fcberschrieben.<\/p>\n<p><span>Sie z\u00e4hlen zu den \u00e4ltesten christlichen Gemeinden der Welt, ihre Zahl ist wie die aller Christen im Nahen Osten zuletzt stark geschrumpft, und jetzt werden ihnen auch ihre letzten Besitzt\u00fcmer genommen: die syrisch-orthodoxen Aram\u00e4er oder Assyrer in der T\u00fcrkei, deren Siedlungsgebiet in der s\u00fcdostanatolischen Region Tur Abdin liegt. Ihnen geh\u00f6ren dort hunderte uralter Kirchen und Kl\u00f6ster. Nun enth\u00fcllte die t\u00fcrkisch-armenische Zeitung &#8222;Agos&#8220; aus Istanbul, dass der t\u00fcrkische Staat in einer beispiellosen Enteignungsoperation mindestens 50 fr\u00fchchristliche Monumente beschlagnahmt und dem staatlichen islamisch-sunnitischen Religionsamt Diyanet \u00fcberschrieben hat; dutzende weitere Enteignungen sollen laut dem Bericht folgen. Die fr\u00fchchristlichen Bauten sind damit dem Ausverkauf und m\u00f6glicherweise der Zerst\u00f6rung ausgeliefert.<\/span><\/p>\n<h2 class=\"em_text\"><span class=\"zt\">Praktisch vor der Ausl\u00f6schung<\/span><\/h2>\n<p class=\"em_text\">&#8222;Agos&#8220; gegen\u00fcber best\u00e4tigte das Gouverneursamt der zust\u00e4ndigen Provinz Mardin die Beschlagnahmungswelle, die Kirchen, Kl\u00f6ster, Friedh\u00f6fe und L\u00e4ndereien betrifft. Damit stehen die christlichen Gemeinden Anatoliens, die ihre Existenz auf die Zeit der Apostel zur\u00fcckf\u00fchren und w\u00e4hrend des V\u00f6lkermords von 1915 im Osmanischen Reich hunderttausende Opfer zu beklagen hatten, praktisch vor der Ausl\u00f6schung. Viele Aram\u00e4er verlie\u00dfen ihre angestammten Siedlungsgebiete bereits in den 1990er Jahren, als der B\u00fcrgerkrieg zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und dem t\u00fcrkischen Staat seinen H\u00f6hepunkt erreichte. Heute leben nach Angaben ihres deutschen Bundesverbandes in der EU 350.000 und in Deutschland 150.000 Aram\u00e4er. In Tur Abdin blieben nur noch 2000 bis 3000 Christen, die versuchen, ihre religi\u00f6sen St\u00e4tten zu bewahren.<span style=\"font-size: 13.008px;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"em_text\">Zum Opfer der aktuellen Enteignungen wurde auch das ber\u00fchmteste Kloster der T\u00fcrkei, Mor Gabriel aus dem Jahr 397, nahe der Stadt Midyat. Die Abtei ist eine der weltweit \u00e4ltesten und eine der wenigen, die seit mehr als 1600 Jahren aktiv genutzt werden. Die Kloster-Stiftung wurde selbst w\u00e4hrend der Enteignungen von Minderheitenbesitz nach Gr\u00fcndung der Republik T\u00fcrkei 1923 gesetzlich gesch\u00fctzt. Kaum eine Stiftung religi\u00f6ser Minderheiten in der T\u00fcrkei verf\u00fcgt \u00fcber so umfangreiche staatliche Schutzurkunden.<\/p>\n<p class=\"em_text\">Das alles soll nun offenbar nicht mehr gelten. &#8222;Mit dem Gesetz von 2002 konnten wir einige Grundst\u00fcckstitel sichern, die auf den Namen unserer Stiftung lauteten, f\u00fcr andere lief der juristische Prozess&#8220;, zitierte &#8222;Agos&#8220; den Stiftungsvorsitzenden Kuryakos Erg\u00fcn. &#8222;Es war uns aber nicht m\u00f6glich, alle Besitzt\u00fcmer einzuklagen. Gleichzeitig wurden neue Grundb\u00fccher angelegt, und die Kataster\u00e4mter ignorierten die Gesetzgebung.&#8220; (Quelle: Wiener Zeitung)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die T\u00fcrkei hat im S\u00fcdosten des Landes mehr als 50 Kirchen und Kl\u00f6ster sowie deren Liegenschaften und Friedhofsgrundst\u00fccke beschlagnahmt. In der Region leben seit fast 2000 Jahren aram\u00e4ische Christen, die auch noch die Sprache Jesu sprechen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Aram\u00e4er in Deutschland (Heidelberg) wurden sie der t\u00fcrkischen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet \u00fcbertragen. 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