{"id":1391,"date":"2017-10-17T13:18:27","date_gmt":"2017-10-17T11:18:27","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/regierung-verstaerkt-druck-html\/"},"modified":"2023-02-24T10:03:17","modified_gmt":"2023-02-24T09:03:17","slug":"regierung-verstaerkt-druck-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/regierung-verstaerkt-druck-html\/","title":{"rendered":"Regierung verst\u00e4rkt Druck"},"content":{"rendered":"<p>Nach Informationen des christlichen Hilfswerkes Open Doors wurden im Iran im Jahr 2016 mindestens 193 Christen verhaftet oder ins Gef\u00e4ngnis geworfen. Die von Pr\u00e4sident Rohani im Dezember 2016 ausgegebene \u201eCharta f\u00fcr B\u00fcrgerrechte\u201c kann demnach bestenfalls als Absichtserkl\u00e4rung gelten. Seit Beginn seiner Amtszeit 2013 leiden religi\u00f6se Minderheiten zunehmend unter Verfolgung. Ein aktueller Bericht der amerikanischen \u201eKommission f\u00fcr internationale Religionsfreiheit\u201c (USCIRF) weist darauf hin, dass die Anzahl inhaftierter Angeh\u00f6riger religi\u00f6ser Minderheiten unter Pr\u00e4sident Rohani gestiegen ist.<\/p>\n<p>Gottesdienste in der Landessprache Persisch sind im Iran verboten, ebenso die Verbreitung christlicher Schriften. Regierung und Medien diffamieren den christlichen Glauben und warnen vor seinen Anh\u00e4ngern. Mindestens 12 Christen wurden in den letzten Monaten zu Haftstrafen von 10 und mehr Jahren verurteilt. Das soll ebenso abschrecken wie andauernde Razzien in Kirchengemeinden \u2013 insbesondere Hauskirchen. Wie bei zahlreichen Prozessen gegen Christen in den letzten Jahren lautete die Anklage u.a. auf \u201eGef\u00e4hrdung der nationalen Sicherheit\u201c sowie \u201eOrganisation von Hauskirchen\u201c oder \u201eBeleidigung des Heiligen\u201c (Blasphemie). Trotz dieser Zunahme von Verfolgung w\u00e4chst gerade unter jungen Menschen das Interesse am christlichen Glauben. Konvertiten aus dem Islam stellen mit mehreren Hunderttausend inzwischen die weitaus gr\u00f6\u00dfte Gruppe von Christen im Iran, noch vor den Angeh\u00f6rigen traditioneller Kirchen. Warum nehmen sie dieses Risiko auf sich, da der Koran \u2013 und Fatwas \u2013 f\u00fcr den Abfall vom Islam die Todesstrafe vorsehen? \u201eIch habe durch Jesus Christus Frieden gefunden\u201c oder \u201eDer Gott der Christen ist Liebe\u201c, lautet die Antwort vieler Konvertiten.<\/p>\n<h2>F\u00fcrchtet das Regime den Glauben der Christen?<\/h2>\n<p>Bizarr wirkt die j\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichung von Bildern durch die wirtschaftlich und auch politisch einflussreiche Revolutionsgarde, auf denen gro\u00dfe Mengen konfiszierter Bibeln und weiterer christlicher Materialien zu sehen sind. Mansour Borji von der Menschenrechtsorganisation Artikel 18 fragt dazu: \u201eWarum ver\u00f6ffentlichen nicht Polizei oder Justizbeh\u00f6rden die Bilder, sondern die Revolutionsgarde, die ja eine milit\u00e4rische Einheit ist? Ist es ihre Aufgabe, Hauskirchen auszuheben? Wie kann eine stabile Regierung so beunruhigt sein \u00fcber das Neue Testament und christliche B\u00fccher? Sie behaupten, sie w\u00fcrden die Freiheit religi\u00f6ser Minderheiten respektieren, w\u00e4hrend sie die konfiszierten Materialien vorf\u00fchren wie Beweismaterial f\u00fcr kriminelle Handlungen.\u201c<\/p>\n<p>Die aktuelle Statistik vom 10. Oktober, dem Internationalen Tag gegen die Todesstrafe, komplettiert das Bild eines repressiven Regimes. Unter allen L\u00e4ndern, in denen die Todesstrafe vollzogen wird, rangiert der Iran laut Amnesty International mit mindestens 567 vollstreckten Todesurteilen in 2016 auf Rang 2, gefolgt von Saudi-Arabien (mindestens 154 Hinrichtungen).<\/p>\n<h2>Wirtschaftliche und Regierungsbeziehungen mehr nutzen<\/h2>\n<p>Auch dem iranischen Pastor Youcef Nadarkhani drohte 2010 wegen Abfall vom Islam die Todesstrafe. Diese wurde aufgrund internationaler Proteste in eine dreij\u00e4hrige Haftstrafe umgewandelt. Ein st\u00e4rkeres Eintreten westlicher Regierungen f\u00fcr Religionsfreiheit sowie wirtschaftlicher Druck k\u00f6nnten die Situation der Christen im Iran deutlich verbessern. Forderungen nach der Wahrung der Menschenrechte oder dem Schutz von Christen vor willk\u00fcrlicher Inhaftierung werden die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen nicht gef\u00e4hrden. Die Christen im Iran hoffen auf diese Unterst\u00fctzung. (Quelle: Open Doors)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Informationen des christlichen Hilfswerkes Open Doors wurden im Iran im Jahr 2016 mindestens 193 Christen verhaftet oder ins Gef\u00e4ngnis geworfen. Die von Pr\u00e4sident Rohani im Dezember 2016 ausgegebene \u201eCharta f\u00fcr B\u00fcrgerrechte\u201c kann demnach bestenfalls als Absichtserkl\u00e4rung gelten. Seit Beginn seiner Amtszeit 2013 leiden religi\u00f6se Minderheiten zunehmend unter Verfolgung. 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