{"id":1415,"date":"2017-11-27T11:08:09","date_gmt":"2017-11-27T11:08:09","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/red-wednesday-html\/"},"modified":"2022-12-06T15:33:02","modified_gmt":"2022-12-06T15:33:02","slug":"red-wednesday-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/red-wednesday-html\/","title":{"rendered":"Red Wednesday"},"content":{"rendered":"<p>Ein Land in Rot: 30 \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude in Gro\u00dfbritannien wurden am vergangenen Mittwoch rot beleuchtet \u2013 darunter das britische Parlamentsgeb\u00e4ude, Westminster Abbey, die Kr\u00f6nungskirche der englischen Monarchen, sowie die katholische Westminster-Kathedrale. Anlass war der \u201eRed Wednesday\u201c (\u201eroter Mittwoch\u201c), initiiert vom britischen Zweig des weltweiten p\u00e4pstlichen Hilfswerks \u201eKirche in Not\u201c. Ziel der Aktion war es, auf die Situation verfolgter Christen weltweit aufmerksam zu machen. Unterst\u00fctzer trugen rote Kleidung, ein Linienbus mit dem Slogan \u201eSteh auf f\u00fcr Glauben und Freiheit\u201c tourte durch die Stra\u00dfen der Hauptstadt und es fanden \u00f6kumenische Gebete und Informationsveranstaltungen statt. \u201eKirche in Not\u201c Gro\u00dfbritannien hatte den \u201eRed Wednesday\u201c zum zweiten Mal organisiert. Auch christliche Gemeinden in Irland und auf den Philippinen schlossen sich der Aktion an. In Frankreich und Italien hatten in der Vergangenheit \u00e4hnliche Solidarit\u00e4tskundgebungen stattgefunden. \u00dcber die Aktion sprach Marta Petrosillo mit dem Pr\u00e4sidenten von \u201eKirche in Not\u201c International, Mauro Kardinal Piacenza.<\/p>\n<p><strong>Marta Petrosillo: Eminenz, der \u201eRed Wednesday\u201c in Gro\u00dfbritannien hat ein breites Echo gefunden. Glauben Sie, dass es durch solche Aktionen gelingen kann, die \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr das Thema Religionsfreiheit zu sensibilisieren?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mauro Kardinal Piacenza:&nbsp;<\/strong>Ich unterst\u00fctze die Initiative mit Enthusiasmus, sie ist wirklich lobenswert! Aber es ist wichtig, auch die Werte zu betonen, die ihr zugrunde liegen. Sonst liefe die Aktion Gefahr, als eine Art \u201evorweihnachtliche Festbeleuchtung\u201c verweltlicht zu werden. Der \u201eRed Wednesday\u201c fand an Orten statt, die in engem Zusammenhang mit dem Martyrium der britischen Heiligen Thomas Becket, Thomas Morus und John Fisher stehen. Wenn wir uns ihr Beispiel vor Augen f\u00fchren, k\u00f6nnen wir den Wert des christlichen Martyriums besser verstehen, n\u00e4mlich als eine Demonstration der W\u00fcrde, der Religionsfreiheit und eines standhaften, wahrhaft edlen Gewissens. Das \u201eMartyrologium\u201c, das kirchliche Verzeichnis der M\u00e4rtyrer, sollte ein wichtiges Buch in einer sich erneuernden Kirche werden.<\/p>\n<p><strong>Sie haben eine Veranstaltung geleitet, bei der im April 2016 der r\u00f6mische Trevi-Brunnen als Erinnerung an das Blut der M\u00e4rtyrer rot angestrahlt wurde. Wie wichtig ist es, die Aufmerksamkeit des Westens wachzuhalten gegen\u00fcber Verfolgung, unter der Millionen Christen weltweit leiden?<\/strong><\/p>\n<p>Die Aufmerksamkeit auf die Verfolgten zu lenken, ist eine Pflicht des Gewissens. Die blutrote Farbe, in der die \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude beleuchtet werden, soll uns vor allem an eines erinnern: Die christlichen M\u00e4rtyrer leisten mit Christus stellvertretend S\u00fchne f\u00fcr alle Menschen, auch f\u00fcr unsere Gleichg\u00fcltigkeit und sogar f\u00fcr ihre Verfolger und M\u00f6rder. Das ist der gro\u00dfe Unterschied! Das Christentum ist gepr\u00e4gt vom Martyrium. Es schm\u00e4lert oder verringert nicht die Kraft des Glaubens. Im Gegenteil: Das Martyrium macht das Christentum noch fruchtbarer im Glauben, in der Liebe und in seinem Fortbestehen.<\/p>\n<p><strong>Papst Franziskus hat wiederholt dazu aufgefordert, angesichts der Christenverfolgung nicht zu schweigen. Was ist aus Ihrer Sicht dazu notwendig?<\/strong><\/p>\n<p>Der Heilige Vater hat eindr\u00fccklich daran erinnert, dass auch das Stillschweigen S\u00fcnde ist. In Einklang mit dem Papst verurteilt \u201eKirche in Not\u201c die Gewalt an Christen und versucht, das Leid der Verfolgten zu lindern. Unser Werk hat die Stimme eines Propheten, der anstachelt und provoziert, das einzig N\u00f6tige zu tun: den leiblichen und geistlichen Hunger der Notleidenden zu stillen und in ihnen Christus zu sehen. Es geht darum, die Herzen der Menschen zu \u00f6ffnen, damit sie die \u201eTr\u00e4nen Gottes\u201c trocknen, wo immer er weint. Daf\u00fcr beten und handeln wir. Wichtig ist auch, sie selbst anzuleiten, auch die Verfolger lieben zu k\u00f6nnen und die Kirche immer mehr als einen Leib zu verstehen, in dem jedes Glied mit dem anderen verbunden ist. Die Familien, Pfarreien, die kirchlichen Gruppen und Bildungseinrichtungen sollten dabei helfen, die Themen Verfolgung, Martyrium und Solidarit\u00e4t in ihrer ganzen Bedeutung zu begreifen.<\/p>\n<p><strong>Wie kann das gelingen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir brauchen einen umfassenden kulturellen Diskurs, auch was das Thema Diskriminierung betrifft. Denn in vielen L\u00e4ndern findet eine \u201eChristenverfolgung in Samthandschuhen\u201c statt: eine nahezu systematische S\u00e4uberung von all jenem, was christlich ist oder was den Anschein hat, christlich zu sein. Es wird versucht, allem die Legitimation abzusprechen, was auf geschichtlicher, sozialer oder kultureller Ebene vom Christentum gepr\u00e4gt ist. Auch wenn diese Verfolgung noch nicht zur physischen Gewalt geworden ist, wirkt sie vernichtend.<\/p>\n<p>Aktuelle Infos und F\u00e4lle zum Thema Christenverfolgung:&nbsp;<span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.christenverfolgung.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.christenverfolgung.org<\/a><\/span><\/p>\n<p>Foto: Weenson Oo\/picture-u.net<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Land in Rot: 30 \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude in Gro\u00dfbritannien wurden am vergangenen Mittwoch rot beleuchtet \u2013 darunter das britische Parlamentsgeb\u00e4ude, Westminster Abbey, die Kr\u00f6nungskirche der englischen Monarchen, sowie die katholische Westminster-Kathedrale. Anlass war der \u201eRed Wednesday\u201c (\u201eroter Mittwoch\u201c), initiiert vom britischen Zweig des weltweiten p\u00e4pstlichen Hilfswerks \u201eKirche in Not\u201c. 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