{"id":1427,"date":"2017-12-15T09:41:14","date_gmt":"2017-12-15T08:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/hauskirchen-der-grauzone-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:00:04","modified_gmt":"2023-02-23T11:00:04","slug":"hauskirchen-der-grauzone-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/hauskirchen-der-grauzone-html\/","title":{"rendered":"Hauskirchen in der Grauzone"},"content":{"rendered":"<p>Eine Einsch\u00e4tzung vom Berliner Professors Christian Meyer.&nbsp;Es gibt zwar seit einigen Jahrzehnten eine \u00d6ffnungspolitik Chinas gegen\u00fcber dem Christentum. Aber der christliche Glaube muss sich laut des Berliner Professors Christian Meyer dem Staat&nbsp;&nbsp;unterordnen \u2013 und vorauseilenden Gehorsam leisten.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">\u201eMan kann in Peking durch die Stadt gehen und christliche Kirchen sehen\u201c, sagte der Sinologe Christian Meyer in seinem Vortrag am Dienstagabend in Berlin. Allerdings h\u00e4nge neben dem gro\u00dfen Kreuz dann auch eine chinesische Flagge, um dem Staat seine Treue zu versichern. Menschenrechte und Religionen im kommunistischen China waren die Themen im \u201eForum Dialog\u201c. Dabei wurde klar, dass es in den vergangenen Jahrzehnten eine \u00d6ffnung Chinas gegen\u00fcber dem Christentum gegeben hat. Deutlich wurden an dem Abend aber auch die Bedingungen, an die der autokratische Staat diese relative Freiheit kn\u00fcpft.<\/span><\/p>\n<p>Meyer, der neben Chinawissenschaften auch Theologie studiert hat und an der Freien Universit\u00e4t Berlin lehrt, erz\u00e4hlte von befreundeten Professoren in China, die ihre Kinder noch nicht taufen lassen, um ihre Karriere nicht einzuschr\u00e4nken. Der Berliner Professor zeigte ein Flugblatt der offiziellen karitativen Stelle der evangelischen Kirche in China, \u201eThe Amity Foundation\u201c. Darin betont die Organisation bewusst, chinesisch zu sein und keine Mission zu betreiben.<\/p>\n<p>In China gebe es keine offene Gesellschaft wie im Westen, sagte Meyer: \u201eEs ist ein autokratisches und atheistisches Staatssystem, in dem nicht Religionen von unten aus der Bev\u00f6lkerung heraus gegr\u00fcndet werden k\u00f6nnen.\u201c Trotzdem gebe es seit 1978 eine Reform- und \u00d6ffnungspolitik in China, erkl\u00e4rte Meyer. So entstand eine gewisse Normalisierung nach der Kulturevolution f\u00fcr die Religionen. China hoffte dadurch auf eine Image-Verbesserung bei christlichen und muslimischen L\u00e4ndern f\u00fcr den Handel.<\/p>\n<p><strong>Verfassung garantiert keine Freiheit der Aus\u00fcbung von Religionen<\/strong><\/p>\n<p>Religionen m\u00fcssten sich aber in der Einheitsfront der kommunistischen Partei einfinden. Die Verfassung garantiere zwar Glaubensfreiheit, aber keine Religionsfreiheit. Das hei\u00dft: Es gibt keine garantierte Freiheit der Aus\u00fcbung von Religionen. Der Staat definiert \u201enormale religi\u00f6se T\u00e4tigkeiten\u201c, welche \u201edie \u00f6ffentliche Ordnung nicht st\u00f6ren\u201c oder das \u201eErziehungssystems des Staates nicht beeintr\u00e4chtigen\u201c. Das gebe laut Meyer einen gro\u00dfen Spielraum, um zu definieren, was normal ist.<\/p>\n<p>Zu den offiziellen Religionsvereinigungen, die insgesamt auf f\u00fcnf beschr\u00e4nkt sind, z\u00e4hlt China die Chinesische Katholische Patriotische Vereinigung und das Chinesische Patriotische Komitee der protestantischen \u201eDrei-Selbst-Bewegung\u201c. Diese w\u00fcrden auch gegen\u00fcber anderen Religionsbewegungen besonders gef\u00f6rdert. Meyer sprach gleichzeitig von \u201eeinem vorauseilenden Gehorsam\u201c der christlichen Religionen in China, was die Anpassung an das sozialistische System angeht. Wenn durch die deutschen Medien Verbote in Artikeln thematisiert werden, betreffe das h\u00e4ufiger evangelische Hauskirchen. Diese wollen sich laut Meyer nicht der staatlich anerkannten evangelischen Kirche anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Hauskirchen fallen in Grauzone<\/strong><\/p>\n<p>Meyer stellte das Gliederungssystem eines chinesischen Kollegen vor. Danach gibt es einen \u201eroten\u201c, \u201eschwarzen\u201c und einen \u201egrauen\u201c Markt der Religionen. Im \u201eroten\u201c Markt befinden sich die f\u00fcnf staatlich anerkannten Religionen. Sekten und Wahrsagungen fallen zum Beispiel in den \u201eschwarzen\u201c, verbotenen Markt. Die tolerierten Hauskirchen fallen in die Grauzone. Sie sind dem Staat bekannt, werden aber nicht sofort geschlossen. Laut Meyer gebe es da eine gewisse Flexibilit\u00e4t. \u201eEs gibt aber auch eine Kontrolle dar\u00fcber, dass der Staat jederzeit zuschlagen kann\u201c, sagte Meyer. Deswegen w\u00fcrden die Hauskirchen sich stark unter dem wahrnehmbaren Radar bewegen und nicht auffallen wollen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Meyer ist es schwierig, verl\u00e4ssliche Zahlen zu Christen in China zu bekommen, weil der atheistische Staat diese bewusst niedrig sch\u00e4tzt. Der Protestantismus einschlie\u00dflich der Hauskirchen habe aber mindestens 23 Millionen Menschen, eher seien es aber insgesamt 60 Millionen evangelische Chinesen. Demnach haben Hauskirchen also einen gr\u00f6\u00dferen Anteil an der Bev\u00f6lkerung als die offiziell anerkannte evangelische Kirche. Den Katholizismus beziffert Meyer nach Staatszahlen mit mindestens 3,2 Millionen Menschen. Realistischer erscheint f\u00fcr ihn aber die Spanne von 8,5 bis 13 Millionen. Laut den Zahlen der Organisation Open Doors sind sogar 97,2 Millionen Chinesen Christen. (Quelle:&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Michael M\u00fcller f\u00fcr&nbsp; das Christliche Medienmagazin pro)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Einsch\u00e4tzung vom Berliner Professors Christian Meyer.&nbsp;Es gibt zwar seit einigen Jahrzehnten eine \u00d6ffnungspolitik Chinas gegen\u00fcber dem Christentum. Aber der christliche Glaube muss sich laut des Berliner Professors Christian Meyer dem Staat&nbsp;&nbsp;unterordnen \u2013 und vorauseilenden Gehorsam leisten.&nbsp;\u201eMan kann in Peking durch die Stadt gehen und christliche Kirchen sehen\u201c, sagte der Sinologe Christian Meyer in seinem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1426,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[203],"tags":[27,94],"class_list":["post-1427","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-china","tag-asien","tag-china"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1427"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3213,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427\/revisions\/3213"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1426"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}