{"id":1435,"date":"2018-01-02T11:29:09","date_gmt":"2018-01-02T10:29:09","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/existenzbedrohung-der-katholiken-html\/"},"modified":"2023-02-27T16:04:06","modified_gmt":"2023-02-27T15:04:06","slug":"existenzbedrohung-der-katholiken-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/existenzbedrohung-der-katholiken-html\/","title":{"rendered":"Existenzbedrohung der Katholiken"},"content":{"rendered":"<p>Kardinal Puljic \u00fcber die schleichende Existenzbedrohung der Katholiken in Bosnien.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Bosnien und Herzegowina ist schon lange keine Schlagzeile mehr wert. Der Krieg endete offiziell mit dem Dayton Vertrag, der 1995 unterzeichnet wurde. Doch die Wunden sind weiterhin sp\u00fcrbar und wirken auf die Lage der Menschen vor Ort bis heute, \u00fcber 20 Jahre nach dem Krieg. Von einst gut einer halben Million Katholiken wurde im Zuge des Krieges gut jeder Zweite vertrieben, wie es auf der Webseite des Erzbistums Vrhbosna &#8211; mit Sitz in Sarajewo &#8211; hei\u00dft.<\/span><\/p>\n<p>Auf die besorgniserregende Situation der Katholiken in seinem Land macht der dortige Erzbischof und Kardinal Vinko Puljic aufmerksam. Die meisten Katholiken sind Kroaten. Sie haben vor dem 17 Prozent der Bev\u00f6lkerung ausgemacht.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Es wird davon ausgegangen, dass inzwischen j\u00e4hrlich bis zu 10.000 Katholiken auswandern, wie der Kardinal k\u00fcrzlich in der Katholischen Nachrichtenagentur der Bosnisch-herzegowinischen Bischofskonferenz zitiert wurde. Im Interview mit dem Internationalen Hilfswerk <\/span><span style=\"font-size: 13.008px;\">KIRCHE IN NOT (ACN)<\/span><span style=\"font-size: 13.008px;\"> gibt er einen \u00dcberblick zur heutigen Lage der Katholiken.<\/span><\/p>\n<p><strong>Wie ist die aktuelle Situation der Katholiken in Bosnien-Herzegowina? <\/strong><\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\">Kardinal Pulji\u0107: Die meisten der Katholiken waren im Zuge des Krieges und der Nachkriegsereignisse aus ihren H\u00e4usern vertrieben worden, es wurde viel zerst\u00f6rt und gepl\u00fcndert. Nach dem Krieg gab es weder eine politische noch finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine nachhaltige R\u00fcckkehr der Vertriebenen. Das Abkommen von Dayton wurde nicht umgesetzt. Leidtragend war die Minderheit der katholischen Kroaten. F\u00fcr sie ist es schwerer, Rechte durchzusetzen.<\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\">Diese Unsicherheit ist heute sp\u00fcrbar bei den Menschen. Einige verlassen deshalb das Land. Sie machen sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder. Dazu tragen zus\u00e4tzlich einige negative Botschaften \u00fcber die Medien bei, die f\u00fcr eine Verschlechterung der Atmosph\u00e4re genutzt werden.<\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\"><strong>Was bedr\u00fcckt sie am meisten?<\/strong><\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\">Es gibt keine Gleichberechtigung in den Gebieten, wo die Minderheit der Katholiken von der Mehrheit der anderen Nationalit\u00e4ten umgeben ist. Diese fehlende Gleichberechtigung \u00e4u\u00dfert sich politisch, administrativ und vor allem wenn es um Arbeitspl\u00e4tze geht. Mit Blick auf die Zukunft der Katholischen Kirche in Bosnien-Herzegowina stellt sich die ernste Frage nach ihrer Zukunft. Wenn die Kroaten nicht mehr da sein werden, wird es auch keine Katholiken mehr geben, da die meisten Kroaten Katholiken sind. Auch deshalb ist es wichtig, eine Gleichberechtigung herzustellen.<\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\"><strong>Worin sehen Sie positive Anzeichen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\">Die Kirche versucht bei uns so zu leben und zu wirken, als sei alles normal. So versuchen wir Selbstbewusstsein und Hoffnung in die Zukunft zu vermitteln. Das geschieht in der pastoralen und karitativen Arbeit sowie in der Schulbildung. Wir m\u00fcssen hier \u201edas Salz der Erde\u201c sein, f\u00fcr Hoffnung, f\u00fcr die W\u00fcrde des Menschen und die Menschenrechte einstehen.<\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\"><strong>Wie tragen Christen zur Bew\u00e4ltigung der Kriegsereignisse und ihrer Folgen in Bosnien-Herzegowina bei?<\/strong><\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\">Es ist eine gro\u00dfe Gnade, aus dem Glauben zu leben. Hoffnung und Kraft sch\u00f6pfen wir aus dem gemeinschaftlichen und pers\u00f6nlichen Gebet. Ein wichtiger St\u00fctzpunkt sind die Sonntagsmessen und unsere Wallfahrten. Wir haben zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Erscheinungen in Fatima jede Pfarrei und das gesamte Erzbistum der Mutter Gottes geweiht.<\/p>\n<p class=\"m-5490206812226913123msolistparagraph\">Jesus kam in unsere Wirklichkeit als Mensch. Deshalb sollen wir Weihnachten in der Realit\u00e4t erleben. In der Geburt Jesu als Kind sind wir aufgerufen, Gottes Liebe zu erkennen und die wahre Quelle der Freude: Denn wir alle sind geliebte Wesen.&nbsp; So wie Gott als Emmanuel, als \u201eGott sei mit uns\u201c, den Menschen nah geworden ist, so sollen auch wir Menschen uns untereinander und Gott n\u00e4her kommen.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Es geht darum, die Wunden dadurch zu heilen, dass man sich untereinander verzeiht und sich mit Freude der Liebe Gottes anvertraut.<\/span><\/p>\n<hr>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das internationale Hilfswerk <em>KIRCHE IN NOT<\/em> half mit gut 12 Million Euro seit \u00fcber zehn Jahren in Bosnien-Herzegowina bei pastoralen Projekten und beim Wiederaufbau von Kirchen und kirchlichen Geb\u00e4uden, die durch den Krieg und die Folgen zerst\u00f6rt oder renovierungsbed\u00fcrftig geworden sind: So beteiligt sich das Werk zum Beispiel an der Erneuerung der Katholischen Theologischen Fakult\u00e4t im Geb\u00e4ude des Priesterseminars in Sarajevo und an der Erzdi\u00f6zese Vrhbosna in Sarajevo. Weitere Projekte f\u00f6rdern neue Kirchen sowie die Instandsetzung von Pfarrh\u00e4usern und Unterk\u00fcnften von Ordensschwestern. Dar\u00fcber hinaus wurden Fahrzeuge zum Beispiel f\u00fcr das \u201eGeistliche Zentrum\u201c in Livno und das Kloster \u201eNovi Nazaret\u201c in Banja Luka (16.000 Euro) angeschafft, der Wiederaufbau des Pastoralzentrums \u201eSveti Josip\u201c in Turbe (20.000 Euro) vorangebracht und die Ausbildung von Novizinnen und Seminaristen unterst\u00fctzt (125.000 Euro).&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kardinal Puljic \u00fcber die schleichende Existenzbedrohung der Katholiken in Bosnien.&nbsp;Bosnien und Herzegowina ist schon lange keine Schlagzeile mehr wert. Der Krieg endete offiziell mit dem Dayton Vertrag, der 1995 unterzeichnet wurde. Doch die Wunden sind weiterhin sp\u00fcrbar und wirken auf die Lage der Menschen vor Ort bis heute, \u00fcber 20 Jahre nach dem Krieg. 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