{"id":1451,"date":"2018-01-18T13:08:59","date_gmt":"2018-01-18T12:08:59","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/gewalt-gegen-christen-nimmt-zu-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:53:11","modified_gmt":"2023-02-23T10:53:11","slug":"gewalt-gegen-christen-nimmt-zu-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/gewalt-gegen-christen-nimmt-zu-html\/","title":{"rendered":"Gewalt gegen Christen nimmt zu"},"content":{"rendered":"<div id=\"login\">\n<p>In \u00c4gypten hat die Gewalt gegen\u00fcber Christen in den letzten sechs Jahren zugenommen. Beh\u00f6rden dulden die Diskriminierung, beobachtet ein katholischer Unternehmer aus der Schweiz. Er ist seit 15&nbsp;Jahren in dem Land t\u00e4tig. Seit drei Jahren hat er einen Wohnsitz in Kairo. Um seine Sicherheit nicht zu gef\u00e4hrden, nennt idea seinen Namen nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"left\">\n<div id=\"c9\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"news_detail_text\">\n<p class=\"bodytext\">Seit der Revolution im Jahr 2011 dreht sich die Spirale der Gewalt gegen Minderheiten schneller. Attacken und Anschl\u00e4ge auf Christen h\u00e4ufen sich. Hinzu kommen Kirchenschlie\u00dfungen. Allein in der dritten Oktoberwoche 2017 waren es in der Provinz Al-Minya vier. Eine davon war die Kirche St. George im Dorf Sheik Alaa, rund 250 Kilometer s\u00fcdlich von Kairo. Bereits 2015 hatten Muslime sie besch\u00e4digt. Statt die Angreifer zur Rechenschaft zu ziehen, schloss die Polizei damals das Gotteshaus unter dem Vorwand, so die Christen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>\u201eWir werden die Christen vernichten\u201c<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im September 2017 er\u00f6ffnete Priester Moussa Thabet die reparierte Kirche wieder. Angestachelt von dem \u00f6rtlichen Imam zogen am 22. Oktober rund 60 Muslime nach dem Abendgebet in einer nahe gelegenen Moschee zur Kirche. Sie skandierten: \u201eIslam, Islam, Islam \u2026 nieder mit den Christen \u2026 Wir werden sie vernichten und das Dorf von Ungl\u00e4ubigen reinigen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Die Polizei schaute tatenlos zu<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Polizei sah tatenlos zu und ordnete erneut die Schlie\u00dfung an. Erst am 7. Januar durfte die Kirche wieder \u00f6ffnen. Eine entsprechende Bewilligung erteilte die Regierung aus Anlass des koptischen Weihnachtsfestes auch anderen bislang geschlossenen Kirchen. Der Schritt d\u00fcrfte ein taktisches Man\u00f6ver des Pr\u00e4sidenten Abdel Fattah al-Sisi sein. Es wird erwartet, dass sich der Staatschef am 28. M\u00e4rz um eine weitere Amtszeit bewirbt. Die Bewilligungen bringen ihm Stimmen unter den Christen ein. Es ist wahrscheinlich, dass die Kirchen nach der Wahl wieder geschlossen werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Willk\u00fcr und Schikanen<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Ungleichbehandlung der Christen betrifft in dem muslimisch gepr\u00e4gten Land viele Lebensbereiche. Ihre Kinder bekommen an \u00f6ffentlichen Schulen mitunter schlechtere Noten als die muslimischen. M\u00e4dchen werden gezwungen, Kopft\u00fccher zu tragen. Universit\u00e4ten halten Pr\u00fcfungen manchmal bewusst an hohen christlichen Feiertagen ab \u2013 etwa Heiligabend oder Ostern. Vereinzelt lassen Richter Christen in Gerichtss\u00e4len nicht als Zeugen zu. Stattdessen d\u00fcrfen sie dann nur schriftliche Dokumente einreichen \u2013 weil sie als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c gelten und ihre Aussage dem islamischen Recht \u2013 der Scharia \u2013 widersprechen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Die Regierung hat eine Mitschuld<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Zahl der get\u00f6teten Christen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Auch wenn die \u00e4gyptische Regierung stets das Gegenteil behauptet: Sie duldet \u00dcbergriffe und Gewaltakte gegen koptische Christen. Es schockiert mich, dass koptische Eltern Gottesdienste aus Sicherheitsgr\u00fcnden getrennt besuchen \u2013 damit sich im Fall eines Attentats wenigstens ein Elternteil um die Kinder k\u00fcmmern kann. Einheimische, die Christen umbringen, haben nur wenig zu bef\u00fcrchten. Werden solche F\u00e4lle bekannt, tut die Regierung das etwa damit ab, dass der T\u00e4ter geisteskrank sei. So \u00adgeschehen etwa nach dem Mord vom 3. Januar 2017 in \u00adAlexandria. Ein Muslim hatte damals einem christlichen Kleinh\u00e4ndler die Kehle durchgeschnitten. Er wurde von der Polizei verh\u00f6rt, als geisteskrank eingestuft und wieder frei gelassen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Wie Totenscheine manipuliert werden<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bislang ungestraft kamen auch jene Terroristen davon, die am 26. Mai 2017 ein Massaker anrichteten. Sie brachten in der N\u00e4he des Klosters St. Samuel in Al-Minya Kalamon 29&nbsp;Christen um, darunter f\u00fcnf Kinder. Einige Attent\u00e4ter wurden sp\u00e4ter von den \u00dcberlebenden als Muslime identifiziert, die aus den gleichen D\u00f6rfern stammen wie die Christen. Deutlich wurde im Zusammenhang mit dem Massaker auch eine perfide Manipulation. Die Toten waren in umliegende Krankenh\u00e4user gebracht worden. Den Angeh\u00f6rigen \u00fcbergab man Totenscheine mit der Todesursache \u201eSchock\u201c. Um vom Staat eine Entsch\u00e4digung zu erhalten, m\u00fcssen sie bei der Polizei eine Anklage wegen T\u00f6tung einreichen. Daf\u00fcr braucht es auch in \u00c4gypten Beweise. Ein Totenschein mit der Todesursache \u201eSchock\u201c ist aber kein Beweismittel f\u00fcr ein Gewaltverbrechen. So hatten die Hinterbliebenen keine M\u00f6glichkeit, eine Anklage zu erwirken.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Junge Christinnen werden entf\u00fchrt und zwangsislamisiert<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mir sind F\u00e4lle bekannt, in denen junge Christinnen von Islamisten entf\u00fchrt, mit Gewalt zur Konvertierung gezwungen und gegen ihren Willen verheiratet wurden. Reichten die Familien bei der Polizei eine Vermisstenmeldung ein, dann suchte sie manchmal nicht die Verschleppten, sondern \u00fcberwachte stattdessen die Familie als Problemmacher \u2013 so geschehen im M\u00e4rz 2017 in Luxor und Quena. Salafistische Organisationen handeln regelrecht mit christlichen M\u00e4dchen und bezahlen jedem eine Pr\u00e4mie, der eine junge Frau islamisiert und heiratet. Oft tauchen diese M\u00e4dchen nie wieder auf, denn sie werden zu Hause von den muslimischen Gro\u00dffamilien als Sexsklaven gehalten oder nach Saudi-Arabien an einen Harem verkauft.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Universit\u00e4tsleiter spricht mit gespaltener Zunge<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der oberste Leiter der weltweit gr\u00f6\u00dften Koranschule \u2013 der Al-Azhar Universit\u00e4t in Kairo \u2013, Ahmed Mohammad Al-Tayyeb, tritt im Westen \u2013 etwa 2017 auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin \u2013 als Religionsvermittler auf und pr\u00e4sentiert dort einen humanen Islam. In Wirklichkeit ist die Al-Azhar Universit\u00e4t jedoch die Brutst\u00e4dte der Muslimbr\u00fcder und die Denkschmiede eines konservativen, gewaltverherrlichenden Islams. Sie hat viele f\u00fchrende K\u00f6pfe von Terrororganisationen hervorgebracht. Der Leiter von Boko Haram (Westliche Bildung ist S\u00fcnde), Abubakar Shekau, der mit seinen Schergen im April 2014 in Nigeria 276 christliche Schulm\u00e4dchen entf\u00fchrte, zwangskonvertierte und mit Muslimen verheiratete, hat dort ebenso studiert und als Dozent gearbeitet wie Omar Abdel-Rahman (1938\u20132017) \u2013 bekannt als \u201eblinder Scheich\u201c. Er war verantwortlich f\u00fcr das Massaker von Luxor und hat mit seiner radikalen Ideologie Tausende von Imamen gepr\u00e4gt. Der IS-F\u00fchrer Abu Osama al-Masri, der in vielen Anschl\u00e4gen Hunderte Menschen t\u00f6tete und den Absturz eines russischen Passagierflugzeuges im Sinai im Jahr 2015 anordnete, ist dort genauso ausgebildet worden wie Mohammed Abd al-Salam und Abdullah Yusuf Azzam von der Terrororganisation Al-Qaida \u2013 um nur einige Beispiele zu nennen. Da ist es nur folgerichtig, dass Al-Tayyeb im staatlichen \u00e4gyptischen Fernsehen sagte, die IS-K\u00e4mpfer seien keine Terroristen, sondern f\u00fchrten den Auftrag des Propheten Mohammed aus.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Gleichzeitig bem\u00fchen sich die \u00e4gyptischen Beh\u00f6rden sehr um ein gutes, weltoffenes Image im Ausland, damit die wirtschaftlichen Investitionen nicht stocken und die G\u00e4ste kommen. Touristen aus aller Welt \u2013 insbesondere auch ausl\u00e4ndische Christen \u2013 sind in \u00c4gypten immer willkommen. Es ist ein krasser Gegensatz zu dem, was ich im Alltag erlebe.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong><em>Die Kopten<\/em><\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><em>Die koptisch-orthodoxe Kirche f\u00fchrt ihren Ursprung auf den Evangelisten Markus zur\u00fcck. Der Autor des \u00e4ltesten der vier Evangelien soll im 1. Jahrhundert nach Christus in \u00c4gypten gewirkt haben und in Alexandria den M\u00e4rtyrertod (68 n.\u2009Chr.) gestorben sein. In \u00c4gypten bilden die bis zu zehn Millionen Kopten die gr\u00f6\u00dfte Kirche. Ihr Oberhaupt ist seit 2012 Papst Tawadros II. Kopten sind die Urbewohner und somit Nachfolger der \u201eAlten \u00c4gypter\u201c. Sie benutzen eines der \u00e4ltesten Kalendersysteme der Welt, das auf die Zeit der Pharaonen zur\u00fcckgeht. Als muslimische Araber \u00c4gypten im Jahr 642 eroberten, mussten die Kopten eine Kopfsteuer bezahlen oder zum Islam konvertieren. Bis heute sind sie Diskriminierungen ausgesetzt. (Quelle: idea)<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In \u00c4gypten hat die Gewalt gegen\u00fcber Christen in den letzten sechs Jahren zugenommen. Beh\u00f6rden dulden die Diskriminierung, beobachtet ein katholischer Unternehmer aus der Schweiz. Er ist seit 15&nbsp;Jahren in dem Land t\u00e4tig. Seit drei Jahren hat er einen Wohnsitz in Kairo. Um seine Sicherheit nicht zu gef\u00e4hrden, nennt idea seinen Namen nicht. 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