{"id":1455,"date":"2018-01-29T11:27:02","date_gmt":"2018-01-29T10:27:02","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/brandstiftung-zerstoert-kirche-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:44:57","modified_gmt":"2023-02-23T10:44:57","slug":"brandstiftung-zerstoert-kirche-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/brandstiftung-zerstoert-kirche-html\/","title":{"rendered":"Brandstiftung zerst\u00f6rt Kirche"},"content":{"rendered":"<p>Am 2. Januar 2018 wurde das Geb\u00e4ude der Baptistengemeinde in Kaji-Sai im Nordosten Kirgistans niedergebrannt. Die Baptisten fanden in der N\u00e4he mit Benzin gef\u00fcllte Flaschen. Den Zusicherungen der Polizei, Nachforschungen anzustellen, schenken sie nur wenig Glauben. Sie sind davon \u00fcberzeugt, dass diese Brandstiftung stattfinden konnte, weil die Polizei nichts unternommen hat, um eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen, darunter auch Verletzungen der Religionsfreiheit abzustellen, die sich ab 2010 ereignet haben. Dazu z\u00e4hlen gef\u00e4hrliche Drohungen und Angriffe, Vertreibung von Menschen aus ihren Wohnungen, die Einsch\u00fcchterung eines Lehrers bis zu dem Punkt, dass er seine Arbeitsstelle \u201efreiwillig\u201c aufgab, und die Weigerung, Beerdigungen von Nichtmuslimen nach den Riten ihrer jeweiligen Gemeinschaft zuzulassen. In diesem Zusammenhang ist es bereits zu gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffen und sogar zu illegalen Exhumierungen gekommen.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Brandanschlag in Kaji-Sai interessierte sich die Polizei mehr f\u00fcr die Baptistengemeinde als f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung der Straftat und fragte, weshalb Christen, die dem kirgisischen Volk angeh\u00f6ren, nicht in die Moschee gehen. Die Baptisten gehen davon aus, dass die Brandstifter nicht bestraft werden. Sie arbeiten an der Reparatur ihres Gemeindehauses und haben erkl\u00e4rt, dass sie ihre Gottesdienste trotz widriger Umst\u00e4nde fortsetzen werden. Die Baptistengemeinde In Kaji-Sai wurde in den Neunzigerjahren nach dem Zerfall der Sowjetunion gegr\u00fcndet und 1994 staatlich registriert. \u201eWir haben uns immer friedlich verhalten\u201c, erkl\u00e4rte ein Baptist aus dem Ort am 12. Januar gegen\u00fcber Forum 18. \u201eAber ab Ende 2010 erhielten Christen in einigen D\u00f6rfern in der Region (wo es keine staatlich registrierten Kirchen gibt) Drohungen\u201c. Diese Drohungen folgen einem verbreiteten Muster. Ab 2007 befahlen die staatlichen Beh\u00f6rden verschiedenen nicht registrierten protestantischen Gemeinschaften, Ahmadi Muslimen und Hare Krishna Anh\u00e4ngern in verschiedenen Teilen des Landes, sich nicht mehr zu versammeln.&nbsp;<\/p>\n<p>Nach einem fr\u00fcheren Vorfall in der Baptistengemeinde des Dorfes Ak-Terek lud die Polizei die Christen in die Polizeistation von Karakol, der Hauptstadt der Region, vor. Nachdem Polizeibeamte Sympathie f\u00fcr die Angreifer bekundet hatten, lud man Baptisten und Angreifer ein, Erkl\u00e4rungen zu verfassen, dass sie einander vergeben und in Zukunft friedlich zusammenleben wollen. Die Baptisten erlebten die Atmosph\u00e4re bei dem Treffen als sehr einsch\u00fcchternd und f\u00fchlten sich gezwungen. Die Polizisten weigerten sich, die Strafverfolgung der Angreifer in die Wege zu leiten und zwei Polizeibeamte erkl\u00e4rten \u201eW\u00fcrden wir nicht bei der Polizei arbeiten, h\u00e4tten wir euch auch angegriffen, weil wir Muslime sind\u201c. Ein anderer erkl\u00e4rte, dass die Polizei nichts dagegen unternehmen k\u00f6nnte, sollte die Dorfbev\u00f6lkerung beschlie\u00dfen, die Baptisten aus Ak-Terek zu vertreiben.<\/p>\n<p>Der UN-Menschenrechtsausschuss hat Kirgistan bereits 2014 aufgefordert, \u201ealle Restriktionen aufzuheben, die mit Artikel 18 des International Pakts \u00fcber b\u00fcrgerliche und politische Rechte (Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit) unvereinbar sind\u201c und \u201eMa\u00dfnahmen zu setzen, auch durch \u00f6ffentliche Bekanntmachungen und Kampagnen zur Bewusstseinsbildung, um die religi\u00f6se Toleranz zu f\u00f6rdern und jeden Akt der religi\u00f6sen Intoleranz und des Hasses zu verurteilen.\u201c Weiters wurde die Regierung Kirgistans aufgefordert, bei allen religi\u00f6s motivierten Gewalttaten Ermittlungen durchzuf\u00fchren und die Strafverfolgung der T\u00e4ter und Entsch\u00e4digung der Opfer zu gew\u00e4hrleisten. (<span style=\"font-size: 13.008px;\">Quelle: Forum 18)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. Januar 2018 wurde das Geb\u00e4ude der Baptistengemeinde in Kaji-Sai im Nordosten Kirgistans niedergebrannt. Die Baptisten fanden in der N\u00e4he mit Benzin gef\u00fcllte Flaschen. Den Zusicherungen der Polizei, Nachforschungen anzustellen, schenken sie nur wenig Glauben. 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