{"id":1461,"date":"2018-02-01T15:14:36","date_gmt":"2018-02-01T14:14:36","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/ohne-die-kirche-waeren-wir-schon-tot-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:47:27","modified_gmt":"2023-02-23T10:47:27","slug":"ohne-die-kirche-waeren-wir-schon-tot-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/ohne-die-kirche-waeren-wir-schon-tot-html\/","title":{"rendered":"\u201eOhne die Kirche w\u00e4ren wir schon tot\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Erzbisch\u00f6fe aus Syrien und Nigeria \u00fcber die Lage der Christen in ihren Heimatl\u00e4ndern.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Auf die dramatische und aktuelle Situation der Christen in Nigeria und Syrien haben Erzbisch\u00f6fe aus diesen beiden L\u00e4ndern bei einer Pressekonferenz des weltweiten katholischen Hilfswerks \u201eKirche in Not\u201c (ACN) am vergangenen Wochenende in K\u00f6ln hingewiesen. Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso aus dem nordnigerianischen Kaduna und der maronitische Erzbischof von Aleppo\/Syrien, Joseph Tobji, warnten angesichts der anhaltenden Bedrohungen und Gewalt sowie der vielen gefl\u00fcchteten Einwohner sogar vor einer Ausl\u00f6schung des Christentums in ihren Heimatregionen.<\/span><\/p>\n<p><span>Auch wenn der \u201eIslamische Staat\u201c in Syrien beinahe am Ende sei, existierten viele \u00e4hnliche aktive Gruppen, so Erzbischof Tobji. Er betonte zwar, dass in Syrien und Aleppo langsam das Leben erwachen w\u00fcrde und die Menschen wieder lebensmutiger w\u00e4ren, jedoch seien die Folgen des Krieges immer noch zu sp\u00fcren.<\/span><\/p>\n<p><span>\u201eDas ganze syrische Volk hat verloren\u201c, so der Erzbischof. \u201e\u00dcberall herrschen Armut, Arbeitslosigkeit, unvorstellbare Zerst\u00f6rung der H\u00e4user, des gesellschaftlichen und moralischen Zusammenlebens, Mutlosigkeit und Misstrauen gegen\u00fcber der Zukunft.\u201c Hier sei besonders die Unterst\u00fctzung der Kirche wichtig. Besonders dankte er dem Engagement und der Gro\u00dfherzigkeit von \u201eKirche in Not\u201c. \u201eViele Menschen in Syrien geben offen zu: Ohne Kirche w\u00e4ren wir schon tot\u201c, gestand Erzbischof Tobji.<\/span><\/p>\n<p><span>Er kritisierte die Rolle der internationalen Gemeinschaft: \u201eEs ist jedem vollkommen klar, dass die Gr\u00fcnde f\u00fcr ein solches Kriegs-Desaster, das wir jetzt seit sieben Jahren durchmachen, nichts mit der Forderung nach Demokratie oder Freiheit zu tun haben. Es geht vielmehr um ein schmutziges Spielchen der Weltwirtschaft.\u201c Faktoren seien vor allem der Waffenhandel, Ressourcen wie Erd\u00f6l und Gas, die g\u00fcnstige wirtschaftsgeografische Stellung des Landes und Gegens\u00e4tze in der politischen Welt. Syrien sei f\u00fcr die Weltm\u00e4chte wie eine Torte, von der jeder das gr\u00f6\u00dfte St\u00fcck haben m\u00f6chte.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Dramatische Folgen durch Abwanderung<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Vor allem junge und gut ausgebildete Menschen seien wegen des Krieges und der mangelnden Zukunftsperspektiven in Syrien geflohen. Die Folgen der Abwanderung seien dramatisch: Die Zahl der Christen habe sich in Syrien auf ein Drittel reduziert. Binnenfl\u00fcchtlinge kehrten zwar langsam in die Heimat zur\u00fcck, jedoch seien die ins Ausland gezogenen Menschen dortgeblieben.<\/span><\/p>\n<p><span>Auch im Norden Nigerias sind Tausende Menschen vor Krieg, Bedrohung und Unterdr\u00fcckung gefl\u00fcchtet. Die Christen seien dort nicht nur Angriffen durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram ausgesetzt, sondern auch einer systematischen Diskriminierung und Benachteiligung von staatlicher Seite, so Erzbischof Matthew Mano-Oso Ndagoso aus Kaduna.<\/span><\/p>\n<p><span>Nigeria sei das einzige Land der Welt, in dem der Bev\u00f6lkerungsanteil von Christen und Muslimen mehr oder weniger gleich sei, wobei im S\u00fcden mehr Christen lebten und im Norden vor allem Muslime. Vor allem seine Bischofsstadt Kaduna sei ein wichtiges Zentrum des Islam in Nigeria, so der Erzbischof.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Nigeria: Christlicher Religionsunterricht teils verboten<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>In einigen Bundesstaaten im Norden Nigerias sei auch die islamische Gesetzgebung der Scharia eingef\u00fchrt worden. Ebenfalls sei der christliche Religionsunterricht in einigen nordnigerianischen Provinzen nicht erlaubt; islamischer Religionsunterricht dagegen schon. Muslimische Religionslehrer seien beim Staat angestellt und w\u00fcrden aus \u00f6ffentlichen Mitteln bezahlt. Auch Moscheen w\u00fcrden mit \u00f6ffentlichen Geldern gebaut, w\u00e4hrend man den Christen Grundst\u00fccke verweigere, auf denen sie Kirchen bauen k\u00f6nnten.<\/span><\/p>\n<p><span>Daher forderte Ndagoso insbesondere f\u00fcr die christliche Minderheit im Norden \u201eeine gerechte Behandlung, basierend auf Gerechtigkeit und ehrlichem Umgang miteinander, unabh\u00e4ngig von religi\u00f6sem Bekenntnis, Stammeszugeh\u00f6rigkeit, politischer Zugeh\u00f6rigkeit und sozialem Status. Die Christen Nigerias wollen, dass ihre grundlegenden Menschenrechte und ihre Freiheit \u00fcberall im Land gewahrt und respektiert werden.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span>Ausdr\u00fccklich lobte der Erzbischof die Unterst\u00fctzung und Solidarit\u00e4t durch das weltweite katholische Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c, \u201edas in Zeiten der Not immer f\u00fcr unser Volk da gewesen ist.\u201c Selbst einige Bisch\u00f6fe h\u00e4tten sich aufgrund der unsicheren Lage nicht in den Norden Nigerias getraut. \u201eKirche in Not\u201c sei ein \u201eSprachrohr\u201c, das die Bef\u00fcrchtungen, \u00c4ngste, Sorgen und N\u00f6te der verfolgten christlichen Minderheit international lautstark an die \u00d6ffentlichkeit bringe.<\/span><\/p>\n<p><span>Es sei deshalb dringend notwendig, sich mit den verfolgten Christen weltweit zu solidarisieren, bekr\u00e4ftigte auch der Menschenrechtsexperte des Hilfswerks \u201eKirche in Not\u201c, Berthold Pelster, in seinen Ausf\u00fchrungen auf der Veranstaltung von \u201eKirche in Not\u201c Deutschland. \u201eEinen Vormarsch intoleranter religi\u00f6ser Ideologien beobachten wir seit etwa drei\u00dfig, vierzig Jahren vor allem in Teilen der islamischen Welt. Durch die Umbr\u00fcche im arabischen Raum seit 2011 kam es zu extremen Ausw\u00fcchsen. Radikal-islamisches Gedankengut breitet sich inzwischen verst\u00e4rkt auch auf dem afrikanischen Kontinent aus.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span>Daher sei es entscheidend, dass in der Welt\u00f6ffentlichkeit immer wieder auf die Verletzungen des Grundrechts auf Religionsfreiheit hingewiesen werde. Die verfolgten und bedr\u00e4ngten Christen sch\u00f6pften besonders Kraft in ihrem Glauben durch das Wissen, in ihrer Not von der Weltkirche nicht alleingelassen zu werden.<\/span><\/p>\n<p><span>KIRCHE IN NOT dokumentiert die Verfolgung der Christen weltweit und beobachtet die Entwicklung der Religionsfreiheit 196 L\u00e4ndern. Die Ergebnisse ver\u00f6ffentlicht das P\u00e4pstliche Hilfswerk als einzige Nichtregierungsorganisation regelm\u00e4\u00dfig im Zweijahresrhythmus <a href=\"http:\/\/www.religionsfreiheit-weltweit.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.religionsfreiheit-weltweit.at<\/a>) Der n\u00e4chste globale Bericht \u00fcber die Religionsfreiheit wird im Herbst diesen Jahres vorgestellt.&nbsp;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erzbisch\u00f6fe aus Syrien und Nigeria \u00fcber die Lage der Christen in ihren Heimatl\u00e4ndern.&nbsp;Auf die dramatische und aktuelle Situation der Christen in Nigeria und Syrien haben Erzbisch\u00f6fe aus diesen beiden L\u00e4ndern bei einer Pressekonferenz des weltweiten katholischen Hilfswerks \u201eKirche in Not\u201c (ACN) am vergangenen Wochenende in K\u00f6ln hingewiesen. 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