{"id":1521,"date":"2018-04-11T12:32:53","date_gmt":"2018-04-11T10:32:53","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/die-300-christen-aus-qalat-al-husn-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:37:50","modified_gmt":"2023-02-23T10:37:50","slug":"die-300-christen-aus-qalat-al-husn-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/die-300-christen-aus-qalat-al-husn-html\/","title":{"rendered":"Die 300 Christen aus Qal\u02bfat al-Husn"},"content":{"rendered":"<p>Die 300 Christen aus dem zerst\u00f6rten Weltkulturerbe Krak des Chevaliers.&nbsp;Der Pfarrer der neben der Burg stehenden Mari\u00e4-Himmelfahrts-Kirche, P. George Maamary, m\u00f6chte die Kirche wiederaufbauen, damit die Familien bald zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Qal\u02bfat al-Husn ist eine Stadt im syrischen Wadi al-Nasara oder \u201eTal der Christen\u201c. Bekannt wurde sie wegen der beeindruckenden, sie besch\u00fctzenden Burg Krak des Chevaliers. Der Ort ist Weltkulturerbe, ein historisches Juwel Syriens, das vor dem Krieg Menschen aus aller Welt anzog.<\/span><\/p>\n<p><span>\u201eEine gr\u00f6\u00dftenteils aus dem Libanon stammende Gruppe Salafisten und muslimischer Extremisten kam nach Syrien die Grenze befindet sich kaum 30 Kilometer davon entfernt. Sie haben die Kontrolle \u00fcber die Burg und die Stadt erlangt\u201c, erz\u00e4hlt der \u00f6rtliche Pfarrer George Maamary. \u201eUnmittelbar nach ihrer Ankunft kamen sie zur Kirche, wo ich wohnte. Sie brachen ein und entf\u00fchrten mich. Sie verpr\u00fcgelten mich \u2013 danach musste ich am R\u00fccken operiert werden. Gott sei Dank war die Entf\u00fchrung von kurzer Dauer, denn sie tauschten mich gegen einen Dschihadisten aus, den die Regierung festgenommen hatte.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span>Die Stadt hatte 25 000 Einwohner verschiedener Religionen, die meisten von ihnen sunnitische und schiitische Muslime. Dort lebten auch 300 Christen, die in der N\u00e4he der griechisch-katholischen Mari\u00e4-Himmelfahrts-Kirche, des einzigen christlichen Gotteshauses, wohnten.<\/span><\/p>\n<p><span>Sobald die christlichen Nachbarn von der Entf\u00fchrung Pater Maamarys erfuhren, verlie\u00dfen sie ihre H\u00e4user. Sie hatten Angst, dass auch ihnen das gleiche widerfahren konnte. \u201eEs war eine Warnung. Seitdem ist keine einzige christliche Familie zur\u00fcckgekehrt\u201c. Dies geschah vor mehr als sechs Jahren.<\/span><\/p>\n<p><span>Es handelt sich um einen weltweit bekannten, historisch bedeutsamen Ort, der zudem f\u00fcr Syrer strategisch und emotional von gro\u00dfer Bedeutung ist. Die Burg sowie gro\u00dfe Teile der Stadt wurden von den Rebellen und von den K\u00e4mpfen besch\u00e4digt. 2014 wurde Krak des Chevaliers von der syrischen Armee zur\u00fcckerobert. Die Rebellen wollten aus der Burg ein zweites Palmyra machen. Es ist der einzige Ort im Tal der Christen, wo K\u00e4mpfe stattgefunden haben. In der Region leben sonst viele Fl\u00fcchtlinge, denn sie ist eine ruhige Gegend im Land.<\/span><\/p>\n<p><span>Vorher gab es Pl\u00fcnderungen. Gepl\u00fcndert wurden auch die Kirche und die H\u00e4user der Christen. \u201eDas Leben der Gemeinschaft spielte sich ringsum die Kirche ab. Wir hatten ein Basketball-Feld sowie Katechese- und andere Versammlungsr\u00e4ume. Ihr k\u00f6nnt sehen, wie jetzt alles aussieht\u201c, sagte Pater Maamary zu der Delegation des P\u00e4pstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT. Die Kirche ist an ein Haus angeschlossen, in dem sich das G\u00e4stehaus \u201eJohannes Paul II.\u201c befand. Dort wurden Touristen untergebracht, die die Burg besuchten. In weiteren 17 R\u00e4umen befanden sich ein Restaurant, ein Caf\u00e9 sowie mehrere Geschenk- und Souvenirl\u00e4den.<\/span><\/p>\n<p><span>Nach den K\u00e4mpfen setzte sich der Konflikt fort. Die dem Pr\u00e4sidenten Al Assad, treuen pro-schiitischen Regierungstruppen \u00fcbten furchtbare Rache an Sunniten. Der Priester beeilte sich zur\u00fcckzukehren. Er kennzeichnete die H\u00e4user der Christen mit einem schwarzen Kreuz, damit die Armee sie nicht in Brand setzte.<\/span><\/p>\n<p><span>Vor den bewaffneten Auseinandersetzungen seien Christen und Muslime gut miteinander ausgekommen, erz\u00e4hlt Pater George. Der Krieg habe aber eine gro\u00dfe Wunde hinterlassen. Es w\u00fcrden Jahre vergehen m\u00fcssen, ehe sie vernarbe. \u201eJetzt ist die Lage sicher, aber wir haben weder Strom noch Wasser\u201c. Deshalb h\u00e4tten die Christen noch nicht zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen, obwohl die Stadt bereits vor vier Jahren befreit worden sei. \u201eDie Familien erleben eine gro\u00dfe Ohnmacht. Sie sind in die D\u00f6rfer im Tal der Christen vertrieben worden, etwa Marmarita und Kafra, die von hier lediglich zehn Kilometer entfernt liegen. Und dennoch k\u00f6nnen sie noch nicht zur\u00fcckkehren.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span>In der N\u00e4he der Himmelsfahrtkirche hat der Wiederaufbau mehrerer H\u00e4user begonnen. Eines dieser H\u00e4user geh\u00f6rt der Familie von Bassam Maamary, einem Vetter von Pater George, der ebenfalls Priester ist: \u201eIch habe begonnen, mit meinem Geld das Haus wiederaufzubauen. Denn die Nachbarn sollen sehen, dass es m\u00f6glich ist zur\u00fcckzukehren, dass es Hoffnung gibt.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span>Beim Kabellegen hilft ihm ein junger Mann namens Wagdi Yazzi, der ebenfalls aus Al Husn stammt. \u201eBald k\u00f6nnen wir zur\u00fcckkehren. Vorher muss aber die Regierung Wasser und Strom bereitstellen.\u201c Hier war das Leben sch\u00f6n und ruhig. Wir hatten Kontakte zu Menschen aus vielen Teilen der Welt. Wir waren sehr offen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span>In einer Gasse taucht ein weiterer Nachbar auf: Samir Bashur. Auch er arbeitet an seinem Haus. Er kommt hin und wieder vorbei, um nach und nach die Besch\u00e4digungen zu beseitigen. Damit die Menschen endg\u00fcltig zur\u00fcckkehren, m\u00fcsste die Kirche wiederaufgebaut werden, meint er. \u201eF\u00fcr uns ist sie ein sehr wichtiger Ort. Dort feierten wir gemeinsam die wichtigsten Feste. Dort trafen wir uns und beteten zusammen mit unserem Pfarrer.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span>Pater George beteuert, dass er den Kontakt zu den Familien nicht verloren habe, \u201eWir machen das Menschenunm\u00f6gliche, um ihnen im Alltag zu helfen, damit sie in ihre H\u00e4user zur\u00fcckkehren.\u201c Er dankt f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von KIRCHE IN NOT, die es erm\u00f6glicht hat, dass w\u00e4hrend dieser Jahre die Fl\u00fcchtlinge betreut werden konnten. Er hofft, bald mit dem Wiederaufbau der Kirche zu beginnen.<\/span><\/p>\n<p><span>\u201eWir beten f\u00fcr den Frieden in unserem Land, und ebenso f\u00fcr alle Menschen aus anderen L\u00e4ndern, die uns helfen. Ihr alle seid hier willkommen. Wir sind darauf angewiesen, dass die Menschen und die Touristen wiederkommen.\u201c Schlie\u00dflich bedankt sich Pater Maamary bei Papst Franziskus f\u00fcr seine Unterst\u00fctzung. Der Papst hat jedes Jahr Hilfen f\u00fcr die Familien und f\u00fcr die Priester geschickt. \u201eEr ist ein dem\u00fctiger Mann, der auch mit seinem Gebet und mit seinen Friedensbotschaften sehr viel f\u00fcr Syrien tut.\u201c<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 300 Christen aus dem zerst\u00f6rten Weltkulturerbe Krak des Chevaliers.&nbsp;Der Pfarrer der neben der Burg stehenden Mari\u00e4-Himmelfahrts-Kirche, P. George Maamary, m\u00f6chte die Kirche wiederaufbauen, damit die Familien bald zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen.&nbsp;Qal\u02bfat al-Husn ist eine Stadt im syrischen Wadi al-Nasara oder \u201eTal der Christen\u201c. Bekannt wurde sie wegen der beeindruckenden, sie besch\u00fctzenden Burg Krak des Chevaliers. 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