{"id":1535,"date":"2018-04-26T11:52:27","date_gmt":"2018-04-26T09:52:27","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/tochter-eines-opfers-gibt-zeugnis-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:53:06","modified_gmt":"2023-02-23T10:53:06","slug":"tochter-eines-opfers-gibt-zeugnis-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/tochter-eines-opfers-gibt-zeugnis-html\/","title":{"rendered":"Tochter eines Opfers gibt Zeugnis"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMeine Mutter wurde von einem Terroristen get\u00f6tet, als sie ihm half\u201c.&nbsp;Die Tochter eines der Opfer des im Dezember in Kairo ver\u00fcbten Attentats legt Zeugnis ab.&nbsp;Am 29. Dezember 2017 schossen bewaffnete M\u00e4nner auf Gl\u00e4ubige, als diese einen Gottesdienst in einer koptisch-orthodoxen Kirche am s\u00fcdlichen Rand von Kairo verlie\u00dfen. Das Attentat, zu dem sich der Islamische Staat bekannte, erfolgte etwa zehn Minuten nach dem Schluss des Gottesdienstes in der Sankt Menas-Kirche. Ihm fielen neun Menschen zum Opfer. Eines davon war die junge Mutter Nermeen Sadiq. Ihre 13-j\u00e4hrige Tochter Nesma Wael stand neben ihr, als sie zum ersten Mal getroffen wurde. Nesma erz\u00e4hlt die tragischen Ereignisse im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT:<\/p>\n<p>\u201eAls die Messe zu Ende war, verlie\u00dfen meine Cousine, meine Mutter und ich die Kirche. Meine Mutter trug ein Kruzifix am Hals. Keine von uns war verschleiert. In den Armenvierteln tragen die muslimischen Frauen oft einen Schleier, um sich von den christlichen Frauen zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Wir sind in eine Querstra\u00dfe abgebogen. Dort sahen wir einen Mann, der sich der Kirche auf einem Motorrad n\u00e4herte. Als er \u00fcber ein Schlagloch fuhr, fiel er hin. Meine Mutter ging schnell hin, um ihm zu helfen. Sie fragte ihn: \u201eIm Namen Jesu Christi, geht es Ihnen gut?\u201c Der Mann stand schnell auf, und er\u00f6ffnete im Handumdrehen mit einer automatischen Waffe, die er unter der Weste trug und nun herausholte, das Feuer gegen uns.<\/p>\n<p>Als meine Cousine und ich die Waffe sahen, versteckten wir uns hinter meiner Mutter. Sie rief, wir sollten losrennen. Als sie uns noch zu besch\u00fctzen versuchte, schoss ihr der Terrorist in den Arm. Wir liefen los, aber meine Mutter stolperte, und konnte nicht laufen. Als der Terrorist die Maschinenpistole herausholte, standen wir lediglich gut einen Meter von ihm entfernt. Meine Cousine und ich liefen zu einem Supermarkt. Dort versteckte uns die Verk\u00e4uferin hinter einem K\u00fchlschrank. Von dort aus konnten wir sehen, wie der Terrorist uns mit seinem Blick suchte. Da er uns aber nicht sehen konnte, drehte er sich in Richtung meiner Mutter um, und er schloss mehrfach.<\/p>\n<p>Dies geschah innerhalb weniger Minuten. Der Terrorist ging weg, und wir liefen zu meiner Mutter. Es kamen auch viele Leute, aber keiner half ihr, obwohl sie noch am Leben war. Ich versuchte, meinen Vater anzurufen, aber vergebens. Ich konnte meinen Onkel erreichen, der sofort kam. Dann kam auch ein Krankenwagen. Die Rettungssanit\u00e4ter weigerten sich jedoch, meine Mutter im Krankenwagen mitzunehmen, ehe die Sicherheitskr\u00e4fte ihre Erlaubnis erteilten. Diese aber suchten die Stra\u00dfen nach dem Terroristen und nach dem anderen Sch\u00fctzen ab, der auf die Menschen gegen\u00fcber der Kirche geschossen hatte.<\/p>\n<p>Es begann dann ein Schusswechsel, und die Menschen liefen davon. Meine Cousine, mein Onkel und ich blieben bei meiner Mutter. Sie schaute mich an, und sagte: \u201aHab\u2019 keine Angst. Ich bin bei dir. Gehorche deinem Vater und hilf deiner Schwester\u2019. Als der Schusswechsel vorbei war, ging ich wieder in die Kirche, um meine j\u00fcngere Schwester Karen zu suchen. Sie ist acht Jahre alt und war noch da, weil der Kindergottesdienst noch nicht zu Ende war. Ich sah drei Bekannte, die in einer Blutlache lagen \u2013 sie waren gegen\u00fcber der Kirche get\u00f6tet worden.<\/p>\n<p>Als meine Mutter endlich in den Krankenwagen gebracht wurde, war sie schon tot.<\/p>\n<p>Heute gehe ich nicht mehr allein auf die Stra\u00dfe. Mein Vater begleitet mich immer. Trotz des Schmerzes, den ich in meinem Herzen sp\u00fcre, weil ich meine Mutter sehr vermisse, bin ich gl\u00fccklich, dass ich beim Angriff bei ihr war, und weil ich nicht einmal verletzt wurde. Gott w\u00e4hlte sie aus, damit sie in den Himmel kommt.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mein Land nicht verlassen, aber ich m\u00f6chte einen Weg finden, um zu studieren und ausk\u00f6mmlicher zu leben, denn unsere finanzielle Lage ist nicht gerade gut. Mein 35-j\u00e4hriger Vater ist Fahrer, hat aber keine feste Stelle. Meine Mutter verdiente das meiste Geld bei uns \u2013 sie war Krankenschwester in der Klinik f\u00fcr Nierenheilkunde in Kairo. Ich m\u00f6chte Fach\u00e4rztin f\u00fcr Nephrologie werden, denn dies war der Traum meiner Mutter f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Meine Botschaft an alle Menschen, die \u00fcberall auf der Welt verfolgt werden: Habt keine Angst! Unser Leben liegt in Gottes Hand. Wir sollen unserem Glauben treu bleiben!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMeine Mutter wurde von einem Terroristen get\u00f6tet, als sie ihm half\u201c.&nbsp;Die Tochter eines der Opfer des im Dezember in Kairo ver\u00fcbten Attentats legt Zeugnis ab.&nbsp;Am 29. Dezember 2017 schossen bewaffnete M\u00e4nner auf Gl\u00e4ubige, als diese einen Gottesdienst in einer koptisch-orthodoxen Kirche am s\u00fcdlichen Rand von Kairo verlie\u00dfen. 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