{"id":1589,"date":"2018-07-13T07:54:24","date_gmt":"2018-07-13T05:54:24","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/angriffe-auf-historisch-hohen-niveau-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:22:53","modified_gmt":"2023-02-23T10:22:53","slug":"angriffe-auf-historisch-hohen-niveau-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/angriffe-auf-historisch-hohen-niveau-html\/","title":{"rendered":"Angriffe auf historisch hohen Niveau"},"content":{"rendered":"<p>INDIEN: Angriffe und Bedrohungen gegen Christen auf einem historisch hohen Niveau.&nbsp;Christen und religi\u00f6se Minderheiten 10 Jahre nach den Ausschreitungen von Khandamal.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">2008 war ein Jahr, in dem Katholiken im Indischen Bundesstaat Odisha unter furchtbarer Unterdr\u00fcckung durch Hindu-Fundamentalisten litten, die darauf bedacht waren, das Christentum in dieser Region auszul\u00f6schen. Morde, das Niederbrennen von Geb\u00e4uden und H\u00e4usern, die \u00f6ffentliche Vergewaltigung christlicher Frauen; diese Gr\u00e4ueltaten wurden im Bundesstaatsbezirk Khandamal ver\u00fcbt, um die Gl\u00e4ubigen der Ortskirche zu zwingen, zum Hinduismus zu konvertieren oder zu verschwinden.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>W\u00e4hrend eines Besuches in der Zentrale von KIRCHE IN NOT (ACN), setzte sich Pater Ajay Kumar Singh vom \u00abOdisha Forum f\u00fcr Soziales Handeln\u00bb k\u00fcrzlich f\u00fcr die unterdr\u00fcckten Christen dieses Bundesstaates ein: \u201c10 Jahre danach\u201c gebe es \u201ef\u00fcr diese &nbsp;Gemeinden kaum Gerechtigkeit,\u201d kommentierte&nbsp;Pater Singh.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Der katholische Priester erkl\u00e4rte, die Angriffe von 2008 seien die schlimmsten gewesen, die das Land in 300 Jahren erlebt habe. Die Gewalt habe \u201c101 Menschenleben gefordert, mehr als 350 Kirchen zerst\u00f6rt, 7500 H\u00e4user in Schutt und Asche gelegt\u201c. \u00dcberdies sei eine gro\u00dfe Anzahl von Kl\u00f6stern, Pfarrh\u00e4usern, Krankenhausapotheken und 13 humanit\u00e4re Organisationen attackiert und verw\u00fcstet worden. Die Ausschreitungen h\u00e4tten sich allein im Bezirk Khandamal auf 450 D\u00f6rfer ausgeweitet.<\/span><\/p>\n<p><span>Mit der Zeit werden die Geb\u00e4ude wieder aufgebaut; die Schlagzeilen \u00e4ndern sich, die Erinnerung verblasst. Wie aber geht es den Christen in Odisha und quer durch Indien 10 Jahre danach?<\/span><\/p>\n<p><strong>Regierungswechsel, Zunahme an Hass.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><span>2014, sechs Jahre nach den Angriffen von Khandamal, erlitt die \u201cs\u00e4kularistische\u201d Partei Indischer Nationalkongress zugunsten der nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) eine Wahlniederlage. Seit es 2002 im Bundesstaat Gujarat zu Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen Hindus und Muslime gekommen ist, wird gegen sie die Anschuldigung erhoben , Gewalt zwischen den Religionsgemeinschaften zu sch\u00fcren. Unter der Regierung der BJP kam es in den drei Jahren bis 2017 zu mehr als einer Verdoppelung der angezeigten Angriffe gegen Christen: Von 147, die 2013 registriert wurden \u2212 dem Jahr vor dem Regierungswechsel \u2212, bis zu 351 im letzten Jahr. Gem\u00e4\u00df der Recherche von Pater Singh, seien physische Angriffe und Drohungen gegen Christen und sonstige Minderheiten innerhalb des Landes auf historisch hohem Niveau, wobei es keine Dokumentation \u00fcber die Anzahl nicht gemeldeter F\u00e4lle gebe.<\/span><\/p>\n<p><span>Pater Singh weist auf ein zunehmendes Ph\u00e4nomen in Indien hin: Jahrzehntealte Gesetze, die die Schlachtung von K\u00fchen verbieten (Tiere, die im Hinduismus als heilig gelten) und die Beschaffung oder Lagerung von Rindfleisch, selbst innerhalb der Grenzen von Privath\u00e4usern von nicht-Hindus, seien k\u00fcrzlich von B\u00fcrgerwehren \u201c\u00fcberwacht\u201d worden, dazu gef\u00fchrt habe, dass diejenigen, die&nbsp;&nbsp; diesen Anordnungen zuwidegehandelt haben, verpr\u00fcgelt oder sogar Opfer von Lynchmorden geworden seien. . Die sogenannten \u201cRindfleisch-Lynchmorde\u201d wurden nicht nur in Odisha gemeldet, sondern auch in verschiedenen Bundesstaaten in ganz Indien. Nach den vom Menschenrechtsverteidiger ermittelten Zahlen, seien 86% der Opfer von Lynchmorden f\u00fcr Transport oder Verzehr von Rindfleisch Muslime. 97% aller Vorf\u00e4lle seien innerhalb der letzten drei Jahre geschehen, also seit die BJP in 2014 an die Macht kam.<\/span><\/p>\n<p><strong>Religi\u00f6se Konflikte ein offenes Geheimnis.<\/strong><\/p>\n<p><span>Obgleich die Justiz in Indien auf einer Verfassung gr\u00fcndet, die Religionsfreiheit und die W\u00fcrde aller ihrer B\u00fcrger anerkennt, scheint sie sich immer noch nach einem abgestuften Klassensystem zu richten und Christen sowie Angeh\u00f6rige niedriger Kasten zu diskriminieren. Der Gro\u00dfteil der christlichen Bev\u00f6lkerung Indiens entstammt den sogenannten niederen Kasten, was ihre Benachteiligung noch verst\u00e4rkt, wenn sie in eine Rechtssache verwickelt sind, ob nun als Kl\u00e4ger oder Angeklagter.<\/span><\/p>\n<p><span>Bei seinem Gespr\u00e4ch mit der p\u00e4pstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT legte Pater Singh dar, dass es \u2013 abgesehen vom Gerichtsurteil zugunsten der Seite mit &nbsp;einer Religion \u201cIndischen Ursprungs\u201d \u2212, auch weniger wahrscheinlich sei, dass die Polizei im Fall von gegen\u00fcber Christen ver\u00fcbter Gewalt t\u00e4tig werde. Die au\u00dfergerichtliche Natur von Beschwerden gegen\u00fcber Christen (L\u00fcgengeschichten sind h\u00e4ufig), und die Sitte von Untersuchungen aus dem Stegreif lie\u00dfen Mitglieder religi\u00f6ser Minderheiten ohne einen konkreten Zugangsweg zur Gerechtigkeit. Da Analphabetismus unter den Armen weit verbreitet sei, bestehe f\u00fcr sie auch kaum die Aussicht, dass F\u00e4lle von Ungerechtigkeit festgehalten werden. F\u00fcr die Beh\u00f6rden sei es einfach, \u201cBeschwerden \u00fcber systematische Ungerechtigkeit als erfunden oder \u00fcbertrieben abzutun\u201c.<\/span><\/p>\n<p><strong>Indien, ein Wegbereiter religi\u00f6ser Diskriminierung.<\/strong><\/p>\n<p><span>Daten, die im Bericht \u00fcber Religionsfreiheit von 2016 gesammelt und von KIRCHE IN NOT ver\u00f6ffentlicht wurden, haben angezeigt, dass von den 22 L\u00e4ndern, die in der Kategorie \u2018Verfolgung\u2018 aufgef\u00fchrt werden, Indien eines von sechs ist, das Anzeichen weitverbreiteter und ernsthafter Probleme aufweist, wie sie von autorit\u00e4ren Staaten verursacht werden.&nbsp;F\u00fcr Christen in Indien ist dies nichts Neues. Wenn jemand Christ wird, kann einer Ehefrau ein Scheidungsverfahren und der Verlust von Elternrechten drohen und dies nur aufgrund der Konversion. Katholiken, die eine Wohnung&nbsp; suchen, sind als Mieter nicht wirklich gern gesehen. Die Liste der Diskriminierungen ist lang.<\/span><\/p>\n<p><span>Um Religionsfreiheit\u201c m\u00fcsse man \u201csich k\u00fcmmern\u201d, sagte Pater Singh. \u201cDiese Anti-Konversions-Gesetze\u201d versto\u00dfen gegen \u201cMenschenrechte und die Menschenw\u00fcrde.\u201c Indien sei einer der Unterzeichner der UN-Menschenrechtscharta gewesen. Auch habe es dem Internationalen Abkommen \u00fcber Zivile und Politische Rechte zugestimmt und hiermit die Menschenrechte akzeptiert. Diese k\u00f6nne man \u201cnicht einfach so ausrangieren.\u201d<\/span><\/p>\n<p><strong>Die Aufgabe der Kirche f\u00fcr die verfolgten Br\u00fcder und Schwestern in Indien.<\/strong><\/p>\n<p><span>\u201cIch erkenne an, dass KIRCHE IN NOT nach dem Ausbruch der Gewalt eine sehr wichtige Rolle gespielt hat. Wir sind dankbar, dass ihr Eure Unterst\u00fctzung und Solidarit\u00e4t erweitert habt, um den Opfern dabei zu helfen, dass sie \u00fcberleben.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span>\u201cWir w\u00fcnschen uns, dass f\u00fcr diejenigen, die zu M\u00e4rtyrern geworden sind, die von diesen Problemen betroffen sind und angegriffen wurden, eine internationale \u00f6ffentliche Anh\u00f6rung stattfindet, so dass dieses Thema herausgestellt und eine Lektion daraus&nbsp; gelernt wird.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span>\u201cIch f\u00fcrchte mich vor der n\u00e4chsten Gewalt: es k\u00f6nnte furchtbar werden. Es sollte in Indien kein zweites Khandamal geben\u201d, sagt Pater Singh zum Abschluss.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INDIEN: Angriffe und Bedrohungen gegen Christen auf einem historisch hohen Niveau.&nbsp;Christen und religi\u00f6se Minderheiten 10 Jahre nach den Ausschreitungen von Khandamal.&nbsp;2008 war ein Jahr, in dem Katholiken im Indischen Bundesstaat Odisha unter furchtbarer Unterdr\u00fcckung durch Hindu-Fundamentalisten litten, die darauf bedacht waren, das Christentum in dieser Region auszul\u00f6schen. 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