{"id":1659,"date":"2018-11-05T11:51:17","date_gmt":"2018-11-05T10:51:17","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/attentat-auf-koptische-pilger-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:52:44","modified_gmt":"2023-02-23T10:52:44","slug":"attentat-auf-koptische-pilger-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/attentat-auf-koptische-pilger-html\/","title":{"rendered":"IS-Attentat auf koptische Pilger"},"content":{"rendered":"<p>Am 2. November sind mindestens sieben Todesopfer und 19 zum Teil schwer Verletzte betroffen, berichtet CBS KULTUR INFO. Das Attentat auf die drei Busse mit Pilgern ereignete sich unweit der Stelle, wo im Mai 2017 an die 30 koptische Pilger \u2013 darunter viele Kinder und Jugendliche \u2013 bei einem \u00e4hnlichen \u00dcberfall von islamistischen Terroristen ermordet worden waren.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Die Beerdigung der Toten in der ober\u00e4gyptischen Stadt Al-Minya am 3. November sei in einen Protest der versammelten Menschenmenge umgeschlagen, berichtete die Zeitung &#8222;Al-Ahram&#8220;. Die Trauernden trugen laut Bericht ein grosses Holzkreuz. In Sprechch\u00f6ren riefen sie unter anderem &#8222;Wir werden sie r\u00e4chen oder sterben wie sie&#8220;. Ferner riefen sie die \u00e4gyptische Regierung zum Handeln auf.<\/span><\/p>\n<p><strong>Koptisch-orthodoxer Papst-Patriarch Tawadros II: &#8222;Wir beten auch f\u00fcr die M\u00f6rder.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. betonte in einer Videobotschaft, das j\u00fcngste Attentat werde die koptischen Christen nur st\u00e4rker machen. W\u00f6rtlich stellte der Patriarch fest: &#8222;Wir beten auch f\u00fcr die M\u00f6rder. Sie sollen sich keine Illusionen machen: All der Schmerz, den sie verursachen, wird absolut nichts bewirken&#8220;. In einem verwirrten Statement der IS-Terroristen hiess es, das Attentat auf die Pilger in der Provinz Minya sei die Rache f\u00fcr die &#8222;Einkerkerung unserer keuschen Schwestern durch die \u00e4gyptischen Beh\u00f6rden&#8220;. Der \u00e4gyptische Staatspr\u00e4sident Abd-el-Fattah al-Sisi kondolierte dem koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen telefonisch und sagte, er sei &#8222;zutiefst betr\u00fcbt&#8220;. Auf Twitter stellte al-Sisi fest, das Ziel der Terroristen sei es, die &#8222;solide Einheit der \u00e4gyptischen Nation&#8220; zu ersch\u00fcttern. Nach Ansicht von politischen Beobachtern ging es den islamistischen Terroristen vor allem darum, im Hinblick auf das am 3. November in Sharm-el-Scheich er\u00f6ffnete &#8222;Weltjugendforum&#8220; das Image des \u00e4gyptischen Staatschefs als &#8222;Sch\u00fctzer der Christen&#8220; zu verdunkeln.<\/p>\n<p><strong>Zweites islamistisches Attentat beim einsamen W\u00fcstenkloster<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist das Attentat Abend des 2. November bereits der zweite islamistische Anschlag auf Pilger, die zum einsamen W\u00fcstenkloster des Heiligen Samuel des Bekenners unterwegs waren oder es verlassen wollten. Vor dem ersten Anschlag in der Provinz Minya hatten sich die blutigen Attentate auf koptische Kirchen in Kairo, Alexandrien und Tanta ereignet, die insgesamt mehr als 100 Todesopfer forderten. Nach den Anschl\u00e4gen wurden die Sicherheitsmassnahmen f\u00fcr christliche Kirchen und sonstige Einrichtungen verst\u00e4rkt. Trotzdem gelang es den Islamisten am Freitagabend wieder, drei koptische Pilgerbusse zu \u00fcberfallen. Die Hauptstrasse zum St. Samuel-Kloster war nur f\u00fcr Pilger offen, die Terroristen ben\u00fctzten unbefestigte Wege, um in die N\u00e4he des Klosters zu gelangen.<\/p>\n<p><strong>Provinz Minya, am meisten vom islamistischen Terror bedrohte Provinz \u00c4gyptens<\/strong><\/p>\n<p>Minya ist eine der am meisten vom islamistischen Terror bedrohten Provinzen \u00c4gyptens. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass mindestens 40 Prozent der Bewohner der Provinz Christen sind, sowohl Orthodoxe als auch eine r\u00f6misch-katholische und eine evangelische Minderheit. Es kommen immer wieder islamistische Attacken auf Kirchen und auf Wohnh\u00e4user und Gesch\u00e4fte von Christen vor. Den Sicherheits- und Justizbeh\u00f6rden in der Provinz Minya wird vorgeworfen, dass sie noch immer auf die seit den 1960er-Jahren \u00fcblichen &#8222;Vers\u00f6hnungstreffen&#8220; zwischen Christen und Muslimen setzen, wenn es zu Gewalttaten kommt, statt die Schuldigen auszuforschen und zu bestrafen.<\/p>\n<p>Die am 2. November get\u00f6teten Pilger hatten sich auf der R\u00fcckfahrt in ihre Heimatprovinz Sohag befunden, wie Auxiliarbischof Makarios von Minya mitteilte. Die Fahrzeuge fuhren im Konvoi, als es zu dem \u00dcberfall durch die Islamisten kam. Bei der Beisetzung der Opfer \u2013 die nach orientalischem Brauch bereits am Samstag erfolgte \u2013 kam es zu Protesten gegen die mangelnde Effizienz der \u00e4gyptischen Sicherheitsbeh\u00f6rden, die &#8222;zu den am besten ausger\u00fcsteten der Welt&#8220; geh\u00f6ren. Bischof Makarios versuchte, die Menge zu beruhigen; niemand werde die Einsch\u00fcchterung der Christen und das Blutvergiessen hinnehmen, betonte er.<\/p>\n<p><strong>Al-Azhar-Universit\u00e4t: T\u00e4ter bar &#8222;grundlegender menschlicher und religi\u00f6ser Werte\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>Die sunnitische Al-Azhar-Universit\u00e4t verurteilte den j\u00fcngsten Anschlag in der Provinz Minya als &#8222;feige&#8220;. Die T\u00e4ter seien bar der &#8222;grundlegenden menschlichen und religi\u00f6sen Werte\u201c. Denn diese Werte w\u00fcrden es erfordern, den Frieden zu f\u00f6rdern, Hass und Gewalt jedoch zu verurteilen. (Quelle:&nbsp;<span>CBS KULTUR INFO und APD)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. November sind mindestens sieben Todesopfer und 19 zum Teil schwer Verletzte betroffen, berichtet CBS KULTUR INFO. 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