{"id":1661,"date":"2018-11-05T11:58:48","date_gmt":"2018-11-05T10:58:48","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/asia-bibi-darf-land-nicht-verlassen-html\/"},"modified":"2023-02-23T10:32:22","modified_gmt":"2023-02-23T09:32:22","slug":"asia-bibi-darf-land-nicht-verlassen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/asia-bibi-darf-land-nicht-verlassen-html\/","title":{"rendered":"Asia Bibi darf Land nicht verlassen"},"content":{"rendered":"<p>Die freigesprochene Christin Asia Bibi darf Pakistan nicht verlassen. Das best\u00e4tigte die in dem Land t\u00e4tige Menschenrechtsanw\u00e4ltin, Aneeqa Anthony (Lahore), gegen\u00fcber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Der Oberste Gerichtshof in Islamabad hatte das Todesurteil gegen die Katholikin am 31. Oktober mit der Begr\u00fcndung aufgehoben, die Vorw\u00fcrfe seien juristisch schwach. Die Mutter von f\u00fcnf Kindern soll als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c durch Ber\u00fchrung eines Gef\u00e4\u00dfes das Wasser f\u00fcr muslimische Feldarbeiterinnen verunreinigt und sich im Streit beleidigend \u00fcber den Propheten Mohammed ge\u00e4u\u00dfert haben. Seit der Entscheidung kommt es zu massiven Protesten von Islamisten, darunter viele Anh\u00e4nger der radikalislamischen Partei Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP), in zahlreichen St\u00e4dten des Landes. Die Kl\u00e4gerseite hat laut Anthony nun einen Antrag auf erneute Pr\u00fcfung des Urteils eingereicht.<\/p>\n<p><strong>Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker: Das ist ein skandal\u00f6ser Deal<\/strong><\/p>\n<p>Lokalen Medien berichten, es habe wegen der anhaltenden Proteste ein Abkommen zwischen der Regierung und der islamistischen TLP-Partei gegeben. Demzufolge wird der Revisionsantrag gegen den Freispruch zugelassen, und ein Gericht soll \u00fcber das von islamistischen Gruppen geforderte Ausreiseverbot f\u00fcr Bibi verhandeln. Zudem sollen alle Demonstranten, die seit dem Freispruch der Katholikin festgenommen wurden, freigelassen werden. Die Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker (G\u00f6ttingen) nannte das Einlenken der Regierung eine Bankrott-Erkl\u00e4rung des Rechtsstaates gegen\u00fcber dem Druck islamistischer Bewegungen. Ihr Direktor, Ulrich Delius, sagte am 3. November in G\u00f6ttingen, der \u201eskandal\u00f6se Deal\u201c mache Pakistans Rechtssystem zur Beute des islamistischen Mobs: \u201eEr missachtet die Gewaltenteilung und die Priorit\u00e4t des Rechts.\u201c Die Regierung d\u00fcrfe nicht zulassen, \u201edass radikale Islamisten noch dabei gef\u00f6rdert werden, wie sie die Rechtsprechung aushebeln\u201c.<\/p>\n<p><strong>Prozess war immer wieder vertagt worden<\/strong><\/p>\n<p>Der Fall hatte international Aufsehen erregt. 2011 war der Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, von seinem Leibw\u00e4chter Mumtaz Qadri erschossen worden, weil er sich f\u00fcr die Begnadigung von Bibi und eine Reform des Blasphemiegesetzes eingesetzt hatte. Der Attent\u00e4ter wurde zwar zum Tode verurteilt und geh\u00e4ngt, wird aber seitdem verehrt. Eine 2014 gebaute Moschee tr\u00e4gt nach Informationen der Internationalen Gesellschaft f\u00fcr Menschenrechte (IGFM\/Frankfurt am Main) seinen Namen. Der Richter, der Qadri zum Tode verurteilt hatte, musste laut IGFM aufgrund der Bedrohung durch Extremisten mit seiner Familie ins Exil nach Saudi-Arabien gehen. Seit das Oberste Gericht Pakistans im Juli 2015 eine Berufung gegen das Urteil zulie\u00df, war der Prozess immer wieder vertagt worden. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus. (Quelle: idea, Bild: British-Pakistani-Christian-Association)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die freigesprochene Christin Asia Bibi darf Pakistan nicht verlassen. Das best\u00e4tigte die in dem Land t\u00e4tige Menschenrechtsanw\u00e4ltin, Aneeqa Anthony (Lahore), gegen\u00fcber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Der Oberste Gerichtshof in Islamabad hatte das Todesurteil gegen die Katholikin am 31. Oktober mit der Begr\u00fcndung aufgehoben, die Vorw\u00fcrfe seien juristisch schwach. 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