{"id":1699,"date":"2018-12-18T09:48:03","date_gmt":"2018-12-18T08:48:03","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/christen-leben-einer-halb-sklaverei-html\/"},"modified":"2023-02-22T08:59:49","modified_gmt":"2023-02-22T07:59:49","slug":"christen-leben-einer-halb-sklaverei-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/christen-leben-einer-halb-sklaverei-html\/","title":{"rendered":"&#8222;Christen leben in einer Halb-Sklaverei&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Pakistan: \u201eDie Christen sind eine sehr arme Gemeinschaft. Sie leben in einer Halb-Sklaverei\u201c, sagt Erzbischof Arshad.&nbsp;Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Pakistan betont, dass der interreligi\u00f6se Dialog von entscheidender Bedeutung f\u00fcr den Frieden in seinem Land ist. Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi ist der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Pakistan. Die gro\u00dfe Aufgabe, die er zu bew\u00e4ltigen hat, hindert ihn aber nicht daran, den \u00c4rmsten und den Bed\u00fcrftigsten nahe zu sein. Die P\u00e4pstliche Stiftung KIRCHE IN NOT sprach im Rahmen eines Besuchs in der Kathedrale St. Peter und St. Paul von Faisalabad mit ihm. Der k\u00fcrzlich erfolgte Freispruch f\u00fcr die der Gottesl\u00e4sterung angeklagte, christliche Mutter Asia Bibi, die bis vor einigen Wochen in der Todeszelle sa\u00df, best\u00e4rkt wieder einmal die Kirche darin, in einem von Extremismus, Korruption und terroristischer Gewalt zerrissenen Land auf den interreligi\u00f6sen Dialog und den Frieden zu setzen.<\/p>\n<p><strong><span>Wie ist die Lage in Ihrem Land nach der Wahl einer neuen Regierung und eines neuen Premierministers im Monat August?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Der neue Premierminister Imran Khan versucht, sich den schwerwiegenden Problemen im Land zu stellen. Dazu z\u00e4hlen die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen insbesondere f\u00fcr junge Menschen, die Korruption und das schnelle Bev\u00f6lkerungswachstum. Pakistan hat bereits mehr als 200 Millionen Einwohner.<\/span><\/p>\n<p><span>Das Motto der Partei Khans lautete: \u201eWir werden die Korruption beseitigen\u201c. In einer Bev\u00f6lkerung, die erfahren hat, dass die f\u00fcr Bildung und Gesundheit vorgesehenen Gelder veruntreut wurden, hat diese Botschaft ihre Wirkung erzielt. Wir glauben, dass sich nun gute Chancen bieten, das Land voranzubringen und die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Wie ist die jetzige Lage der Kirche in Pakistan?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>95% der Bev\u00f6lkerung sind Muslime. Der Rest sind Minderheiten \u2013 Christen, Hindus, Sikhs und Parsen. Die Zahl der Katholiken betr\u00e4gt 1,5 Millionen. Zusammen mit den vielen unterschiedlichen christlichen Konfessionen leben in Pakistan 6 Millionen Christen. Sie machen etwa 2 % der Bev\u00f6lkerung aus. Die Christen sind eine besonders verarmte Gemeinschaft. Viele Christen verrichten einfache Arbeiten und leben in einer Halb-Sklaverei. F\u00fcr uns liegt in der Bildung der Schl\u00fcssel, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern sowie um zu verdeutlichen, dass wir Christen ein Teil der Gesellschaft sind, dass wir dieselbe W\u00fcrde besitzen und auch qualifizierte Arbeiten \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. In den staatlichen Institutionen ist laut Gesetz unsere Gemeinschaft mit 5 % vertreten. Aber oft k\u00f6nnen wir nicht alle Aufgaben \u00fcbernehmen, weil es an Menschen mit den entsprechenden Qualifikationen mangelt.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Wie w\u00fcrden Sie das Glaubensleben der Christen in Pakistan beschreiben?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Unsere Leute besitzen einen sehr einfachen, aber sehr starken Glauben. Trotz der Schwierigkeiten beim Zugang zur Bildung und der mangelnden Chancen bleiben die Menschen dem Evangelium treu. Die Kirchen sind voll. 90% der Christen besuchen die Heilige Messe am Sonntag und auch werktags. Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass viele Menschen die Messe nicht jeden Sonntag besuchen k\u00f6nnen, da wir nicht genug Kirchen und Priester haben, um alle zu betreuen.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Was wissen Sie \u00fcber den Fall Asia Bibi?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Als katholische Kirche respektieren wir die Gesetze unseres Landes. Wir respektieren die Justiz. Der Oberste Gerichtshof hat eine Entscheidung getroffen. Er repr\u00e4sentiert die Justiz. Wir achten die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Leiden die Christen unter den Folgen des Extremismus durch einige islamistische Gruppen?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Ja, nat\u00fcrlich. Wir haben Angriffe auf unsere Kirchen erlitten. Die Christen sind ebenfalls durch das Blasphemiegesetz bedroht. Das Gesetz wird h\u00e4ufig zugunsten pers\u00f6nlicher Interessen angewandt, um Menschen f\u00e4lschlicherweise zu beschuldigen. Allerdings gibt es eigentlich keine Probleme, wenn die Beh\u00f6rden die F\u00e4lle schnell bearbeiten. Deshalb ist der interreligi\u00f6se Dialog von entscheidender Bedeutung, um mit den religi\u00f6sen F\u00fchren, den Mullahs, zusammenzuarbeiten. So k\u00f6nnen die Kampagnen falscher Anschuldigungen gestoppt und die Extremisten beruhigt werden. Wenn wir nicht rechtzeitig dorthin kommen, wo jemand beschuldigt wurde, \u00fcben manchmal die Menschen Selbstjustiz, und sie bringen die Beschuldigten um. Ich kenne mehrere F\u00e4lle, weil ich innerhalb der Bischofskonferenz f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden zust\u00e4ndig bin.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Wie sehen die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den anderen Religionen aus?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>In Pakistan ist der interreligi\u00f6se Dialog sehr wichtig. In diesem Zusammenhang ist die Kirche f\u00fchrend. Wir suchen nach R\u00e4umen, wo Muslime, Christen, Hindus, Sikhs, Parsen und weitere Minderheitsreligionen zusammenarbeiten k\u00f6nnen. Unsere Erfahrung zeigt: Wenn wir unser Leben miteinander teilen, verstehen wir uns besser. Es handelt sich um einen langsamen Prozess. Ich glaube, dass wir unter den Menschen mehr arbeiten m\u00fcssen. Das Ziel besteht darin, den Frieden zu erreichen und den Extremismus zu stoppen.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Haben Sie eine Botschaft f\u00fcr die KIRCHE IN NOT-Wohlt\u00e4ter?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Ich danke allen Wohlt\u00e4tern, die unserer Gemeinschaft helfen. Die Bist\u00fcmer von Pakistan m\u00fcssen gro\u00dfe Anstrengungen unternehmen, um an Gelder heranzukommen, damit sie \u00fcberhaupt arbeiten k\u00f6nnen. Wir verf\u00fcgen kaum \u00fcber Ressourcen. Deshalb k\u00f6nnen wir ohne diese Unterst\u00fctzung den \u00c4rmsten kaum helfen. Denn wir erhalten keine weiteren Hilfen von Einzelpersonen noch von Institutionen in Pakistan.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pakistan: \u201eDie Christen sind eine sehr arme Gemeinschaft. 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