{"id":1705,"date":"2019-01-10T13:57:11","date_gmt":"2019-01-10T12:57:11","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/armut-ist-eine-bittere-realitaet-html\/"},"modified":"2023-02-22T08:59:09","modified_gmt":"2023-02-22T07:59:09","slug":"armut-ist-eine-bittere-realitaet-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/armut-ist-eine-bittere-realitaet-html\/","title":{"rendered":"Armut ist eine bittere Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Nach f\u00fcnf Jahren Ehe adoptierten Gulzar Masih und seine Frau, ein katholisches Ehepaar, mit Hilfe eines Freundes der Familie ein kleines M\u00e4dchen aus einem \u00f6rtlichen Krankenhaus. Sie gaben ihm den Namen Meerab. Mittlerweile ist Meerab, die in Sargodha, Pakistan, lebt, 19 Jahre alt und erz\u00e4hlt der p\u00e4pstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT von ihrem schwierigen Leben und ihren Zielen f\u00fcr die Zukunft. <\/p>\n<p>\u201cMein Vater war Gulzar Masih, meine Mutter ist Naasra Bibi. Ich habe einen acht Jahre alten Bruder, Shahryar Gulzar und geh\u00f6re zu einer katholischen Familie. Mein Vater arbeitete als Tagel\u00f6hner auf dem Bau und als Anstreicher; er verdiente 200 pakistanische Rupien am Tag, was etwa zwei Dollar entspricht. Aber an manchen Tagen gelang es ihm nicht, Arbeit zu finden, sodass wir gelegentlich auf die Mahlzeit verzichten mussten. F\u00fcr unseren Bedarf zu sorgen, war f\u00fcr meinen Vater immer schwierig. Wir dankten aber dennoch Gott f\u00fcr seinen Segen. <\/p>\n<p>Eines Tages wurde mein Vater schwer krank, und meine Mutter brachte ihn ins Krankenhaus. Der Arzt diagnostizierte Diabetes. F\u00fcr eine angemessene Behandlung fehlte uns das Geld, so dass mein Vater starb. <\/p>\n<p>Nach seinem Tod fand meine Mutter, obgleich sie unter gro\u00dfen Sorgen und M\u00fchen litt, Arbeit als Haushaltshilfe. Der Lohn sollte unsere h\u00e4uslichen Bed\u00fcrfnisse und Ausbildungkosten decken. Das Einkommen unserer Familie war dennoch niedrig und die Kosten hoch, sodass ich meine schulische Ausbildung unterbrechen musste. Meine Mutter ermutigte mich, nicht den Glauben an Gott zu verlieren, wobei sie sagte, Er werde uns den Weg zeigen. Jede Nacht dachte ich an meinen Vater und die N\u00f6te unserer Familie. So entschloss ich mich, meiner Mutter, die nicht sehr gesund war, zu helfen. Sie ist oft krank und leidet unter hohem Blutdruck. <\/p>\n<p>Ich sagte ihr, ich w\u00fcrde ihr nach der Schule helfen und entweder mit ihr zusammen oder an ihrer Stelle arbeiten. Eines Tages ging ich allein zur Arbeit, wo der etwa 40 Jahre alte Hausherr mich bat, ihm eine Tasse Tee zu kochen. Als ich zu ihm kam, um ihn zu bedienen, hielt er mich am Arm fest und k\u00fcsste mich. Ich f\u00fcrchtete mich davor, dies meiner Mutter zu erz\u00e4hlen, da ich dachte, sie w\u00fcrde mich schlagen. Aber als sich dies wiederholte, erz\u00e4hlte ich es ihr. Daraufhin erlaubte sie mir nicht mehr, mit ihr zu arbeiten. Ich fragte mich, ob sie wohl genauso bel\u00e4stigt wird. <\/p>\n<p>Ich betete immer zu Gott in der Hoffnung, dass Er uns helfen und einen Ausweg zeigen m\u00f6ge. Einige Leute besuchten uns und boten uns ihre Unterst\u00fctzung an. Ich setzte meine schulische Ausbildung an der katholischen St. Ann\u2019s Primary School fort. Mein Bruder besuchte zu dieser Zeit auch die Schule, aber aufgrund unserer finanziellen Schwierigkeiten verlie\u00df er sie wieder , um im Baugewerbe als Maler zu arbeiten.<\/p>\n<p>Als ich in der achten Klasse war, begann die zu unserer Di\u00f6zese geh\u00f6rende Gesellschaft des heiligen Vinzenz von Paul uns finanziell zu helfen. Zu Beginn bekamen wir ein monatliches Stipendium in H\u00f6he von 500 Rupien, das nach zwei Jahren auf 1000 Rupien erh\u00f6ht wurde. Sp\u00e4ter bekam ich die Zulassung f\u00fcr die Oberschule am Ort, die von einer katholischen Organisation geleitet wird und eine der besten Schulen unserer Stadt ist. Ich bin unserem Schulleiter dankbar, der uns alle Geb\u00fchren erlie\u00df, so dass ich meine schulische Laufbahn problemlos fortsetzen konnte. <\/p>\n<p>Dank der guten Menschen, die Gott uns sandte, kann ich an einem auf das Medizinstudium vorbereitenden Hochschulprogramm teilnehmen. Dort werde ich religi\u00f6s diskriminiert, da die Schule muslimisch ist, aber ich wei\u00df, dass Gott mit mir ist. Ich lebe in einer sehr armen Gegend; deshalb unterrichte ich abends 200 Kinder kostenlos. Ich w\u00fcnsche mir sehr, \u00c4rztin zu werden und den Armen zu helfen, damit niemand stirbt, wie mein Vater starb. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach f\u00fcnf Jahren Ehe adoptierten Gulzar Masih und seine Frau, ein katholisches Ehepaar, mit Hilfe eines Freundes der Familie ein kleines M\u00e4dchen aus einem \u00f6rtlichen Krankenhaus. Sie gaben ihm den Namen Meerab. 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