{"id":1735,"date":"2019-02-15T11:07:42","date_gmt":"2019-02-15T10:07:42","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/mein-mann-ist-unschuldig-html\/"},"modified":"2023-02-21T09:46:07","modified_gmt":"2023-02-21T08:46:07","slug":"mein-mann-ist-unschuldig-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/mein-mann-ist-unschuldig-html\/","title":{"rendered":"&#8222;Mein Mann ist unschuldig!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><span>In Pakistan wurden sch\u00e4tzungsweise 224 Christen Opfer des Blasphemiegesetzes, seit das Gesetz 1986 verabschiedet wurde. So berichtet Cecil Shane Chaudhry, Exekutivdirektor der pakistanischen Nationalen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden (NCJP) einer italienischen Delegation der P\u00e4pstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT bei ihrem Besuch in dem asiatischen Land.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Auch wenn der juristische Fall f\u00fcr Asia Bibi am vergangenen 29. Januar ein gl\u00fcckliches Ende gefunden hat, verzeichnet die Kommission derzeit 25 weitere F\u00e4lle von Christen auf, die immer noch im Gef\u00e4ngnis leiden, wie es eine dem Hilfswerk vorgelegte Studie belegt. Dar\u00fcber hinaus wurden 23 Christen wegen der Unterstellung von Blasphemie zwischen 1990 und 2017 umgebracht.<\/span><\/p>\n<p><span>Als \u201cAntiblasphemiegesetz\u201d sind vor allem zwei Abs\u00e4tze des Artikel 295 des pakistanischen Strafgesetzbuches zu verstehen (Abs\u00e4tze B e C). Der Artikel 295B sieht f\u00fcr denjenigen, der den Koran verunglimpft, die lebenslange Freiheitsstrafe vor; der Artikel 295C die Todesstrafe f\u00fcr denjenigen, der den Propheten Mohammed beleidigt.<\/span><br \/><span>\u201cDas Antiblasphemiegesetz stellt f\u00fcr die Fundamentalisten ein gewaltiges Instrument zur Machtaus\u00fcbung dar, zulasten der Minderheiten, und wird h\u00e4ufig missbraucht, um pers\u00f6nliche Rache zu nehmen\u201c, so Chaudhry. \u201eUnd wenn ein Christ angeklagt wird, so betreffen die Konsequenzen die ganze Gemeinschaft.\u201c&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Dies ist genau das, was sich im M\u00e4rz 2013 im christlichen Viertel Joseph Colony in Lahore ereignet hat, nachdem der junge Christ Sawan Masih angeklagt worden war, Mohammed beleidigt zu haben. \u201eNach dem Freitagsgebet am 9. M\u00e4rz hat eine Menschenmenge von 3000 Muslimen das ganze Viertel niedergebrannt und dabei fast 300 Wohnh\u00e4user und zwei Kirchen zerst\u00f6rt\u201d, so berichtet Pater Emmanuel Yousaf, Pr\u00e4sident des NCJP der Delegation von KIRCHE IN NOT bei ihrem Besuch der Siedlung, die mittlerweile dank der Hilfen der Regierung wieder aufgebaut und den Christen zur\u00fcckgegeben worden ist.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Doch obwohl die 83 R\u00e4delsf\u00fchrer des Brandanschlags alle wieder auf freiem Fu\u00df sind, wurde Sawan Masih 2014 zum Tode verurteilt und wartet noch heute auf den Berufungsprozess. \u201eDie Anh\u00f6rungen werden st\u00e4ndig verschoben\u201c, erkl\u00e4rt Anwalt Tahir Bashir. \u201cDie letzte Anh\u00f6rung war f\u00fcr den 28. Januar angesetzt, doch der Richter ist nicht erschienen. Nun ist ein neuer Termin f\u00fcr den 27. Februar anberaumt.\u201d&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Wie bei Asia Bibi mangelt es auch beim Fall von Sawan nicht an Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten Die Anzeige gegen ihn wurde von einem seiner muslimischen Freunde, Shahid Imran, erstattet, nachdem die beiden gestritten hatten. Nur zwei Tage sp\u00e4ter erschienen zwei Zeugen, die in Wirklichkeit zum Zeitpunkt der vermeintlichen Beleidigung Mohammed gar nicht anwesend gewesen waren. \u201eDie Anschuldigungen gegen Sawan werden instrumentalisiert\u201c, so Pater Yousaf gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT. \u201eIn Wirklichkeit geht es eigentlich darum, die Christen aus diesem Stadtviertel zu vertreiben, das sehr begehrt ist, weil es in der N\u00e4he von Stahlfabriken liegt.\u201c&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span>Unterdessen zieht Sobia, die Ehefrau von Sawan, ganz alleine ihre drei Kinder gro\u00df. \u201eIch wei\u00df nicht, warum sie meinen Mann beschuldigen\u201c, sagt sie zu KIRCHE IN NOT. \u201eIch wei\u00df lediglich, dass der Mann, der ihn angezeigt hat, ein Freund von ihm war, mit dem er gestritten hatte. Sawan ist unschuldig!\u201c&nbsp;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Pakistan wurden sch\u00e4tzungsweise 224 Christen Opfer des Blasphemiegesetzes, seit das Gesetz 1986 verabschiedet wurde. 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