{"id":1739,"date":"2019-02-19T14:12:19","date_gmt":"2019-02-19T13:12:19","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/mord-einem-missionar-html\/"},"modified":"2023-02-21T09:45:47","modified_gmt":"2023-02-21T08:45:47","slug":"mord-einem-missionar-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/mord-einem-missionar-html\/","title":{"rendered":"Mord an einem Missionar"},"content":{"rendered":"<p>Geschlossene Kapellen, verlassene Gemeinden: Christen in Burkina Faso bekommen zunehmend Angst.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">\u201eDas Fahrzeug kehrte gerade von einem Treffen in Togo zur\u00fcck, als es wenige Kilometer nach dem Grenz\u00fcbertritt von Terroristen \u00fcberfallen wurde, die kurz zuvor vier Polizisten get\u00f6tet und eine Zollstation niedergebrannt hatten. Die bewaffneten M\u00e4nner hielten das Fahrzeug an und lie\u00dfen die Insassen aussteigen. Sie nahmen den Priester zur Seite, und t\u00f6teten ihn mit einem Kopfschuss\u201c, so berichtet der Di\u00f6zesan\u00f6konom des Bistums Fada N\u2019Gourma, Pater Jacob Lompo, im Gespr\u00e4ch mit der Stiftung KIRCHE IN NOT \u00fcber die Ermordnung des Missionars Antonio Cesar Fern\u00e1ndez.<\/span><\/p>\n<p>Das Ganze geschah am Freitag, den 15. Februar, als der 72-j\u00e4hrige spanische Ordensmann nach Burkina Faso zur\u00fcckkehrte. Er war zusammen mit zwei weiteren Salesianern, die den Angriff unversehrt \u00fcberlebten, im Auto unterwegs.<\/p>\n<p>\u201eSo etwas geschieht in der Gegend zum ersten Mal. Etwas \u00c4hnliches hatten sie dort nie erlebt. Allerdings wurden in letzter Zeit besorgniserregende Bewegungen seitens Bandenmitgliedern und Terroristen wahrgenommen\u201c, so der Bericht einer weiteren, der Stiftung KIRCHE IN NOT nahe stehenden Quelle, die aber lieber anonym bleiben m\u00f6chte. \u201eAn einigen Stellen im Grenzgebiet zwischen den Bist\u00fcmern Tenkodogo und Fada N\u2019Gourma k\u00f6nnen keine Messen mehr gefeiert werden, weil in einigen D\u00f6rfern die Menschen unter Druck gesetzt und bedr\u00e4ngt werden.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Mord an dem Pater ist ein weiteres Ereignis in einer tragischen Kette von Vorf\u00e4llen, die das Land ersch\u00fcttern. Wie Pater Lompo KIRCHE IN NOT mitteilte, mussten in der Di\u00f6zese Fada N\u2019Gourma \u201emehrere Gemeinden und Kapellen schlie\u00dfen, weil dschihadistische Gruppen durch die D\u00f6rfer fuhren, und die Menschen bedrohten, damit sie zum Islam konvertieren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eViele ver\u00e4ngstigte Christen sind geflohen. Der Pfarrer musste sich sogar auf die Suche nach den eingesch\u00fcchterten Katecheten machen und sie an einen sicheren Ort bringen. Auch eine Gemeinschaft von Ordensschwestern musste aus Angst versetzt werden&#8220;, so Pater Lompo<\/p>\n<p>Die Bedrohung betrifft insbesondere den Norden, den Osten und die Sahelzone. Dort mussten laut Lompo \u201ewegen terroristischer Bedrohung 600 \u00f6ffentliche Schulen geschlossen werden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie schlimmsten Nachrichten haben wir in den letzten Monaten&nbsp; aus der Di\u00f6zese Fada N&#8217;Gourma erhalten, vor allem an der Grenze zu Niger. Dort ist die Unsicherheit gro\u00df, insbesondere in der Dschungelregion. Der j\u00fcngste Anschlag und die Ermordung von Pater Antonio Cesar im S\u00fcden, nahen an der Grenze zu Ghana und Togo, sind wirklich beunruhigend\u201c, sagt Rafael D&#8217;Aqui, Projektreferent f\u00fcr Burkina Faso bei KIRCHE IN NOT.<\/p>\n<p>Geografisch gesehen breitete sich die an der Grenze zu Mali bestehende Unsicherheit und Radikalisierung zun\u00e4chst in Richtung Osten an die Grenze zu Niger aus, letztes Jahr auch in Richtung S\u00fcdosten, beispielsweise in die N\u00e4he von Pama, wo in der Vergangenheit bereits von Radikalisierung und Unsicherheit in der christlichen Gemeinde berichtet wurde. Der Mord an dem Salesianerpater am Freitag geschah jedoch 130 Kilometer davon entfernt. Es sieht so aus, als belagerten die Terroristen und Guerillak\u00e4mpfer die Grenzen von Burkina Faso. Dies ist neu und wirklich alarmierend\u201c, erkl\u00e4rt D\u2019Aqui.<\/p>\n<p>\u201eBesonders ersch\u00fctternd ist, dass ein Ordensmann get\u00f6tet wird, der sein Leben hingegeben hat, um dem Land in seiner Entwicklung&nbsp; zu helfen, um mit jungen Menschen zu arbeiten. Ein Ordensmann, der dieses Land geliebt hat, in dem die Sozialarbeit der katholischen Kirche im Bereich Bildung und Gesundheit f\u00fcr alle von Bedeutung ist \u2013 nicht nur f\u00fcr die Christen\u201c, so der KIRCHE IN NOT- Projektreferent, der mehrmals in Burkina Faso gewesen ist, um die Hilfsprojekte der Stiftung zu besuchen. \u201eWir m\u00fcssen um den Frieden und um die Beendigung dieser Situation bitten, die zu einer sch\u00e4dlichen Psychose f\u00fcr das Land f\u00fchrt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschlossene Kapellen, verlassene Gemeinden: Christen in Burkina Faso bekommen zunehmend Angst.&nbsp;\u201eDas Fahrzeug kehrte gerade von einem Treffen in Togo zur\u00fcck, als es wenige Kilometer nach dem Grenz\u00fcbertritt von Terroristen \u00fcberfallen wurde, die kurz zuvor vier Polizisten get\u00f6tet und eine Zollstation niedergebrannt hatten. Die bewaffneten M\u00e4nner hielten das Fahrzeug an und lie\u00dfen die Insassen aussteigen. 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