{"id":1751,"date":"2019-03-15T08:13:59","date_gmt":"2019-03-15T07:13:59","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/kriegserklaerung-gegen-christen-html\/"},"modified":"2023-02-21T09:44:52","modified_gmt":"2023-02-21T08:44:52","slug":"kriegserklaerung-gegen-christen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/kriegserklaerung-gegen-christen-html\/","title":{"rendered":"Kriegserkl\u00e4rung gegen Christen"},"content":{"rendered":"<p>Das Christentum war im Gebiet des heutigen \u00c4gyptens vor der Islamisierung im 7. Jahrhundert die dominierende Religion. Der Evangelist Markus soll um das Jahr 50 in \u00c4gypten missioniert haben. Heute bezeichnen sich je nach Quellen zwischen 6% und 12% der Bev\u00f6lkerung \u00c4gyptens als Christen. Die meisten Christen geh\u00f6ren zur koptisch-orthodoxen Kirche, der ein Papst vorsteht. Seit 2012 ist dies Tawadros II. Die r\u00f6misch-katholischen Christen machen weniger als 1% der Bev\u00f6lkerung aus.<\/p>\n<p><strong>Christen bis anhin B\u00fcrger zweiter Klasse<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4gypten wurde zur Zeit Nassers nicht als religi\u00f6ser, sondern als sozialistischer Nationalstaat definiert. Viele \u00c4gypter emigrierten als Arbeitssuchende in den 1980er- und den 1990er-Jahren in das erd\u00f6lreiche Saudi-Arabien, wo sie mit dem islamisch-wahabitischem Gedankengut in Kontakt kamen und es nach \u00c4gypten brachten. \u00c4gyptische Christen werden seither in der Gesellschaft verst\u00e4rkt ausgegrenzt. In den Medien werden alle Nichtmuslime als \u00abKuffar\u00bb (Ungl\u00e4ubige) bezeichnet. In der Politik sind wichtige strategische Schl\u00fcsselpositionen ausschliesslich Muslimen vorbehalten.<\/p>\n<p><strong>Tote bei Anschl\u00e4gen<\/strong><\/p>\n<p>Bei \u00dcbergriffen von Muslimen auf Christen gibt es immer wieder Tote. Bei einem&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Terroranschlag_am_1._Januar_2011_in_Alexandria\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bombenanschlag auf eine Kirche in Alexandria<\/a>&nbsp;kamen am Neujahrstag 2011 mindestens 21 Menschen ums Leben. Am 7. April 2013 war es am Sitz des koptisch-orthodoxen Patriarchen zu \u00dcbergriffen auf koptische Christen gekommen, die ihre tags zuvor in Khasus nahe Kairo ums Leben gekommenen Glaubensbr\u00fcder zu Grabe trugen. Unbekannte hatten die Trauernden mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen. Zwischen Sommer 2012 und Sommer 2013 waren die Muslimbr\u00fcder mit Pr\u00e4sident Mohammed Mursi an der Macht. Die Christen hatten es unter ihnen besonders schwer \u2013 sie machten die Christen zu Fremden im eigenen Land. Seit der Pr\u00e4sidentschaft von Abd al-Fattah as-Sisi sieht es f\u00fcr die Christen wieder besser aus, so d\u00fcrfen Kirchen wieder gebaut werden. Doch auch unter as-Sisi gehen die Anschl\u00e4ge weiter. So kamen bei einem Anschlag auf die koptisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul in Kairo 28 Menschen ums Leben und 35 wurden verletzt. Die Terrormiliz&nbsp;<em>Islamischer Staat<\/em>&nbsp;bezeichnete sich als Urheber dieses Anschlags und erkl\u00e4rte im Februar 2017 den christlichen Kopten den Krieg. Seither kam es zu diversen Gewaltexzessen.<\/p>\n<p><strong>Pfarrer Kamil Samaan<\/strong><\/p>\n<p>Kamil Samaan wurde 1952 in Assiut geboren. Im Alter von 12 Jahren begann er die Ausbildung im franziskanischen Priesterseminar in Assiut. Danach folgte ein Wechsel in das Priesterseminar in Maadi, einem Stadtteil in Kairo, wo er sein Grundstudium abschloss. In den Jahren 1976 und 1977 leistete er in der N\u00e4he von Suez Milit\u00e4rdienst.<\/p>\n<p>Am 12. Juni 1978 empfang er die Priesterweihe und wirkte einige Jahre als Seelsorger in \u00c4gypten. Weitere Studien f\u00fchrten ihn 1983 nach Rom, wo er doktorierte. Danach kehrte er zur\u00fcck nach \u00c4gypten, wo er bis 2011 als Dozent an verschiedenen Hochschulen wirkte. Seit 2011 leitet er das Kinderheim \u00abGuter Samariter\u00bb in Kairo.<\/p>\n<p><strong>Die koptisch-katholische Kirche<\/strong><\/p>\n<p>Die koptisch-katholische Kirche gleicht der koptisch-orthodoxen Kirche des Landes in Liturgie und Spiritualit\u00e4t, steht aber in Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl in Rom. Derzeit geh\u00f6ren der Kirche, die \u00fcber eine kleine Diaspora verf\u00fcgt, etwa 200 000 Gl\u00e4ubige an. Sie sind in sieben Di\u00f6zesen organisiert und werden von etwa 240 Priestern betreut. \u00abKirche in Not\u00bb unterst\u00fctzt die katholische Kirche des Landes sowohl durch Stipendien f\u00fcr die Priesterausbildung als auch durch die F\u00f6rderung pastoraler Projekte wie Sommerlager f\u00fcr Jugendliche. Das Hilfswerk stellte f\u00fcr Projekte in \u00c4gypten im Jahr 2018 \u00fcber rund \u20ac 705 000&nbsp;bereit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Christentum war im Gebiet des heutigen \u00c4gyptens vor der Islamisierung im 7. Jahrhundert die dominierende Religion. Der Evangelist Markus soll um das Jahr 50 in \u00c4gypten missioniert haben. Heute bezeichnen sich je nach Quellen zwischen 6% und 12% der Bev\u00f6lkerung \u00c4gyptens als Christen. Die meisten Christen geh\u00f6ren zur koptisch-orthodoxen Kirche, der ein Papst vorsteht. 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