{"id":1823,"date":"2019-06-05T08:33:52","date_gmt":"2019-06-05T06:33:52","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/uebergriffe-werden-zuegelloser-html\/"},"modified":"2023-02-21T09:17:21","modified_gmt":"2023-02-21T08:17:21","slug":"uebergriffe-werden-zuegelloser-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/uebergriffe-werden-zuegelloser-html\/","title":{"rendered":"\u201e\u00dcbergriffe werden z\u00fcgelloser\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nigeria kommt nicht zur Ruhe. Meldungen, wonach die Terroreinheit \u201eBoko Haram\u201c besiegt sei, widersprechen Erfahrungen, wie sie der Priester John Bakeni jeden Tag macht. Der Priester ist in seinem Heimatbistum Maiduguri im Norden Nigerias f\u00fcr die Koordinierung der Hilfen f\u00fcr \u00dcberlebende der Terroranschl\u00e4ge und Vertriebene zust\u00e4ndig. Das weltweite katholische Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c arbeitet seit Jahren eng mit ihm zusammen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend im Norden die Terrorgefahr allgegenw\u00e4rtig ist, nehmen in Zentralnigeria die \u00dcbergriffe mehrheitlich muslimischer Nomaden aus dem Stamm der Fulani auf christliche Bauern zu. Hinter Landkonflikten stehen dabei auch antireligi\u00f6se Gef\u00fchle, wie Projektpartner von \u201eKirche in Not\u201c berichten.<\/p>\n<p>Roman Kris vom christlichen Online-Jugendmagazin \u201ef1rstlife\u201c hat mit John Bakeni \u00fcber die aktuelle Situation gesprochen.<\/p>\n<p><strong><span>Roman Kris:&nbsp;<\/span><\/strong><strong><span>Father John, Boko Haram gilt als eine der gef\u00e4hrlichsten islamistischen Terrorgruppen der Welt. In j\u00fcngster Zeit wurden auch zunehmende Angriffe auf christliche Bauern durch Fulani-Hirten gemeldet. Wie ist die Lage aktuell?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Es hat sich leider nicht viel ver\u00e4ndert. Viele D\u00f6rfer werden immer noch attackiert. Sogar in diesem Moment, in dem ich mit Ihnen spreche, werden Menschen get\u00f6tet und ihr Besitz zerst\u00f6rt. Sehr besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Menschen auf dem Land nicht mehr der Feldarbeit nachgehen k\u00f6nnen. Sie f\u00fcrchten dort entf\u00fchrt oder get\u00f6tet zu werden. Die Sicherheitsbedingungen verschlechtern sich zunehmend.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Welchen Gefahren und Herausforderungen sind Sie pers\u00f6nlich ausgesetzt?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Die Verfolgung der christlichen Minderheit im Norden Nigerias h\u00e4lt schon lange an. Sie reicht von politischer Ausgrenzung, der Verweigerung von Grundst\u00fccken f\u00fcr einen Kirchenbau bis hin zu gewaltsamer Entf\u00fchrung und Zwangsverheiratung von jungen M\u00e4dchen als Akt der kalkulierten Gewalt. Die \u00dcbergriffe auf Christen werden jetzt z\u00fcgelloser und aggressiver. Die anhaltenden Auseinandersetzungen mit Boko Haram und die \u00dcbergriffe durch mehrheitlich islamische Fulani-Hirten haben gro\u00dfe Unsicherheit und Angst bei uns Nigerianern ausgel\u00f6st. Wir erleben jeden Tag in Sicherheit als einen Segen, denn wir wissen nicht, was am n\u00e4chsten Tag sein wird. In diesem Teil der Welt ist es sehr schwierig, Christ zu sein, aber unser Glaube treibt uns an, das Evangelium mutig zu bezeugen.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Die Christenverfolgung nimmt aktuell an zahlreichen Orten zu. Wie gehen der Staat und die Zivilgesellschaft in Nigeria mit dem Terror um? Welche Hilfen, Ma\u00dfnahmen und Strategien gibt es oder sollte es geben?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Das Christentum erlebt weltweit schwierige Zeiten. Es ist traurig, dass sich L\u00e4nder, die Vorreiter waren und auf christlichen Werten ausgebaut warten, vom Glauben abwenden. In Nigeria ist der Staat nicht besonders pr\u00e4sent, was Schutz und Sicherheit f\u00fcr das Leben und den Besitz der Christen angeht. Wir Staatsb\u00fcrger, egal ob Christen oder Muslime, erwarten, dass der Staat uns besch\u00fctzt und uns Sicherheit gibt. Nur so k\u00f6nnen die Menschen ihren Aufgaben ohne Angst und Bedenken nachgehen.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Wie hilft die Kirche in Nigeria den Menschen, die unter dem Terror leiden, und woher erh\u00e4lt sie daf\u00fcr Unterst\u00fctzung?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>In meiner Di\u00f6zese Maiduguri haben wir viel Solidarit\u00e4t von anderen Di\u00f6zesen in Nigeria erhalten. Aber die gr\u00f6\u00dfte Unterst\u00fctzung erhalten wir aus dem Ausland, vor allem von \u201eKirche in Not\u201c und anderen Organisationen. Einige Di\u00f6zesen in den USA haben uns ebenfalls dadurch unterst\u00fctzt, dass wir in den Pfarreien pers\u00f6nlich Zeugnis geben konnten. Auch L\u00e4nder wie Ungarn haben uns Hilfe zukommen lassen.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Wie sehen Sie das Verh\u00e4ltnis von Islamismus und Islam? Kann und muss die friedliche Mehrheit der Muslime mehr tun?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Der Islamismus ist eine Verzerrung des Islam. Das Schweigen der islamischen Mehrheit ist beunruhigend. Die Menschen sollten dem Islamismus entgegentreten und ihn anprangern.<\/span><\/p>\n<p><strong><span>Was k\u00f6nnen wir hier in Europa tun, um den bedr\u00e4ngten und notleidenden Christen in Nigeria zu helfen?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Das Erste und Wichtigste ist, f\u00fcr uns zu beten. Zweitens, uns finanziell zu unterst\u00fctzen und Ressourcen bereitzustellen, damit die Christen auch in schwierigen Situationen den Glauben bewahren k\u00f6nnen. Drittens sollten die europ\u00e4ischen Regierungen Einfluss nehmen auf unsere Regierung, um die demokratischen Institutionen zu st\u00e4rken, die sich f\u00fcr Rechtsstaatlichkeit, Religionsfreiheit und Versammlungsfreiheit f\u00fcr alle einsetzen.<\/span><\/p>\n<p><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><em><span>F\u00fcr \u201eKirche in Not\u201c ist Nigeria eines der Schwerpunktl\u00e4nder auf dem afrikanischen Kontinent. Das Hilfswerk finanziert unter anderem die Versorgung von mittellosen Familien, die bei Terrorattacken ihre Angeh\u00f6rigen verloren haben, sowie kirchliche Fl\u00fcchtlingscamps. Um den Christen Nigerias weiterhin beistehen zu k\u00f6nnen, bittet \u201eKirche in Not\u201c um Spenden \u2013 entweder online unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/Wie_Sie_helfen\/Spenden\/\">www.kircheinnot.at<\/a>&nbsp;<\/span><\/em><em><span>oder auf folgendes Konto:<\/p>\n<p>Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT&nbsp;<br \/>IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600&nbsp;<br \/>BIC: GIBAATWWXXX&nbsp;<br \/>Verwendungszweck: Nigeria<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nigeria kommt nicht zur Ruhe. Meldungen, wonach die Terroreinheit \u201eBoko Haram\u201c besiegt sei, widersprechen Erfahrungen, wie sie der Priester John Bakeni jeden Tag macht. Der Priester ist in seinem Heimatbistum Maiduguri im Norden Nigerias f\u00fcr die Koordinierung der Hilfen f\u00fcr \u00dcberlebende der Terroranschl\u00e4ge und Vertriebene zust\u00e4ndig. 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