{"id":1847,"date":"2019-07-01T12:02:38","date_gmt":"2019-07-01T10:02:38","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/sie-haben-gewehre-wir-haben-jesus-html\/"},"modified":"2023-02-21T09:14:37","modified_gmt":"2023-02-21T08:14:37","slug":"sie-haben-gewehre-wir-haben-jesus-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/sie-haben-gewehre-wir-haben-jesus-html\/","title":{"rendered":"&#8222;Sie haben Gewehre, wir haben Jesus!\u201c"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">\u201eWeniger als ein Prozent der etwa 15 Millionen Einwohner des Bistums Maradi sind Christen\u201c, berichtet Bischof Ambroise Ou\u00e9draogo im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT International. Der 70-j\u00e4hrige Geistliche ist der erste und bislang einzige Bischof des Bistums Maradi, einer der beiden Di\u00f6zesen im westafrikanischen Binnenstaat Niger.<\/span><\/p>\n<p>Die etwa 5.000 bis 6.000 Katholiken seiner Di\u00f6zese h\u00e4tten jahrelang weitgehend in Sicherheit mit der mehrheitlich muslimischen Bev\u00f6lkerung zusammengelebt, so der Bischof. \u201eDas \u00e4nderte sich im Jahr 2015, als die islamkritischen Karikaturen der franz\u00f6sischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo eine Welle der Gewalt ausl\u00f6sten.\u201c Bei zahlreichen Ausschreitungen im gesamten Land wurden binnen weniger Stunden mindestens zehn Christen get\u00f6tet und \u00fcber 70 Kirchen und andere christliche Einrichtungen zerst\u00f6rt. Rund 80 Prozent der christlichen Gottesh\u00e4user des Landes waren betroffen \u2013 besonders in den Regionen Niamey und Zinder.<\/p>\n<p>\u201eChristen hatten massiv Angst vor radikalen Islamisten. Da es in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden immer wieder zu Vorf\u00e4llen gegen Christen kommt, h\u00e4lt das auch weiterhin an\u201c, berichtet Ou\u00e9draogo. Erst vor zwei Wochen wurde auf dem Gebiet seiner Di\u00f6zese die protestantische Kirche in Maradi von radikalen Gruppierungen in Brand gesetzt, die damit gegen die Verhaftung eines Imams protestierten. Er war festgenommen worden, weil er sich in seinen Predigten gegen einen Gesetzesentwurf ausgesprochen hatte, der eine st\u00e4rkere Kontrolle der Finanzquellen beim Bau und dem Betrieb privater Kultst\u00e4tten vorsieht. Trotz der Demonstrationen wurde das Gesetz am Montag, 17. Juni, vom Parlament verabschiedet.<\/p>\n<p>Acht Kilometer vom j\u00fcngsten Anschlagsort Maradi entfernt lebt Schwester Marie Catherine Kingbo mit ihrer Gemeinschaft, der \u201eFraternit\u00e9 des Servantes du Christ\u201c (Bruderschaft der Diener Christi). Im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT erz\u00e4hlt sie: \u201eWir haben mit Angriffen gerechnet, aber wir dachten nicht, dass ein Gesetzesentwurf sie ausl\u00f6sen w\u00fcrde.\u201c Sie erkennt die Situation im Niger, in den sie vor 15 Jahren eingereist ist, nicht wieder. Damals gab es fast keine interreligi\u00f6sen Spannungen, sagt sie. \u201eJetzt h\u00f6re ich sogar Muslime sagen, dass es zu viele Moscheen und Koranschulen gibt, und nicht genug Brunnen und Kliniken\u201c, sagt Catherine. Ihre Gemeinde und die Sch\u00fclerinnen, die sie unterrichtet, stehen aus Angst vor islamistischen Attacken unter permanentem Polizeischutz. \u201eDas B\u00f6se, das in Libyen, Syrien und anderen L\u00e4ndern Nordafrikas und des Nahen Ostens entfesselt wurde, breitet sich auch hier wie Brennstoff aus\u201c, beklagt sie.<\/p>\n<p>Aber nicht nur das B\u00f6se breite sich aus, sondern auch das Gute, ist Schwester Catherine \u00fcberzeugt. Ihre Ordensgemeinschaft stelle viele Aktionen auf die Beine, die der Gesellschaft zugutekommen. Die Schwestern unterst\u00fctzen notleidende Frauen, organisieren aber auch jedes Jahr eine Begegnung von Christen und Muslimen. 2006 nahmen an der ersten dieser interreligi\u00f6sen Konferenzen 28 Personen teil. 2018 waren es 350. Die Beziehungen zu den \u00f6rtlichen Imamen und den Nachbarn seien gut, so Schwester Catherine. Deshalb kommt es f\u00fcr sie nicht infrage, ihre Arbeit aus Angst vor Extremismus einzuschr\u00e4nken: \u201eWir werden nicht gehen. Sie k\u00f6nnen Gewehre haben, aber wir haben Jesus!\u201c<\/p>\n<p>So denkt auch Bischof Ou\u00e9draogo. Auch f\u00fcr ihn stand die Zusammenarbeit und der Dialog mit den Muslimen niemals infrage. \u201eViele Muslime finden die aktuelle Situation zutiefst besch\u00e4mend und zeigen sich solidarisch mit den Christen\u201c, betonte der Bischof. \u201e95 bis 98 Prozent der Sch\u00fcler an unseren Einrichtungen sind Muslimen und die Caritas hat auch Projekte in Regionen, in denen fast ausschlie\u00dflich Muslime wohnen. Wir machen keinen Unterschied. So wird es auch bleiben.\u201c<\/p>\n<p><em>KIRCHE IN NOT (ACN) hilft seit vielen Jahren der Kirche im Niger und finanziert unter anderem die Ausbildung im Glauben und unterst\u00fctzt Priester im Land in ihrer Existenzgrundlage.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWeniger als ein Prozent der etwa 15 Millionen Einwohner des Bistums Maradi sind Christen\u201c, berichtet Bischof Ambroise Ou\u00e9draogo im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT International. 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