{"id":1907,"date":"2019-10-14T12:37:19","date_gmt":"2019-10-14T10:37:19","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/der-anfang-vom-ende-html\/"},"modified":"2023-02-24T09:52:31","modified_gmt":"2023-02-24T08:52:31","slug":"der-anfang-vom-ende-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/der-anfang-vom-ende-html\/","title":{"rendered":"Der Anfang vom Ende?"},"content":{"rendered":"<p>T\u00fcrkei-Offensive bringt Christen und andere Minderheiten an den Rand der Ausl\u00f6schung.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">\u201eEs war nicht klug, den Truppenabzug einzuleiten. Es war klar, dass den Kurden niemand helfen w\u00fcrde. Jetzt werden sie alles verlieren, wie es bereits in Afrin geschehen ist.\u201c Jacques Behnan Hindo, der emeritierte syrisch-katholische Erzbischof von Hassak\u00e9-Nisibi, macht sich im Gespr\u00e4ch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c keine Hoffnung, was die j\u00fcngste Invasion der T\u00fcrkei im Nordosten Syriens angeht. Die Entscheidung von US-Pr\u00e4sident Trump, seine Truppen aus dem Nordosten Syriens abzuziehen, hat eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, von denen die t\u00fcrkische Offensive nur ein erstes Fanal sein k\u00f6nnte. Verlierer aber werden nicht nur die Kurden sein.<\/span><\/p>\n<p><strong>Christen ohne kurdischen Schutz<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWie immer hat jede Kriegspartei ihre eigenen Interessen, aber wir Christen werden die Konsequenzen tragen\u201c, sagt Hindo. Im Nordosten Syriens leben rund 30 000 bis 40 000 Christen verschiedener Konfessionen. Trotz Einschr\u00e4nkungen waren sie unter dem Schutz kurdischer Truppen relativ sicher in der Region, die sich zwischen dem Euphrat und der Grenze zur T\u00fcrkei und der irakisch-t\u00fcrkischen Grenze erstreckt. Die Kurden waren nicht zuletzt wichtige Partner im Kampf gegen den Terror des sogenannten \u201eIslamischen Staates\u201c.<\/p>\n<p>Beides scheint nun unter t\u00fcrkischem Milit\u00e4rfeuer ausgel\u00f6scht. Nun, da die Kurden um ihr eigenes \u00dcberleben k\u00e4mpfen, stehen die Christen wie die anderen Minderheiten, zum Beispiel die Jesiden, ohne Schutz da. Ein neuer Exodus sei vorprogrammiert, so Bischof Hindo. Hinzu komme jedoch noch eine weitere, weit gef\u00e4hrlichere Entwicklung. \u201eEs wurde gemeldet, dass eines der Gef\u00e4ngnisse, in dem IS-K\u00e4mpfer festgehalten wurden, im Kampf getroffen wurde und weitgehend unbewacht ist. Die meisten von den Terroristen werden jetzt frei sein. Das folgt einem Plan, Syrien zu zerst\u00f6ren \u2013 und nicht nur Syrien. Jetzt werden die Terroristen nach Europa kommen, durch die T\u00fcrkei und mit der Unterst\u00fctzung Saudi-Arabiens.\u201c<\/p>\n<p><strong>Neu Fl\u00fcchtlingswelle \u2013 vor allem in den Irak<\/strong><\/p>\n<p>Eine neue Fl\u00fcchtlingswelle, die vor allem den Irak mit voller H\u00e4rte trifft, bef\u00fcrchtet auch der chald\u00e4isch-katholische Erzbischof von Erbil, der Hauptstadt der Region Kurdistan, Bashar Warda, ein langj\u00e4hriger Projektpartner von \u201eKirche in Not\u201c. \u201eWir bereiten uns auf eine neue Fl\u00fcchtlingswelle vor. In Erbil haben wir in den vergangenen beiden Jahren schon eine steigende Zahl von Vertriebenen aus Nordsyrien festgestellt\u201c, schreibt Warda in einer Erkl\u00e4rung, die dem Hilfswerk vorliegt. \u201eWir hoffen und beten, dass sich die Regierung und die internationale Gemeinschaft sich nicht abwenden, sondern uns unterst\u00fctzen, den Christen und den anderen unschuldigen Menschen zu beizustehen, welche Religion sie auch haben.\u201c<\/p>\n<p>Erschwerend kommt hinzu, dass f\u00fcr viele Fl\u00fcchtlinge nur der Irak die n\u00e4chstgelegene Zufluchtsoption darstellt. Der Libanon, der seit Ausbruch des Syrienkriegs die h\u00f6chste Zahl von Fl\u00fcchtlingen aus Syrien aufgenommen hat, beginnt nun Berichten zufolge mit einem verst\u00e4rkten R\u00fcckf\u00fchrungskurs. Warda bef\u00fcrchtet deshalb: \u201eSollten Christen keine ausreichende Versorgung im Nordirak finden, werden sie den Nahen Osten ganz verlassen.\u201c Einmal mehr ist die Gefahr der Ausl\u00f6schung des Christentums in einer seiner Ursprungsregionen zum Greifen nah. Letztlich k\u00f6nnte die erneute Eskalation sogar einem der Hauptziele des IS doch noch zum Erfolg verhelfen, macht Warda deutlich: \u201eDer Ausrottung des Christentums in der Region.\u201c<\/p>\n<p><strong>Greift der Konflikt auch auf Aleppo \u00fcber?<\/strong><\/p>\n<p>Offen bleibt, ob der Plan der T\u00fcrkei, eine Sicherheitszone im Nordosten Syriens einzurichten, auf die Region begrenzt bleibt. Sollte der Konflikt auch auf den Nordwesten \u00fcberschwappen, w\u00e4re unter anderem Aleppo betroffen, wo derzeit rund 30 000 Christen leben. \u201eDas k\u00f6nnte der Anfang vom Ende sein\u201c, erkl\u00e4rt der in Aleppo ans\u00e4ssige armenisch-katholische Priester Mesrob Lahian gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDie Menschen in Syrien leiden nach wie vor unter den un\u00fcbersichtlichen Kriegswirren\u201c, erkl\u00e4rt Herbert Rechberger, Nationaldirektor von Kirche in Not &#8211; \u00d6sterreich. \u201eUnser Hilfswerk hat in den vergangenen acht Kriegsjahren immer an der Seite der syrischen Christen gestanden. Wir werden sie auch jetzt nicht verlassen, w\u00e4hrend die Politik noch diskutiert, was jetzt zu tun ist.\u201c<\/p>\n<p>Es darf nicht vergessen werden, dass die Kirchen oft die einzigen Anlaufstellen f\u00fcr die kriegsgeplagte Bev\u00f6lkerung sind. Lebensmittel- und Medikamentenhilfen, Beitr\u00e4ge f\u00fcr Lebenshaltungskosten und Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen ist derzeit eine Priorit\u00e4t von &#8222;Kirche in Not&#8220;.<\/p>\n<p><em>Um die humanit\u00e4re und pastorale Sorge der christlichen Gemeinden f\u00fcr die notleidende Bev\u00f6lkerung Syriens weiterhin unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen, bittet \u201eKirche in Not\u201c um Spenden \u2013 online unter: <a href=\"http:\/\/icm-tracking.meltwater.com\/link.php?DynEngagement=true&amp;H=5eXH0qSKdBRphS6WO4YlQwwSTi8wtQOqejFjZKiddbCzZ5Bbl4XDYdV7ghbNJQygtYItaqRasKTlXswkcz9ilNaYX21C6YdPuU7Oe2H7xEEIQtzbsq%2B6ag%3D%3D&amp;G=0&amp;R=https%3A%2F%2Fwww.kircheinnot.at&amp;I=20191014113214.000000751da7%40mail6-43-usnbn1&amp;X=MHwxMDQ2NzU4OjVkYTQ1Y2I2ZGVjNGE4NGE4ODJiNjYxZDsxfDEwNDY3NTk6dHJ1ZTs%3D&amp;S=dQilIjm5xo-HD-hIFeiybB2uGNwH1BvQA9MK1cbGVpk\">www.kircheinnot.at<\/a>&nbsp;oder an folgendes Konto:<\/em><\/p>\n<p><em>Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<br \/><\/em><em style=\"font-size: 13.008px;\">IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<br \/><\/em><em style=\"font-size: 13.008px;\">BIC: GIBAATWWXXX<br \/><\/em><em style=\"font-size: 13.008px;\">Verwendungszweck: Syrien<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00fcrkei-Offensive bringt Christen und andere Minderheiten an den Rand der Ausl\u00f6schung.&nbsp;\u201eEs war nicht klug, den Truppenabzug einzuleiten. 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