{"id":2005,"date":"2020-04-28T10:19:11","date_gmt":"2020-04-28T08:19:11","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/massaker-jugendlichen-html\/"},"modified":"2023-02-20T12:42:16","modified_gmt":"2023-02-20T11:42:16","slug":"massaker-jugendlichen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/massaker-jugendlichen-html\/","title":{"rendered":"Massaker an Jugendlichen"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eDer Herr des Lebens zeige den Menschen in Asien und Afrika seine N\u00e4he, die schwere humanit\u00e4re Krisen durchmachen, wie etwa in der Region Cabo Delgado im Norden Mosambiks\u201c, sagte Papst Franziskus in seiner Osterbotschaft. Er ist einige der wenigen internationalen Pers\u00f6nlichkeiten, die sich \u00f6ffentlich zur terroristischen Gewalt in dieser Provinz im Norden Mosambiks ge\u00e4u\u00dfert haben \u2013 eine Trag\u00f6die, von der viele Menschen nichts wissen.&nbsp; <\/em><\/p>\n<p><em>Seit 2017 kommt es in der Region zu terroristischen Gr\u00e4ueltaten; Hintergr\u00fcnde und Urheber bleiben im Dunkeln. Maria Lozano vom internationalen p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c sprach mit Bischof Luiz Fernando Lisboa aus Pemba, das in der Provinz Cabo Delgado liegt, \u00fcber die aktuelle Situation. Sie hat sich \u00fcber die Ostertrage nochmals verschlimmert.<\/em><\/p>\n<p><strong>Kirche in Not: <em>Vor ein paar Wochen haben Sie \u00fcber Angriffe auf die Stadt Moc\u00edmboa da Praia im Norden Ihrer Di\u00f6zese berichtet. Wie ist die Lage dort heute?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Bischof Luiz Fernando Lisboa: <\/strong>In den vergangenen Monaten wurden nicht nur Moc\u00edmboa da Praia, sondern auch in zwei anderen wichtigen Ortschaften Anschl\u00e4ge ver\u00fcbt. In Moc\u00edmboa da Praia ist die Lage zurzeit unter Kontrolle, aber leider hat es viele Pl\u00fcnderungen gegeben. W\u00e4hrend der Angriffe sind viele Menschen aus der Stadt geflohen und haben im Wald Zuflucht gesucht. Einige Kriminelle haben dies ausgenutzt, um die H\u00e4user zu pl\u00fcndern. Am 20. April wurde einer dieser Diebe gefasst und von der Bev\u00f6lkerung gelyncht. Leider f\u00fchrt dieses Klima des Terrors zu Unsicherheit und zunehmender Kriminalit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong><em>Am Karfreitag wurde die Missionsstation im Dorf Muambula angegriffen. Was ist dazu bekannt? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Angreifer \u00fcberfielen die Kirche und steckten mehrere Kirchenb\u00e4nke sowie das aus schwarzem Holz gefertigte Bildnis der Muttergottes in Brand. Sie zerst\u00f6rten auch ein Bild des Heiligsten Herzens Jesu, dem die Pfarrei geweiht ist. Gl\u00fccklicherweise konnten sie nicht die ganze Kirche in Brand stecken, sondern nur die Kirchenb\u00e4nke.<\/p>\n<p><strong><em>War dies der erste Anschlag auf eine Kirche?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es wurden bereits sechs Kapellen bereits angegriffen und niedergebrannt. Auch auf Moscheen wurden Brandanschl\u00e4ge ver\u00fcbt. Allerdings sind in j\u00fcngerer Zeit offensichtlich die christlichen Kirchen die Hauptziele.<\/p>\n<p><strong><em>Stimmt es, dass es in einem der D\u00f6rfer des Distrikts Muidumbe zu einem Massaker gekommen ist?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ja, am 7. April in Xitaxi. Zu unserer gro\u00dfen Trauer wurden dort 52 junge Menschen niedergemetzelt, als sie sich weigerten, sich den Aufst\u00e4ndischen anzuschlie\u00dfen. F\u00fcr uns sind sie M\u00e4rtyrer des Friedens, weil sie es abgelehnt haben, sich am Krieg zu beteiligen und deshalb ihr Leben verloren haben.<\/p>\n<p><strong><em>Warum ist Mosambik zum Schauplatz des islamistischen Terrors geworden?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde nicht behaupten, dass Mosambik ein Schauplatz des islamistischen Terrors ist. Die j\u00fcngsten Anschl\u00e4ge sind vermeintlich vom sogenannten \u201eIslamischen Staat\u201c ver\u00fcbt worden, aber es bestehen weiterhin Zweifel daran. Einige meinen, dass eine lokale Gruppe daf\u00fcr verantwortlich ist, die den Namen des Islamischen Staates benutzt. Wir wissen auch nicht, was hinter all dem steckt, glauben aber, dass es um nat\u00fcrliche Ressourcen geht.<\/p>\n<p><strong><em>Aber sind die Beteiligten an diesen Terrorakten \u00fcberall dieselben? Woher kommen sie? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir haben bemerkt, dass die Terroristen in der Vergangenheit nur einen Anschlag an je einem Ort ver\u00fcbt haben. Nun sind sie dazu \u00fcbergegangen, mehrere Angriffe gleichzeitig durchzuf\u00fchren. Viele Berichte besagen, dass ein Teil von ihnen Mosambikaner sind und die anderen aus Tansania und anderen L\u00e4ndern kommen.<\/p>\n<p><strong><em>Haben die Anschl\u00e4ge eine religi\u00f6se Komponente?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Von Anfang an haben sich die muslimischen F\u00fchrer von den Anschl\u00e4gen distanziert. Sie haben erkl\u00e4rt, mit all dem nichts zu tun zu haben. Sie wollen keine Gewalt. Sowohl in Cabo Delgado als auch im \u00fcbrigen Mosambik haben wir nie Probleme zwischen den Religionen gehabt. Wir haben viele gemeinsame Aktivit\u00e4ten unternommen: Gebete, Erkl\u00e4rungen und M\u00e4rsche f\u00fcr den Frieden.<\/p>\n<p><strong><em>Was unternimmt die Regierung in Mosambik, um die Situation zu entsch\u00e4rfen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Sie hat verst\u00e4rkt Verteidigungskr\u00e4fte entsandt. Allerdings gibt es darunter viele junge Leute, die dort aus reiner Pflicht sind. Wenn es dann zu einem Angriff kommt, desertieren viele. Sie sind schlecht auf den Kampf vorbereitet und kaum in der Lage, mit dieser Situation umzugehen. Ich empfinde schreckliches Mitleid mit den jungen Menschen, denn viele haben bereits ihr Leben verloren.<\/p>\n<p><strong><em>In seiner Osterbotschaft hat der Heilige Vater \u00fcber Mosambik gesprochen. Er ist eine der wenigen Stimmen, die das Schweigen brechen. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es war f\u00fcr uns sehr wichtig, dass der Papst die humanit\u00e4re Krise in Cabo Delgado angesprochen hat, weil es hier eine Art \u201eVerschwiegenheitsgesetz\u201c gibt.<\/p>\n<p><strong><em>Was meinen Sie damit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Lage ist sehr ernst, weil nicht frei gesprochen werden kann. Einige Journalisten wurden verhaftet; bei vielen Reportern wurden die Kameras konfisziert. Es ist wichtig, dass bekannt wird, was vor sich geht, und dass internationale Organisationen t\u00e4tig werden. Die Menschen hier haben sehr viel gelitten; es gibt Hunderte von Toten. In unserer Provinz haben wir mehr als 200 000&nbsp; Vertriebene. Es ist eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit. Die Menschen hier haben sehr wenig, und das Wenige, das sie haben, geht durch diesen Krieg verloren.<\/p>\n<p><em>\u201eKirche in Not\u201c unterst\u00fctzt die schwierige Mission der Kirche in Mosambik. Das Hilfswerk f\u00f6rdert zum Beispiel die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten, finanziert Fahrzeuge f\u00fcr die Seelsorge, f\u00f6rdert den Bau und die Renovierung von Kirchen und unterst\u00fctzt die kirchliche Friedensarbeit. Um weiter helfen zu k\u00f6nnen, bittet \u201eKirche in Not\u201c um Spenden \u2013 online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:<\/em><\/p>\n<p><em>Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<br \/> <\/em><strong><em>IBAN:<\/em><\/strong><em>&nbsp;AT71 2011 1827 6701 0600<\/em><em><br \/> <strong>BIC:<\/strong>&nbsp;GIBAATWWXXX<\/em><em><br \/> Verwendungszweck: Mosambik<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Herr des Lebens zeige den Menschen in Asien und Afrika seine N\u00e4he, die schwere humanit\u00e4re Krisen durchmachen, wie etwa in der Region Cabo Delgado im Norden Mosambiks\u201c, sagte Papst Franziskus in seiner Osterbotschaft. 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