{"id":2011,"date":"2020-05-12T06:29:26","date_gmt":"2020-05-12T04:29:26","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/uebergriffe-und-morde-durch-fulani-html\/"},"modified":"2023-02-20T12:41:43","modified_gmt":"2023-02-20T11:41:43","slug":"uebergriffe-und-morde-durch-fulani-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/uebergriffe-und-morde-durch-fulani-html\/","title":{"rendered":"\u00dcbergriffe und Morde durch Fulani"},"content":{"rendered":"<p>In den ersten zwei Monaten des Jahres 2020 t\u00f6teten nach Angaben der in Nigeria ans\u00e4ssigen <em>\u201cInternational Society for Civil Liberties and Rule of Law\u201d<\/em> Fulani-Viehhirten 350 Christen. Die US-Menschenrechtsorganisation \u201cInternational Committee on Nigeria\u201d berichtete, dass extremistische Fulani-Hirten (die traditionell Muslime sind) in den Jahren 2015 bis 2020 f\u00fcr 17.000 Tote verantwortlich waren, wobei die Mehrheit der Opfer christliche Bauern im sog. \u201cMiddle Belt\u201d des Landes waren.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Gruppe Boko Haram, die weiterhin im Land aktiv ist und und die ein islamistisches Kalifat errichten will, sind die Ziele der Fulani-K\u00e4mpfer lokal begrenzt und richten sich insbesondere auf den besseren Zugang zu Weiden f\u00fcr ihre Herden, so der \u201cGlobale Terrorismus Index\u201d. Die daraus resultierenden Landkonflikte haben einen ethnischen und religi\u00f6sen Charakter, da die attackierten Bauern vorwiegend Christen sind.<\/p>\n<p>\u00dcbergriffe und Morde durch Fulani-Viehhirten haben sich im M\u00e4rz und April mit hohem Tempo fortgesetzt. Hier eine Zusammenfassung von Zwischenf\u00e4llen, \u00fcber die von nigerianischen Medien berichtet wurde: Am 5. M\u00e4rz wurden vier Christen im Bundesstaat Benue get\u00f6tet, sieben kamen am 13. und 14. M\u00e4rz bei Angriffen im Bundesstaat Plateau ums Leben. Am 26. und 31. M\u00e4rz wurden neun Christen im Staat Kaduna get\u00f6tet. Am 1. und 2. April wurden im Staat Plateau sieben Bauern get\u00f6tet, am 4. April im Bundesstaat Ondo drei Christen, am 11. April wurde ein christlicher Bauer im Staat Plateau ermordet, am 13. April wurden im selben Bundesstaat zwei Christen enthauptet und am 14. April neun Christen get\u00f6tet, darunter sechs Kinder und eine schwangere Frau.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><em>Fr. Samuel Aseer Aluga, der Pfarrer der St. Augustin-Kirche in der Di\u00f6zese Lafia im Bundesstaat Nasarawa, war im vergangenen Jahr selbst mit einem Angriff der Fulani-Viehhirten konfrontiert und berichtet KIRCHE IN NOT von seiner Erfahrung und seinen Gedanken \u00fcber die Verfolgung von Christen in Nigeria im Lichte der Osterzeit:<\/em><\/p>\n<p>\u201cEs geschah am 1. Januar 2019, als ich in der Kirche des heiligen Johannes des T\u00e4ufers in Keana im Staat Nasarawa die heilige Messe feierte. Es war 5:30 Uhr morgens, und die Mitglieder einer katholischen Frauenorganisation hatten sich versammelt, um das Fest der Muttergottes zu begehen. Die Frauen sangen und tanzten, als Pfarrangeh\u00f6rige aus der Au\u00dfenstation St. Johannes in die Kirche kamen und ihre Habseligkeiten bei sich trugen. Sie sagten, die Fulani h\u00e4tten Christen in der Au\u00dfenstation get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Die Leute schrien um Hilfe. Aber die Polizei sagte mir, sie h\u00e4tten nicht genug Personal vor Ort, um der Zahl der angreifenden Fulani gewachsen zu sein. Sie sagten auch, sie h\u00e4tten auch nicht die modernen Waffen, \u00fcber die die Angreifer verf\u00fcgten. Am Ende pl\u00fcnderten die Fulani viele Au\u00dfenstationen, und eine Pfarrei mit 30 Au\u00dfenstationen wurde geschlossen. Meine Pfarrangeh\u00f6rigen und ich wurden zu Binnenfl\u00fcchtlingen. Einige Familien, die nicht nach Hause zur\u00fcckkehren konnten, befinden sich noch in meiner Obhut. Ich habe f\u00fcr sie eine Unterkunft gemietet.<\/p>\n<p>An jenem Tag wurden 15 Angeh\u00f6rige der Pfarrei brutal abgeschlachtet. Dies geschah am Neujahrstag, an dem wir die Muttergottes ehren, und ich f\u00fchlte mich im Stich gelassen und fragte mich, ob Gott auf unserer Seite sei. Ich fragte mich, warum das, was ich organisiert hatte, um die Muttergottes zu ehren, und der Terror am selben Tag passieren musste. Ich fragte mich, wo Maria, unsere Mutter, war, warum sie nicht eingreifen konnte, sondern diese Menschen leiden lie\u00df.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter k\u00f6nnen wir, wenn wir im Licht von Ostern \u00fcber das Leid nachdenken, das durch die Fulani-Viehhirten, Boko Haram und ISWAP ver\u00fcbt wird, zuerst einmal feststellen: Das Leid war von jeher ein Teil der menschlichen Anstrengungen. Es geschieht, um die Menschheit aus ihrem Versagen lernen und sie zu ihrem Gott zur\u00fcckkehren zu lassen, um Barmherzigkeit zu erlangen.<\/p>\n<p>Obwohl wir in diesem Land von verschiedenen Seiten Leid erfahren \u2013 von islamistischem Terrorismus bis hin zu Entf\u00fchrungen und bewaffnetem Banditentum \u2013 m\u00fcssen wir ein Volk der Hoffnung sein. Wenden wir uns an Gott, unseren Vater, und beten wir innig darum, dass Er eingreift.<\/p>\n<p>&nbsp;M\u00f6gen wir unsere Leiden und unseren Schmerz unserem Herrn und Meister Jesus aufopfern, der am Kreuz auf Kalvaria vor Schmerz aufschrie und um unseretwillen Seinen Geist aushauchte. Er sagte, wie es der Evangelist Joahnnes \u00fcberliefert hat: \u201cEs ist vollbracht.\u201d So werden eines Tages auch alle diese Schreie und dieser Terror zu Ende gehen. Alles, was wir tun m\u00fcssen, ist, an unserem Glauben festzuhalten in der Hoffnung, dass auch dies eines Tages vor\u00fcbergehen wird.<\/p>\n<p>Die Osterzeit ist eine besondere Zeit, in der die Kirche jedes Jahr den <em>\u00dcbergang<\/em> Christi feiert, den \u00dcbergang vom Leiden und Tod in die ewige Glorie der Auferstehung. Unsere menschlichen Erfahrungen sollten uns nicht daran hindern, Ostern in seiner ganzen F\u00fclle zu begehen.<\/p>\n<p>Wenn wir weiterhin unseren t\u00e4glichen Kampf streiten, m\u00fcssen wir ein Volk der Hoffnung sein, dass Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in unsere Situation eingreifen und dauerhaft Freude und Frieden bringen wird. Er wird uns zu unseren <em>\u00dcbergang<\/em> rufen \u2013 unserem eigenen \u00dcbergang von Leben zum Tod.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den ersten zwei Monaten des Jahres 2020 t\u00f6teten nach Angaben der in Nigeria ans\u00e4ssigen \u201cInternational Society for Civil Liberties and Rule of Law\u201d Fulani-Viehhirten 350 Christen. 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