{"id":2043,"date":"2020-07-08T07:32:08","date_gmt":"2020-07-08T05:32:08","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/sorge-um-die-hagia-sophia-html\/"},"modified":"2023-02-24T09:52:31","modified_gmt":"2023-02-24T08:52:31","slug":"sorge-um-die-hagia-sophia-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/sorge-um-die-hagia-sophia-html\/","title":{"rendered":"Sorge um die Hagia Sophia"},"content":{"rendered":"<p><span>Die j\u00fcngsten Streitigkeiten zwischen orthodoxen Kirchen scheinen zumindest f\u00fcr einen Moment der gemeinsamen Sorge um das Schicksal der Hagia Sophie \u00fcberwunden, die nach dem Willen t\u00fcrkischen Regierung schon bald in Mosche umgewandelt werden k\u00f6nnt. Die gemeinsamen Bedenken brachte Metropolit Hilarion Alfeyev, Leiter der Abteilung f\u00fcr Au\u00dfenbeziehungen des orthodoxen Patriarchats in Moskau, zum Ausdruck. Die russische Agentur Interfax zitiert den Vertreter der orthodoxen Kirche am gestrigen 3. Juli mit folgenden Worten. &#8222;Wir verfolgen die Ereignisse rund um die Kathedrale der Hagia Sophia mit ernsthaften Bedenken. Wir warten auf die offizielle Ver\u00f6ffentlichung der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der T\u00fcrkei, der nach Angaben der Presse entschieden hat, dass der Status der Hagia Sophia, der derzeit dem eines Museums entspricht, durch ein Dekret des Pr\u00e4sidenten des Landes ge\u00e4ndert werden kann\u201d. Hilarion bezeichnete die Hagia Sophia als &#8222;Erbe der gesamten Menschheit&#8220; und unterstrich, dass \u00c4nderung des gegenw\u00e4rtigen Status quo &#8222;das gegenseitige Verst\u00e4ndnis in der Welt, den Dialog zwischen Zivilisationen und Kulturen, den interreligi\u00f6sen Dialog ernsthaft sch\u00e4digen kann&#8220;. Unter erinnert der Metropolit des Patriarchats von Moskau auch an die besondere Rolle, die die Hagia Sophia in der Geschichte des russischen Christentums und erw\u00e4hnt in diesem Zusammenhang die Legende von Prinz Wladimir. Nach dieser Legende soll bei Prinz Wladimir von Kiew, der auf der Suche nach der wahren Religion f\u00fcr sein Volk war die Vertreter des Islam aus Bulgarien, die Vertreter des Judentums und die Gesandten des Papstes aus Deutschland erfolglos vorgesprochen haben. Seine Entscheidung fiel erst, als seine Gesandten von einer feierlichen Liturgie zur\u00fcckgekehrt waren, an der sie in der Basilika der Heiligen Sofia in Konstantinopel teilgenommen hatten: &#8222;Wir sind zu den Griechen gekommen&#8220;, sollen die Botschafter dem Prinzen berichtet haben,\u201c und wir wurden dahin gef\u00fchrt, wo sie die Liturgie f\u00fcr ihren Gott feiern &#8230; Wir wusstem nicht mehr, ob wir im Himmel oder auf Erden waren &#8230; denn wir haben erfahren, dass Gott dort unter Menschen lebt.&#8220;<br \/><\/span><br \/><span>Bereits am 1. Juli brachte auch die Interparlamentarischen Versammlung der Orthodoxie mit Sitz beim griechischen Parlament, die 1993 auf Initiative von Parlamentariern aus Russland und Griechenland gegr\u00fcndet wurde und heute parlamentarische Vertreter aus 25 L\u00e4ndern umfasst, die eigene Sorge um die Zukunft der Hagia Sofia zum Ausdruck. Die Organisation widment sich der Analyse von politische Prozessen aus der orthodoxen christliche Perspektive und m\u00e4chte die Begegnung und das gegenseitigen Verst\u00e4ndnisses zwischen den Kulturen f\u00f6rdern. Die Hypothese, Hagia Sofia k\u00fcnftig als Ort der muslimischen Anbetung zu verwenden \u2013 so die Interparlamentarischen Versammlung &#8211; sei Anlass zur Sorge &#8222;bei allen M\u00e4nnern guten Willens und bei Gl\u00e4ubigen, die durch ihre Aktivit\u00e4ten und Gebete versuchen, die Verst\u00e4ndigung unter den gro\u00dfen Religionen der Welt zu f\u00f6rdern&#8220;.<br \/><\/span><br \/><span>Am 30. Juni hatte auch Bartholomaios I., der \u00f6kumenischer Patriarch von Konstantinopel erkl\u00e4rt, die m\u00f6gliche Umwandlung des monumentalen Komplexes der Hagia Sofia in Istanbul in eine Moschee, bringe die ganze Welt gegen den Islam auf (vgl. Fides 01\/07\/2020) . Es sei es &#8222;absurd und sch\u00e4dlich\u201d, dass die Hagia Sophia von einem, an dem die V\u00f6lker sich begegnen und gemeinsam ihre Gr\u00f6\u00dfe bewundern k\u00f6nnen, wieder in einen Ort der Konfrontation werden k\u00f6nnte. (Quelle: Fidesdienst)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die j\u00fcngsten Streitigkeiten zwischen orthodoxen Kirchen scheinen zumindest f\u00fcr einen Moment der gemeinsamen Sorge um das Schicksal der Hagia Sophie \u00fcberwunden, die nach dem Willen t\u00fcrkischen Regierung schon bald in Mosche umgewandelt werden k\u00f6nnt. Die gemeinsamen Bedenken brachte Metropolit Hilarion Alfeyev, Leiter der Abteilung f\u00fcr Au\u00dfenbeziehungen des orthodoxen Patriarchats in Moskau, zum Ausdruck. 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