{"id":2047,"date":"2020-07-13T09:42:49","date_gmt":"2020-07-13T07:42:49","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/provokation-fuer-orthodoxe-christen-html\/"},"modified":"2023-02-24T09:52:31","modified_gmt":"2023-02-24T08:52:31","slug":"provokation-fuer-orthodoxe-christen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/provokation-fuer-orthodoxe-christen-html\/","title":{"rendered":"\u201eProvokation f\u00fcr orthodoxe Christen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts der T\u00fcrkei, die Hagia Sophia in Istanbul wieder in eine Moschee umzuwandeln, st\u00f6\u00dft international in Kirchen und Politik auf Kritik. Unmittelbar nach Bekanntgabe des Urteils \u00fcbergab der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan per Dekret die Hagia Sophia an die Religionsbeh\u00f6rde Diyanet.<\/p>\n<p>In einer Fernsehansprache k\u00fcndigte er an, dass dort am 24. Juli die ersten muslimischen Gebete abgehalten werden. Er versicherte zugleich, dass die T\u00fcren der Hagia Sophia f\u00fcr Muslime und Nicht-Muslime offen sein werden. Muslime bejubelten das Urteil vor dem Geb\u00e4ude und riefen \u201eAllah ist gro\u00df\u201c.<\/p>\n<p>Die Hagia Sophia war im 6. Jahrhundert als Kirche des griechisch-orthodoxen Kaiserreichs Byzanz erbaut worden. Nach der Eroberung Konstantinopels durch Truppen des Osmanischen Reiches diente sie ab 1453 als Moschee. 1934 wurde sie in ein Museum umgewidmet.<\/p>\n<p><strong>Patriarch Kirill: Russisches Volk empfindet \u201egro\u00dfen Schmerz\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Scharfe Proteste ruft die jetzige Entscheidung insbesondere bei Staaten hervor, die vom orthodoxen Christentum gepr\u00e4gt sind. So nannte die griechische Pr\u00e4sidentin Katerina Sakellaropoulou die Umwandlung einen \u201ezutiefst provokanten Akt gegen die internationale Gemeinschaft\u201c. Die Umnutzung beleidige auf \u201ebrutale Weise das historische Ged\u00e4chtnis, untergr\u00e4bt den Wert der Toleranz und vergiftet die Beziehungen der T\u00fcrkei zur gesamten zivilisierten Welt\u201c.<\/p>\n<p>Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, erkl\u00e4rte, die Entscheidung f\u00fcge dem russischen Volk, das sich mehrheitlich zur Orthodoxie bekenne, \u201egro\u00dfen Schmerz\u201c zu. Kritik \u00fcbten ferner unter anderen die Regierungen von Russland, der USA und von Frankreich.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcbel f\u00fcr gemeinsame Nutzung der Hagia Sophia durch Muslime und Christen<\/strong><\/p>\n<p>Auch in der deutschen Politik gibt es heftigen Widerspruch. Der Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr weltweite Religionsfreiheit, Markus Gr\u00fcbel (CDU), sprach von einer \u201eunn\u00f6tigen Provokation der orthodoxen Christen\u201c, insbesondere in Griechenland und Russland. Die Umwandlung habe innenpolitische Gr\u00fcnde. Das Ansehen des t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten werde schw\u00e4cher. \u201eEr macht Symbolpolitik\u201c, sagte Gr\u00fcbel gegen\u00fcber domradio.de.<\/p>\n<p>Er h\u00e4tte sich gew\u00fcnscht, dass die Hagia Sophia \u201ebei einer Status\u00e4nderung als Ort zur Begegnung und des Austausches zwischen beiden Religionen dient oder als Simultangotteshaus, das von Muslimen und Christen gemeinsam genutzt wird\u201c. Der europapolitische Sprecher der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion, Florian Hahn (CSU), forderte, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der T\u00fcrkei zu beenden: \u201eAlles andere w\u00e4re eine Farce. Die EU darf nicht l\u00e4nger gute Miene zum b\u00f6sen Spiel Erdogans machen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts der T\u00fcrkei, die Hagia Sophia in Istanbul wieder in eine Moschee umzuwandeln, st\u00f6\u00dft international in Kirchen und Politik auf Kritik. 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