{"id":2125,"date":"2020-11-04T13:53:34","date_gmt":"2020-11-04T12:53:34","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/kirchenfuehrer-mahnen-regierung-html\/"},"modified":"2023-02-22T09:28:52","modified_gmt":"2023-02-22T08:28:52","slug":"kirchenfuehrer-mahnen-regierung-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/kirchenfuehrer-mahnen-regierung-html\/","title":{"rendered":"Kirchenf\u00fchrer mahnen Regierung"},"content":{"rendered":"<p>Die Ank\u00fcndigung f\u00fchrender hindu-nationalistischer Netzwerke, man plane \u2013 insbesondere in den Stammesgebieten Indiens \u2013 eine Kampagne gegen religi\u00f6se Konversion, kommentieren katholische Kirchenf\u00fchrer mit der Feststellung, eine solche Kampagne bestehe schon seit Langem; dieser Schachzug ziele darauf ab, Menschen entlang religi\u00f6ser Grenzen zu spalten, um politischen Nutzen daraus zu ziehen. Der Vorwurf, der den Christen gemacht wird: Sie w\u00fcrden im Verborgenen und durch Manipulation Stammesangeh\u00f6rige bekehren.<\/p>\n<p>In den Stammesgebieten ist ein pl\u00f6tzlicher Anstieg der Gewalt gegen Christen zu verzeichnen und christliche F\u00fchrer haben die Regierung aufgefordert, gegen diese Verbrechen vorzugehen.<\/p>\n<p>\u201eDies ist weder eine allein f\u00fcr sich stehende noch eine pl\u00f6tzliche Kampagne, und erst recht keine neue. Der RSS hat sie w\u00e4hrend des Gro\u00dfteils seines 96-j\u00e4hrigen Bestehens auf der Agenda gehabt\u201c, sagte John Dayal, Journalist, inzwischen katholischer Aktivist und Sprecher der All India Catholic Union, gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT (ACN).<\/p>\n<p>Der RSS (Rashtriya Swayamsevak Sangh \u2013 \u201eNationale Freiwilligenorganisation\u201c) ist bekannt als Ausgangsbasis des Hindu-Nationalismus und als treibende ideologische Kraft hinter der regierenden BJP (Indische Volkspartei), die seit 1998 im Zentrum der politischen B\u00fchne Indiens steht.<\/p>\n<p>&nbsp;\u201eAls einer der wichtigsten Arme des RSS hat der VHP (Vishna Hindu Parishad \u2013 Welt-Hindu-Rat) in den Stammesgebieten Zentralindiens in dieser Frage die F\u00fchrung \u00fcbernommen. Es ist ihm fast gelungen, die Adivasi-(Stammes-)Gemeinschaften in den Waldgebieten von Jharkhand, Orissa, Chhattisgarh und Madhya Pradesh aufzuwiegeln \u201c, sagte Dayal, einer der Gr\u00fcnder des United Christian Forum for Human Rights.<\/p>\n<p>Dayal berichtet, dass der RSS und der VHP ihre Kampagnen \u00fcber Nachrichtensender angek\u00fcndigt haben. Im Gegensatz zu dem gegen die Christen erhobenen Konversionsvorwurf geht ihr Bev\u00f6lkerungsanteil immer weiter zur\u00fcck.&nbsp; \u201eVHP und RSS sollten die Anschuldigungen mit Daten und Statistiken belegen. 1950 betrug der Anteil der Christen an der Bev\u00f6lkerung drei Prozent, 1971 lag er bei 2,6 Prozent und bei der Volksz\u00e4hlung 2011 bei 2,3 Prozent. Das zeigt, dass die Vorw\u00fcrfe jeglicher Grundlage entbehren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Hinweis auf Stammesgebiete in der Kampagnenerkl\u00e4rung l\u00e4sst die politische Agenda dahinter zutage treten\u201c, erkl\u00e4rte Arun Pannalal, der sich unter dem Banner des Chhattisgarh Christian Forum f\u00fcr die leidgepr\u00fcften Christen im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh einsetzt.<\/p>\n<p>Die hinduistisch-nationalistische BJP hat bei den Wahlen 2019 sowohl die Kontrolle \u00fcber das von Stammesv\u00f6lkern dominierte Chhattisgarh als auch \u00fcber den benachbarten Bundesstaat Jharkhand verloren, darum \u201eist die Kampagne schon im Gange\u201c, so Pannalal gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT. \u201eSie versuchen, die Emotionen der hindu-nationalistischen Kader anzustacheln. Konversionsvorw\u00fcrfe sind ein einfaches Mittel dazu.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEine gut ge\u00f6lte Maschinerie ist am Werk. Tage vor einem Angriff auf Christen sind erstmals Zeitungsberichte gegen Konversionen erschienen, gefolgt von Debatten im Fernsehen, zu denen keine Christen eingeladen waren, um etwas zur Verteidigung der Christen zu sagen. Auch die sozialen Medien werden genutzt: Es gibt Hassreden, Kundgebungen gegen Konversionen werden inszeniert. Wenn die Atmosph\u00e4re des Hasses reif ist, findet der Angriff dann statt\u201c, sagte Pannalal.<\/p>\n<p>\u201eEs finden regelm\u00e4\u00dfig Dorfversammlungen statt, bei denen gegen Christen gehetzt wird. An diesen Treffen tief im Dschungel nehmen 2000 bis 5000 Stammesangeh\u00f6rige teil. Sie erhalten kostenlose Mahlzeiten und werden indoktriniert. Das erkl\u00e4rt Berichte \u00fcber Vorf\u00e4lle, bei denen Christen aus Chhattisgarh vertrieben wurden\u201c, sagte Pannalal.<\/p>\n<p>Vor kurzem kam es zu einem weiteren Angriff, bei dem ein Kreuz abgerissen und an derselben Stelle ein Hindu-Tempel errichtet wurde. \u201eDie Zahl der Gr\u00e4ueltaten, die sich gezielt gegen Christen richten, nimmt alarmierend zu\u201c, so Pannalal.<\/p>\n<p>\u201eIch habe gerade ein be\u00e4ngstigendes Video gesehen, in dem einige (Hindus) sagen: \u201aWir tun alles f\u00fcr unsere Religion.\u2018 Die Beh\u00f6rden m\u00fcssen Rechtsstaatlichkeit durchsetzen und gew\u00e4hrleisten, dass die T\u00e4ter nicht davonkommen\u201c, sagte Henry Thakur, Erzbischof von Raipur, der Hauptstadt von Chhattisgarh, gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT. \u201eFr\u00fcher gab es sporadische Angriffe. Jetzt sind sie regelm\u00e4\u00dfig, organisiert und koordiniert.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir zweifeln nicht daran, dass das <em>Schreckgespenst<\/em> der Konversion ein Werkzeug in den H\u00e4nden von Hindu-Nationalisten ist\u201c, \u00e4u\u00dferte ein einheimischer Geistlicher aus der Di\u00f6zese Ranchi, Hauptstadt von Jharkhand, gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT. \u201eSie (die Hindu-Nationalisten) versuchen, die Angeh\u00f6rigen der St\u00e4mme f\u00fcr ihre Zwecke miteinzubinden, indem sie diesen erz\u00e4hlen, sie seien Hindus. Historikern zufolge ist die (animistische) Stammeskultur jedoch viel \u00e4lter als die Hindukultur. Doch sie versuchen, bei den St\u00e4mmen auf breiterer Ebene Fu\u00df zu fassen, indem sie ihnen den Hindu-Stempel aufdr\u00fccken und sie gegen Christen aufbringen\u201c, sagte der katholische Priester<\/p>\n<p>Er f\u00fcgte hinzu: \u201eDie Kirche hat kein System, um mit den Verbrechern fertigzuwerden. Der Staatsapparat, von der Polizei bis zur Justiz, muss wirksam eingreifen, um die Christen zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ank\u00fcndigung f\u00fchrender hindu-nationalistischer Netzwerke, man plane \u2013 insbesondere in den Stammesgebieten Indiens \u2013 eine Kampagne gegen religi\u00f6se Konversion, kommentieren katholische Kirchenf\u00fchrer mit der Feststellung, eine solche Kampagne bestehe schon seit Langem; dieser Schachzug ziele darauf ab, Menschen entlang religi\u00f6ser Grenzen zu spalten, um politischen Nutzen daraus zu ziehen. 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