{"id":2145,"date":"2020-12-02T13:27:30","date_gmt":"2020-12-02T12:27:30","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/dramatisch-situation-der-katholiken-html\/"},"modified":"2023-02-20T12:32:44","modified_gmt":"2023-02-20T11:32:44","slug":"dramatisch-situation-der-katholiken-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/dramatisch-situation-der-katholiken-html\/","title":{"rendered":"Dramatisch Situation der Katholiken"},"content":{"rendered":"<p>25 Jahre nach dem Abkommen von Dayton, das den dreij\u00e4hrigen Bosnienkrieg beendete, gehen die katholischen Bisch\u00f6fe von Bosnien und Herzegowina hart mit der politischen und gesellschaftlichen Situation des Landes ins Gericht. Der Vertrag sei den V\u00f6lkern von Bosnien und Herzegowina \u201evon der internationalen Gemeinschaft unter F\u00fchrung der Vereinigten Staaten auferlegt\u201c worden und habe den \u201emehrj\u00e4hrigen Krieg gestoppt, aber keinen dauerhaften Frieden geschlossen\u201c, schreiben die Bisch\u00f6fe in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung vom 19. November, die dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegt.<\/p>\n<p>Weder die Gleichberechtigung der verschiedenen V\u00f6lker und Minderheiten, noch die R\u00fcckkehr der Vertriebenen und Fl\u00fcchtlinge oder die Entsch\u00e4digung f\u00fcr zerst\u00f6rtes und gepl\u00fcndertes Eigentum sei erreicht worden, beklagen die Bisch\u00f6fe. Stattdessen schwele der Konflikt nach wie vor weiter.<\/p>\n<p><strong>Katholische Bev\u00f6lkerung vor dem Aus<\/strong><\/p>\n<p>Dramatisch sei auch die Situation der Katholiken im Land: \u201eFast die gesamte katholische Bev\u00f6lkerung [\u2026] in der Entit\u00e4t Republik Srpska ist ausgerottet; und in der Entit\u00e4t F\u00f6deration Bosnien und Herzegowina ist sie kontinuierlich r\u00fcckl\u00e4ufig\u201c. Vor allem sorgen sich die Bisch\u00f6fe um die Abwanderung junger Menschen und ganzer Familien. Verantwortlich daf\u00fcr seien Kriminalit\u00e4t, Korruption, fehlende Arbeitsm\u00f6glichkeiten und schlechte politische F\u00fchrung im Land.<\/p>\n<p>Die meisten Katholiken in Bosnien und Herzegowina geh\u00f6ren der kroatischen Volksgruppe an. Pflicht \u201eder einheimischen und ausl\u00e4ndischen Beamten\u201c sei es gewesen, die \u201epolitischen, rechtlichen und materiellen\u201c Rahmenbedingungen zu schaffen, um die katholische Minderheit im Land zu halten. Dies sei jedoch ausgeblieben, monieren die Bisch\u00f6fe.<\/p>\n<p><strong>Forderung nach einer neuen Verfassung<\/strong><\/p>\n<p>Bosnien und Herzegowina sei in den vergangenen 25 Jahren auf dem Weg zu einem stabilen Frieden und \u201eder w\u00fcnschenswerten europ\u00e4ischen Integration\u201c zu wenig vorangekommen. Deshalb fordern die Bisch\u00f6fe nationale wie internationale Politiker auf, \u201esich entschlossener als bisher um eine gerechte [\u2026] Verfassung des Landes zu bem\u00fchen\u201c.<\/p>\n<p>Bosnien und Herzegowina hat bislang keine rechtlich eigenst\u00e4ndige Verfassung, diese wurde im Anhang des Friedensabkommens von Dayton festgelegt. Eine neue Verfassung solle die drei Staatsv\u00f6lker \u2013 bosnische Kroaten, bosnische Serben und Bosniaken \u2013 die Rechte der ethnischen Minderheiten und die B\u00fcrgerrechte gleicherma\u00dfen ber\u00fccksichtigen, hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung. \u201eDie Verfassung muss von gerechten Gesetzen begleitet sein, die die Achtung aller individuellen und kollektiven Rechte gew\u00e4hrleisten, ohne die M\u00f6glichkeit der Vorherrschaft der St\u00e4rkeren oder Zahlreicheren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Komplexe Gebiets- und Machtteilung<\/strong><\/p>\n<p>Der Friedensvertrag von Dayton wurde unter ma\u00dfgeblicher Vermittlung der USA am 21. November 1995 von den Verhandlungsparteien angenommen und am 14. Dezember in Paris unterzeichnet. Es galt damals als gro\u00dfer politischer Durchbruch, um den Bosnienkrieg mit \u00fcber 100 000 Todesopfern zu beenden. Die Europ\u00e4ische Union hatte sich an dem Abkommen beteiligt. Der Friedensvertrag teilte das Staatsgebiet in die zwei Entit\u00e4ten F\u00f6deration Bosnien und Herzegowina und Republik Srpska auf. Au\u00dferdem wurde eine parit\u00e4tische Machtteilung zwischen Kroaten, Serben und Bosniaken festgelegt. Um die Umsetzung des Abkommens sicherzustellen, wurde ein Hoher Repr\u00e4sentant der Vereinten Nationen f\u00fcr Bosnien und Herzegowina bestellt.<\/p>\n<p>Je etwa die H\u00e4lfte der Einwohner von Bosnien und Herzegowina sind Christen oder Muslime. Der Anteil der Katholiken wird mit 12 bis 14 Prozent angegeben, geht aber kontinuierlich zur\u00fcck. Angaben der lokalen Kirche zufolge wandern j\u00e4hrlich rund 10 000 Katholiken aus. Vielfach beklagten Kirchenvertreter auch eine Benachteiligung der \u00fcberwiegend katholischen Kroaten.<\/p>\n<p><em>KIRCHE IN NOT steht seit \u00fcber drei Jahrzehnten den Katholiken in Bosnien und Herzegowina bei. Die Hilfe umfasst vor allem den Wiederaufbau von Kirchen, Kl\u00f6ster und die Unterst\u00fctzung der Priesterausbildung.<\/em><\/p>\n<p><em>Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzt das Hilfswerk auch die Anschaffung von Fahrzeugen f\u00fcr die Seelsorge, den Aufbau von Pastoralzentren, die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten und leistet Existenzhilfe f\u00fcr kontemplative Kl\u00f6ster. Auch die kirchliche Jugend- und Medienarbeit geh\u00f6rt zu den F\u00f6rderprojekten.<\/em><\/p>\n<p><em>Um weiterhin helfen zu k\u00f6nnen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden \u2013 entweder&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/helfen\/spenden\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #ffffff;\">online \u2026 hier<\/span>&nbsp;<\/a>oder auf folgendes Konto:<\/em><\/p>\n<p><em>Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<br \/>\nIBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<br \/>\nBIC: GIBAATWWXXX<br \/>\nVerwendungszweck: Bosnien<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25 Jahre nach dem Abkommen von Dayton, das den dreij\u00e4hrigen Bosnienkrieg beendete, gehen die katholischen Bisch\u00f6fe von Bosnien und Herzegowina hart mit der politischen und gesellschaftlichen Situation des Landes ins Gericht. 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