{"id":2159,"date":"2020-12-22T14:58:37","date_gmt":"2020-12-22T13:58:37","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/viel-schatten-und-einige-lichtblicke-html\/"},"modified":"2023-02-22T09:26:43","modified_gmt":"2023-02-22T08:26:43","slug":"viel-schatten-und-einige-lichtblicke-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/viel-schatten-und-einige-lichtblicke-html\/","title":{"rendered":"Viel Schatten und einige Lichtblicke"},"content":{"rendered":"<p><!-- x-tinymce\/html --><\/p>\n<p>Corona, Terror, Krieg \u2013 und immer wieder auch eine zunehmende Verfolgung: 2020 war f\u00fcr viele Christen ein schwieriges Jahr. Thomas Heine-Geldern, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Pr\u00e4sident der P\u00e4pstlichen Stiftung \u201eKirche in Not\u201c (ACN) zieht zum Jahreswechsel Bilanz zu Brennpunkten der Verfolgung, zum Einsatz f\u00fcr Religionsfreiheit, aber auch zu Lichtblicken und geleisteten Hilfen.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kirche in Not: 2019 war ein schreckliches Jahr f\u00fcr Christen. Hat sich diese Situation 2020 weiter versch\u00e4rft?<br \/><\/strong><br \/>Thomas Heine-Geldern: Corona und die Folgen haben mancherorts das Menschenrecht auf Religionsfreiheit noch weiter geschw\u00e4cht. Viele bedr\u00e4ngte Christen sind in dieser Zeit einen wahren Kreuzweg der Armut, Ausgrenzung und Diskriminierung gegangen. Hinzu kommen t\u00f6dliche \u00dcbergriffe auf Christen. Vor allem Afrika ist 2020 erneut zu einem \u201eKontinent der M\u00e4rtyrer\u201c geworden. Ich m\u00f6chte unter anderem des Seminaristen Michael Nnadi aus Nigeria sowie des Katecheten Philippe Yargasaus aus Burkina Faso gedenken, die beide ermordet wurden. Aber ich denke auch an die Opfer religi\u00f6ser Verfolgung, die noch am Leben sind, insbesondere die entf\u00fchrte Schwester Gloria Narvaez in Mali.<\/p>\n<p><strong>Sie haben die Corona-Pandemie angesprochen. Welche Auswirkungen hat sie auf leidende Christen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben viele Notrufe aus zahlreichen Ortskirchen erhalten. Es waren laute Hilfeschreie. Es gab L\u00e4nder, in denen sich die soziale Diskriminierung der Christen w\u00e4hrend der Pandemie noch weiter intensiviert hat. Ich denke da an die christliche Minderheit in Pakistan oder in Indien. Es war f\u00fcr sie zum Teil unm\u00f6glich, \u00fcber die staatlichen Kan\u00e4le Hilfe zu bekommen. Deswegen haben wir von \u201eKIRCHE IN NOT\u201c ein Nothilfeprogramm gestartet. Aus vielen anderen Regionen, wo die Christen zu den untersten gesellschaftlichen Schichten z\u00e4hlen, kamen Bitten um Unterst\u00fctzung der pastoralen und karitativen Arbeit. Gerade dort ist die Kirche oft der einzige Zufluchtsort, wenn die staatlichen Einrichtungen ausfallen. Deswegen haben wir den aufopferungsvollen Dienst von Schwestern, Priestern und Ordensleuten durch Existenzhilfe weltweit unterst\u00fctzt, zum Beispiel in der Ukraine, der Demokratischen Republik Kongo oder Brasilien.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Weltregionen stehen 2021 im Fokus der Arbeit von \u201eKirche in Not\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Die Lage in den L\u00e4ndern der afrikanischen Sahelzone und in Mosambik macht uns sehr gro\u00dfe Sorge. Religi\u00f6ser Extremismus und radikale gewaltt\u00e4tige Islamisten sind auf dem Vormarsch und zerst\u00f6ren das bislang friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen, um Ressourcen und Macht zu erlangen. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben oder sind geflohen. Andere Organisationen ziehen aus Sicherheitsgr\u00fcnden ihre Mitarbeiter zur\u00fcck, aber die Kirche ist da und sorgt sich um die Menschen. Auch Nigeria wird uns weiterhin stark besch\u00e4ftigen. Dieses Land ist sehr wichtig f\u00fcr den gesamten Kontinent, aber Terror und Tod liegen wie ein dunkler Schatten \u00fcber allen Menschen dort. Wir k\u00f6nnen sie nicht allein lassen.<\/p>\n<p><strong>In den vergangenen Jahren hat \u201eKirche in Not\u201c viele Mittel und viel Energie f\u00fcr das \u00dcberleben der Christen im Nahen Osten eingesetzt. Seit dem Beginn des Syrienkriegs und den IS-Eroberungen hat \u201eKIRCHE IN NOT\u201c in Syrien und im Irak Hilfsprojekte in H\u00f6he von \u00fcber 90 Millionen Euro unterst\u00fctzt. Hinzu kamen weitere Projekte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in den Nachbarl\u00e4ndern. Wie ist die Lage dort?&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Viele Christen im Nahen Osten f\u00fchlen sich nach wie vor unsicher und denken daran, ihre Heimat zu verlassen. Die wirtschaftliche und die politische Lage dieser L\u00e4nder geben ihnen keine Zuversicht. Und auch die Gefahr des Dschihadismus ist nicht gebannt. Libanon, das immer Zuflucht und Halt gerade auch f\u00fcr die Christen im Nahen Osten war, liegt am Boden. Die Lage ist sehr schwer, aber es gibt auch hoffnungsvolle Signale: In der Ninive-Ebene im Irak sind gut die H\u00e4lfte der christlichen Familien in ihre D\u00f6rfer zur\u00fcckgekehrt. Auch in Syrien wird wiederaufgebaut. Und der angek\u00fcndigte Papstbesuch in den Irak Anfang M\u00e4rz ist ein gro\u00dfer Hoffnungsschimmer. Wir sind dem Papst unermesslich dankbar, dass er zu den Christen im Irak geht. Sie brauchen ihn.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Am 8. Dezember haben Sie auch \u00fcber die Lage der Christen in Indien gesprochen. In einem Bericht von \u201eKirche in Not\u201c zur Lage der verfolgten Christen steht: \u201eAsien droht der neue Brennpunkt der Christenverfolgung zu werden.\u201c Ist die Lage dort wirklich so schlimm?&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Nationalistische Bewegungen und autorit\u00e4re Regierungssysteme machen im asiatischen Raum vielen Christen das Leben schwer. Indien ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, deswegen haben wir uns zum Beispiel auch f\u00fcr die Freilassung des an Parkinson erkranken 83-j\u00e4hrigen Jesuitenpater Stan Swamy eingesetzt. Das Christentum wird in einigen asiatischen L\u00e4ndern als ein sch\u00e4dlicher Einfluss aus dem Ausland betrachtet, der die Vorherrschaft der f\u00fchrenden Partei oder die vermeintliche religi\u00f6se Geschlossenheit der Nation bedroht. In Indien l\u00e4uft das unter dem Oberbegriff der Hindutva, der Ausrichtung Indiens nach hinduistischen Regeln, und in China lautet der Begriff Sinisierung, also einer Anpassung der kirchlichen Lehre und Tradition an die \u201echinesische Kultur\u201c \u2013 so wie sie die kommunistische Partei Chinas versteht.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eKirche in Not\u201c ver\u00f6ffentlicht alle zwei Jahre einen Bericht zur Lage der Religionsfreiheit weltweit. Der n\u00e4chste Bericht musste coronabedingt verschoben werden und wird jetzt im April 2021 erscheinen. &nbsp;K\u00f6nnen Sie schon etwas dar\u00fcber sagen?&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Seit dem vergangenen Bericht ist die Lage hinsichtlich der Religionsfreiheit nicht besser geworden, sie hat sich weltweit verschlechtert. Es gab 2020 zwar Gott sei Dank keine so massiven Anschl\u00e4ge auf Christen und andere Religionsgemeinschaften wie im Vorjahr. Aber viel Diskriminierung und Verfolgung ereignet sich im Verborgenen oder wird von der Welt\u00f6ffentlichkeit zu wenig beachtet. Der neue Bericht m\u00f6chte genau das offenlegen. In vielen L\u00e4ndern der Welt, in denen es keine \u00f6ffentliche Verfolgung ist, gibt es mehr und mehr Ressentiments gegen\u00fcber Gl\u00e4ubigen. Das trifft mittlerweile auch in Europa zu. Christen sind heutzutage einem radikalen und tiefgehenden Angriff aus zwei Fronten ausgesetzt: die eine will die christlichen Wurzeln zerst\u00f6ren und eine rein individualistische Gesellschaft ohne Gott schaffen. Und die andere versucht, Menschen zu radikalisieren und mit Gewalt ein fundamentalistisches islamistisches System durchsetzen, indem sie Terror und Gewalt s\u00e4t und den Namen Gottes und die Religion missbraucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona, Terror, Krieg \u2013 und immer wieder auch eine zunehmende Verfolgung: 2020 war f\u00fcr viele Christen ein schwieriges Jahr. 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