{"id":2249,"date":"2021-04-29T12:22:00","date_gmt":"2021-04-29T10:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/koennen-glauben-nicht-offen-bekennen-html\/"},"modified":"2023-02-20T12:23:21","modified_gmt":"2023-02-20T11:23:21","slug":"koennen-glauben-nicht-offen-bekennen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/koennen-glauben-nicht-offen-bekennen-html\/","title":{"rendered":"&#8222;K\u00f6nnen Glauben nicht offen bekennen\u201d"},"content":{"rendered":"<p>Somalia ist seit drei\u00dfig Jahren ein gespaltenes Land ohne stabile Institutionen, das von fundamentalistischen Konflikten durchzogen ist. In diesem komplexen Kontext existiert weiterhin eine sehr kleine christliche Gemeinde, die inmitten von tausend Schwierigkeiten ihren Glauben pflegt. Verantwortlich f\u00fcr die wenigen Katholiken des Landes ist Bischof Giorgio Bertin, der sein Leben, Somalia zun\u00e4chst als Franziskaner-Missionar und sp\u00e4ter als Bischof von Dschibuti und Apostolischer Administrator von Mogadischu gewidmet hat.<\/p>\n<p>Der Bischof ist sich sowohl des Zustands der Christen als auch der politischen und wirtschaftlichen Lage des Landes am Horn von Afrika bewusst. \u201eDie somalische katholische Gemeinde ist sehr klein: Im ganzen Land gibt es ein paar Dutzend Christen, die sich heimlich zum Christentum bekennen. Katholische Gl\u00e4ubige befinden sich auch unter den Mitgliedern internationaler Hilfsorganisationen und Milit\u00e4rkontingenten in der Region. Ich denke dabei zum Beispiel an das italienische Kontingent, das burundische und das kenianische. In Somaliland, einem Staat, der sich f\u00fcr unabh\u00e4ngig erkl\u00e4rte, aber von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wurde, ist die Pr\u00e4senz stabiler. Es gibt einen Priester mit einer Gruppe von Gl\u00e4ubigen. Doch auch sie sind gezwungen, ihren Glauben zu Hause oder in Innenr\u00e4umen zu bekennen\u201c.<\/p>\n<p> Somalier haben sich immer zu einem toleranten Islam bekannt. Sie zeigten sich stets offen f\u00fcr den Dialog und es herrschten nie angespannte Beziehungen zu Christen. \u201eSomalier waren noch nie anti-christlich\u201c, so Bischof Bertin weiter. \u201eIn der Tat haben sie uns in der Vergangenheit wohlwollend gesehen. Seit dem Fall von Siad Barre, vielleicht sogar etwas fr\u00fcher, mit dem Aufkommen eines Islamismus, der versucht, eine Gesellschaft aufzubauen, die auf islamischem Recht basiert, wurden Christen allm\u00e4hlich an den Rand gedr\u00e4ngt. Gegenw\u00e4rtig neigen Politiker, obwohl sie nicht kirchenfeindlich sind, dazu, Christen keinen Platz zu garantieren, weil sie bef\u00fcrchten, beschuldigt zu werden, auf der Seite der \u201edie Kreuzfahrer\u201c zu stehen. Dies sind rhetorische Formeln, die sich leider durchsetzen. \u201c<\/p>\n<p> Unterdessen versucht Caritas Somalia, auf sozialer Ebene arbeitet, mit ihren Hilfsprogrammen die Bev\u00f6lkerung in Schwierigkeiten, insbesondere den schw\u00e4chsten Gruppen wie Kindern und Frauen, zu unterst\u00fctzen. Anl\u00e4sslich des Zyklons Gati, der das Land 2020 verw\u00fcstete, half des katholische Hilfswerk in Puntland, der nordwestlichen Region des Landes, rund 3.500 Menschen. In Somaliland arbeitet die Caritas Somalia, die hier den Namen Caritas Naxariis (Barmherzigkeit) tr\u00e4gt, an einem Bildungsprojekt f\u00fcr 35 vertriebene M\u00e4dchen und Jungen. Mit Beginn der Covid-19-Pandemie hat die Caritas Somalia begonnen, Aufkl\u00e4rungsprogramme in Mogadischu, Garowe und Bosaso auf den Weg gebracht, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.<\/p>\n<p> Doch auch die Arbeit der Caritas in Somalia ist nicht einfach. Die politische Situation ist sehr komplex und man sieht sich mit einem sehr starken islamischen Fundamentalismus konfrontiert: &#8222;Al-Shabaab-Milizen\u201c, so Bischof Bertin abschlie\u00dfend, \u201eist im Hinterland von S\u00fcd-Zentral-Somalia pr\u00e4sent, hat aber auch eigene Zellen in den wichtigsten somalischen St\u00e4dten. Neben al-Shabaab gibt es vor allem in Puntland vom Islamischen Staat (IS) inspirierte Gruppen. Beide verbreiten nicht nur eine integralistische Vision des Islam, sondern s\u00e4en auch Hass und Terror im ganzen Land. Drei\u00dfig Jahre nach dem Sturz des Regimes von Siad Barre ist der Kontext sehr schwierig. Die Institutionen sind schwach, manchmal sogar abwesend und oft streits\u00fcchtig. Das Land w\u00fcrde Hilfe beim Aufbaue eines Staates brauchen, der in der Lage ist, seinen B\u00fcrgern grundlegende Sicherheit und Dienstleistungen zu bieten. Ironischerweise sind in den von Al-Shabaab kontrollierten Gebieten, der mit Al-Kaida verbundenen Miliz, diese Sicherheit und diese Dienste vorhanden. Unter einem Terrorregime, das jede Form von Freiheit einschr\u00e4nkt \u201c. (Quelle: Fidesdienst, Bild: CT Snow\/wikipedia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Somalia ist seit drei\u00dfig Jahren ein gespaltenes Land ohne stabile Institutionen, das von fundamentalistischen Konflikten durchzogen ist. In diesem komplexen Kontext existiert weiterhin eine sehr kleine christliche Gemeinde, die inmitten von tausend Schwierigkeiten ihren Glauben pflegt. 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