{"id":2279,"date":"2021-06-02T10:24:08","date_gmt":"2021-06-02T08:24:08","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/abwanderung-irakischer-christen-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:01:42","modified_gmt":"2023-02-23T11:01:42","slug":"abwanderung-irakischer-christen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/abwanderung-irakischer-christen-html\/","title":{"rendered":"Abwanderung irakischer Christen"},"content":{"rendered":"<p>Dem S\u00fcden des Iraks droht eine weitere Abwanderung der Christen. Die wenigen verbliebenen Gl\u00e4ubigen erw\u00e4gen einen Umzug in die kurdisch gepr\u00e4gten Landesteile im Norden oder eine Flucht ins Ausland. Das bef\u00fcrchtet der Nahostexperte der Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker, Kamal Sido. In der s\u00fcdirakischen Metropole Basra lebten derzeit nur noch 500 Christen. 2003 seien es noch bis zu 5.000 gewesen. Die meisten h\u00e4tten das Gebiet verlassen, weil sie bef\u00fcrchteten, get\u00f6tet oder entf\u00fchrt zu werden. W\u00e4hrend fr\u00fcher in Basra sonntags Gottesdienste in 14 bis 18 Kirchen gefeiert worden seien, seien es heute nur noch vier. Viele Kirchengeb\u00e4ude verfallen ihm zufolge. Grund sei die instabile Lage. Im S\u00fcden des Landes herrschten zunehmend schiitische Milizen, die vom Iran unterst\u00fctzt w\u00fcrden. Die Korruption der \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden verhindere einen Wiederaufbau. Proteste der Bev\u00f6lkerung dagegen w\u00fcrden von den Milizen brutal niedergeschlagen. Hinzu komme eine starke Inflation. Um einen weiteren Exodus der Christen und anderer religi\u00f6ser Minderheiten zu verhindern, sieht der Nahostexperte nur eine L\u00f6sung: \u201eIrak braucht eine starke Regierung, die den Menschen Sicherheit bieten kann \u2013 frei von ausl\u00e4ndischen Einfl\u00fcssen wie etwa der T\u00fcrkei und dem Iran.\u201c Gleichzeitig m\u00fcssten die irakischen Sicherheitskr\u00e4fte gest\u00e4rkt und d\u00fcrften nicht von Milizen kontrolliert werden. Auch der Westen m\u00fcsse daf\u00fcr Sorge tragen, dass die Voraussetzungen daf\u00fcr geschaffen werden. Die Region des S\u00fcdiraks umfasst das Gebiet s\u00fcdlich der irakischen Hauptstadt Bagdad bis zum Persischen Golf.<\/p>\n<p><strong>Sido: Regierung schenkt Religionsfreiheit kaum Beachtung<\/strong><\/p>\n<p>Sido \u00e4u\u00dferte sich gegen\u00fcber IDEA auch zu den Parlamentswahlen am 10. Oktober. Themen wie Religionsfreiheit und die Lage der religi\u00f6sen Minderheiten im Land spielten im Wahlkampf leider keine Rolle, hat der Nahostexperte beobachtet. Die Christen h\u00e4tten gro\u00dfe Hoffnungen in den Besuch von Papst Franziskus im M\u00e4rz gesetzt. Doch auch er habe die irakische Zentralregierung und die Parteien nicht \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, diesen Themen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Es gebe zwar mehr als 30 christliche Kandidaten f\u00fcr das Parlament, doch sie seien \u201eSchachfiguren\u201c und setzten sich kaum f\u00fcr die Belange der Christen ein. Jede Partei versuche zwar, Christen im Parlament zu platzieren, da es f\u00fcr die religi\u00f6se Minderheit eine feste Quote gebe. Diese setzten sich aber dann f\u00fcr andere Themen ein und nicht f\u00fcr die Belange der Christen. Aktuell sieht das Parlament f\u00fcnf feste Pl\u00e4tze f\u00fcr christliche Vertreter vor. F\u00fcr andere Minderheiten wie etwa Jesiden ist jeweils ein Platz vorgesehen. Im Irak sind etwa 95 Prozent der rund 40 Millionen Einwohner Muslime, meist Schiiten. (Quelle: IDEA)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem S\u00fcden des Iraks droht eine weitere Abwanderung der Christen. Die wenigen verbliebenen Gl\u00e4ubigen erw\u00e4gen einen Umzug in die kurdisch gepr\u00e4gten Landesteile im Norden oder eine Flucht ins Ausland. Das bef\u00fcrchtet der Nahostexperte der Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker, Kamal Sido. 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