{"id":2289,"date":"2021-06-11T09:45:03","date_gmt":"2021-06-11T07:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/hunderte-kinder-und-jugendliche-verschleppt-html\/"},"modified":"2023-02-16T15:55:32","modified_gmt":"2023-02-16T14:55:32","slug":"hunderte-kinder-und-jugendliche-verschleppt-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/hunderte-kinder-und-jugendliche-verschleppt-html\/","title":{"rendered":"Hunderte Kinder und Jugendliche verschleppt"},"content":{"rendered":"<div class=\"kin-editor\">\n<p>In der umk\u00e4mpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Di\u00f6zese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. \u201eWir k\u00f6nnen von hunderten Entf\u00fchrungen sprechen\u201c, sagte der Priester. \u201eDie Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Die M\u00e4dchen machen sie zu ihren Ehefrauen und vergewaltigen sie. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen haben, werden sie ,entsorgt\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei 2500 Menschen get\u00f6tet und \u00fcber eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig \u00fcber die Herkunft und die Hintergr\u00fcnde der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen \u201eIslamischer Staat\u201c, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen d\u00fcrften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der K\u00fcste im Norden Mosambiks sind gro\u00dfe Erd\u00f6l-Bohrungen in Vorbereitungen \u2013 eines der gr\u00f6\u00dften Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1.077em; font-weight: bold;\">Auch Ordensfrauen verschleppt<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, geh\u00f6ren zu den zahlreichen Entf\u00fchrungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Moc\u00edmboa da Praia auf, als die K\u00fcstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt \u2013 unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chamb\u00e9ry.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"kin-editor\">\n<p>\u201eSchwester Eliane wurde \u00fcber drei Wochen im Urwald festgehalten. Sie sagte mir: ,Father Fonseca, bitte vergessen Sie die entf\u00fchrten Menschen nicht, besonders die Kinder und Jugendlichen, die zu Terroristen ausgebildet werden\u201c, erinnerte sich der Geistliche im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1.077em; font-weight: bold;\">Vor den Augen der Familie die Kehle durchgeschnitten<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger \u00dcbergriffe war der K\u00fcstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: \u201eEines Tages tauchten in dem Ort f\u00fcnf M\u00e4nner auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angeh\u00f6rige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.\u201c<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"kin-editor\">\n<p>Auch Mina, die mit ihrem Mann und vier Kindern sowie ihrem Bruder zusammenlebte, h\u00e4tten die Milizen aufgesucht. Drei Kinder, 14, 12 und 10 Jahre alt nahmen sie mit sich. \u201eAnschlie\u00dfend fesselten sie Minas Mann und ihren Bruder. Sie sagten zu ihr, sie solle verschwinden, denn sie w\u00fcrden die M\u00e4nner jetzt t\u00f6ten. Als sie sich weigerte, musste sie mit ansehen, wie die Terroristen ihren beiden Angeh\u00f6rigen die Kehle durchschnitten. Auch ihre kleine zwei- oder dreij\u00e4hrige Tochter hat alles mitbekommen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"kin-editor\">\n<p><strong>Neue Generation von K\u00e4mpfern herangezogen<\/strong><\/p>\n<p>Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen K\u00e4mpfern zu machen. \u201eDie Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende \u00fcbernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entf\u00fchrer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.\u201c<\/p>\n<p>Fonseca bef\u00fcrchtet, dass sich die Zahl der toten und entf\u00fchrten Personen noch weiter erh\u00f6hen k\u00f6nnte. Es sei ein Teufelskreis: \u201eWenn dieser Krieg eskaliert und internationale Partner Mosambik helfen wollen, die Terroristen zu bek\u00e4mpfen, dann bedeutet das, dass auch viele unschuldige Menschen sterben k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p><span>KIRCHE IN NOT hat Soforthilfen f\u00fcr Mosambik zur Verf\u00fcgung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem unterst\u00fctzt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bed\u00fcrfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"seperator\">&nbsp;<\/div>\n<div class=\"kin-editor\"><em>Unterst\u00fctzen Sie die Versorgung von Fl\u00fcchtlingen und Vertriebenen in Mosambik! Mit Ihrer Spende \u2013&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/helfen\/spenden\">online \u2026 hier&nbsp;<\/a><\/em><em>oder auf folgendes Konto:<\/em><\/div>\n<div class=\"kin-editor\">&nbsp;<\/div>\n<div class=\"kin-editor\"><em style=\"font-size: 13.008px;\">Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<\/em><\/div>\n<div class=\"kin-editor\"><em style=\"font-size: 13.008px;\">IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<\/em><\/div>\n<div class=\"kin-editor\"><em style=\"font-size: 13.008px;\">Verwendungszweck: Mosambik<\/em><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der umk\u00e4mpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Di\u00f6zese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. \u201eWir k\u00f6nnen von hunderten Entf\u00fchrungen sprechen\u201c, sagte der Priester. \u201eDie Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. 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