{"id":2335,"date":"2021-08-25T08:15:00","date_gmt":"2021-08-25T06:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/blasphemievorwuerfe-nehmen-zu-html\/"},"modified":"2023-02-20T12:16:56","modified_gmt":"2023-02-20T11:16:56","slug":"blasphemievorwuerfe-nehmen-zu-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/blasphemievorwuerfe-nehmen-zu-html\/","title":{"rendered":"Blasphemievorw\u00fcrfe nehmen zu"},"content":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise hat in Pakistan zu einer Zunahme der Anklagen aufgrund der international umstrittenen Blasphemiegesetze gef\u00fchrt, erkl\u00e4rte der Leiter der Katholischen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, Emmanuel Yousaf, gegen\u00fcber dem weltweiten katholischen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN). \u201eWir beobachten einen alarmierenden Anstieg, insbesondere durch die zunehmende Nutzung der sozialen Medien. Die religi\u00f6se Radikalisierung ist weiter auf dem Vormarsch.\u201c<\/p>\n<p>Die Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden verteidigt Christen und andere religi\u00f6se Minderheiten, denen angebliche Gottesl\u00e4sterung oder Beleidigung des Islam vorgeworfen wird und dokumentiert diese F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Radikale Muslime machten sich zunutze, dass aufgrund der Covid-19-Pandemie Ermittlungen l\u00e4nger dauerten oder Gerichtsverhandlungen verschoben w\u00fcrden, erkl\u00e4rte Yousaf. Eine weitere Entwicklung macht dem Priester Sorgen: \u201eEs ist eine Zunahme [der Blasphemiebeschuldigungen] in den St\u00e4dten zu verzeichnen, die sich gegen Studierende, Krankenschwestern, \u00c4rzte und andere gebildete Berufsgruppen richten. Das deutet darauf hin, dass die Mehrheit ihre Mitmenschen noch entschlossener zwingen will, zu konvertieren oder sich ihrer Ideologie anzuschlie\u00dfen. Wenn diese sich weigern, werden sie f\u00e4lschlich der Blasphemie beschuldigt.\u201c<\/p>\n<p><strong><span>Auch Freispruch sch\u00fctzt nicht vor Verfolgung<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Auch ein Freispruch vor Gericht sch\u00fctze die Betroffenen nicht: \u201eBei vielen F\u00e4llen ist zu beobachten, dass eine f\u00e4lschlich beschuldigte Person nicht in seine Wohngegend, noch nicht einmal in seine Heimatregion zur\u00fcckkehren kann. Das Leben dieser Menschen ist immer in Gefahr.\u201c<\/p>\n<p>Die Islamische Republik Pakistan hat 1986 mehrere Paragrafen im Strafgesetzbuch eingef\u00fchrt, die f\u00fcr \u201egottesl\u00e4sterliche Handlungen\u201c drastische Strafen vorsehen: Die Sch\u00e4ndung des Korans kann mit lebenslanger Haft, absch\u00e4tzige Bemerkungen \u00fcber den Propheten Mohammed mit dem Tod bestraft werden.<\/p>\n<p>Beobachter kritisieren seit Langem, dass Anklagen, Prozessf\u00fchrung und Haftbedingungen rechtsstaatlichen Standards widersprechen.<\/p>\n<p>Zu diesem Schluss kommt auch eine Resolution des Europ\u00e4ischen Parlaments von Ende April. Die Abgeordneten fordern Pakistan unter anderem zur Abschaffung von Todesstrafe und lebenslanger Haft in den Blasphemiegesetzen auf. Andernfalls sollten die Pakistan gew\u00e4hrten Handelspr\u00e4ferenzen auf den Pr\u00fcfstand gestellt werden.<\/p>\n<p><strong><span>Vorw\u00fcrfe treffen Christen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig oft<\/span><\/strong><\/p>\n<p>\u201eDiese Resolution ist sehr wichtig f\u00fcr die Rechte religi\u00f6ser Minderheiten in Pakistan, insbesondere f\u00fcr Christen\u201c, bilanziert Yousaf. Fast ein Sechstel (14,5 Prozent) der wegen Blasphemie angeklagten Personen seien Christen, obwohl diese weniger als zwei Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung Pakistans ausmachen.<\/p>\n<p>Allerdings sieht der Menschenrechtler wenig Chancen, die Gesetze ganz abzuschaffen, dazu sei die pakistanische Gesellschaft zu sehr radikalisiert. Auch seien viele B\u00fcrger der Auffassung, \u201ediese Gesetze seien nicht von Menschen gemacht, sondern g\u00f6ttlich\u201c. Nach Verabschiedung der Resolution hatte der Sprecher des pakistanischen Au\u00dfenministeriums der Europ\u00e4ischen Union mangelndes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die religi\u00f6sen Empfindsamkeiten in der islamischen Welt vorgeworfen.<\/p>\n<p>Das treffe in gewissem Ma\u00dfe zu, erkl\u00e4rte Yousaf: \u201eDie Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden hat die Regierung immer wieder aufgefordert, den Missbrauch dieser Gesetze zu unterbinden und dazu auch Vorschl\u00e4ge gemacht. Wir fordern nicht die Aufhebung der Gesetze, sondern verfahrenstechnische \u00c4nderungen. Obwohl der Staat sagt, dass er sich an internationales Recht h\u00e4lt, werden den Minderheiten meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung nach ihre gesetzlich garantierten Rechte vorenthalten.\u201c<\/p>\n<p>Yousaf appelliert an die internationale Gemeinschaft, \u201eauf die Regierung einzuwirken und Druck auf sie auszu\u00fcben, damit sie den Schutz der religi\u00f6sen Minderheiten gew\u00e4hrleistet\u201c. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch Bildung. \u201eIm Lauf der Jahre haben die \u00f6ffentlichen Einrichtungen aufgrund einseitig parteiischer Lehrpl\u00e4ne die Ideologie gest\u00e4rkt, dass es in Pakistan nur Platz f\u00fcr den Islam gibt.\u201c<\/p>\n<p><em><span>Unterst\u00fctzen Sie den Einsatz der katholischen Kirche in Pakistan f\u00fcr benachteiligte religi\u00f6se Minderheiten mit Ihrer Spende \u2013 entweder online unter: <strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/helfen\/Spenden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.kircheinnot.at<\/a> <\/span><\/strong>oder auf folgendes Konto:<\/span><\/em><\/p>\n<p><em><span>Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<\/span><\/em><br \/> <em><span>IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<\/span><\/em><br \/> <em><span>Verwendungszweck: Pakistan<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise hat in Pakistan zu einer Zunahme der Anklagen aufgrund der international umstrittenen Blasphemiegesetze gef\u00fchrt, erkl\u00e4rte der Leiter der Katholischen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, Emmanuel Yousaf, gegen\u00fcber dem weltweiten katholischen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN). \u201eWir beobachten einen alarmierenden Anstieg, insbesondere durch die zunehmende Nutzung der sozialen Medien. 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