{"id":2383,"date":"2021-11-08T09:58:03","date_gmt":"2021-11-08T08:58:03","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/christen-mit-dem-tod-bedroht-html\/"},"modified":"2023-02-16T15:44:32","modified_gmt":"2023-02-16T14:44:32","slug":"christen-mit-dem-tod-bedroht-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/christen-mit-dem-tod-bedroht-html\/","title":{"rendered":"Christen mit dem Tod bedroht"},"content":{"rendered":"<p>Nach Informationen, die das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegen, hat sich die Sicherheitslage im Norden Burkina Fasos in den letzten Monaten drastisch verschlechtert. Bewaffnete Gruppen unterwerfen die gesamte Bev\u00f6lkerung ihrer Schreckensherrschaft, in vielen Gegenden des Landes zwingen sie ihr Steuern auf, pl\u00fcndern und berauben sie. Dennoch zeigen die j\u00fcngsten Zeugenaussagen von Vertriebenen, die KIRCHE IN NOT aus der Di\u00f6zese Dori erreicht haben, dass einige von ihnen schwerer Verfolgung ausgesetzt waren, gerade, weil sie Christen sind.<\/p>\n<p>Wenn die Terroristen in die D\u00f6rfer kommen, verlangen sie \u00fcblicherweise \u201eSteuern\u201c f\u00fcr jedes St\u00fcck Vieh. Sie gehen zu den Hirten, die die Herde betreuen, und fragen nach den Besitzern der einzelnen Tiere. Wenn diese nicht in der Lage sind, die Steuern zu zahlen, beschlagnahmen die Extremisten die Tiere. Die Stiftung KIRCHE IN NOT hat zuverl\u00e4ssige Informationen aus lokalen Quellen erhalten, wonach es in den letzten Wochen F\u00e4lle gab, in denen die Terroristen zun\u00e4chst fragten, ob der Eigent\u00fcmer Christ oder Muslim sei. Zeugen, die die j\u00fcngsten Angriffe in der Sahelzone im Norden Burkina Fasos miterlebt haben, berichteten KIRCHE IN NOT, dass \u201edie Angreifer es nicht f\u00fcr n\u00f6tig hielten, die Tiere zu z\u00e4hlen, wenn die Besitzer Christen waren, denn sie sagten, sie wollten nicht nur die Tiere mitnehmen, sondern auch die Besitzer t\u00f6ten\u201c.<\/p>\n<p>Nach Berichten, die der Stiftung vorliegen, mussten in der letzten Oktoberwoche insgesamt 147 Menschen &#8211; darunter acht schwangere Frauen und 19 Kinder unter f\u00fcnf Jahren &#8211; aus zwei Orten an der Grenze zu Niger fliehen. Die Stiftung nennt aus Sicherheitsgr\u00fcnden keine Ortsnamen, um die \u00fcbrigen Bewohner, die nicht fliehen konnten, nicht zu gef\u00e4hrden. Augenzeugen zufolge waren viele von ihnen als Christen erkannt worden und die Terroristen suchten gezielt nach ihnen, um sie aus diesem Grund zu t\u00f6ten.&nbsp; Die Vertriebenen suchten Zuflucht in Dori, der Hauptstadt der Sahelzone.<\/p>\n<p>Eine der Gruppen, die in Dori ankam, bestand aus 17 Personen: neun \u00e4ltere Menschen, eine Frau und sieben Kinder. Ein Mitglied der Gruppe erz\u00e4hlte, dass ihr Aufbruch mitten in der Nacht, um nicht entdeckt zu werden, eine echte Odyssee war, weil die Extremisten nach ihnen suchten: \u201eDas Schreckliche ist, dass wir, wenn uns jemand Unterschlupf gew\u00e4hrte, als Christen denunziert wurden, was wiederum denjenigen, der uns aufnahm, in Gefahr brachte. Wir mussten weit weg von den D\u00f6rfern schlafen. Nicht alle Christen aus unserem Gebiet konnten fliehen. Wir machen uns Sorgen um das Schicksal unserer Kinder und Frauen, die sich noch dort aufhalten.\u201c<\/p>\n<p>Der Bischof von Dori, Laurent Birfuor\u00e9 Dabir\u00e9, erkl\u00e4rte gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT, dass es \u201eim ganzen Land Angriffe, Entf\u00fchrungen und Morde gibt. Die Terroristen entf\u00fchren, wen sie wollen, exekutieren einige, lassen andere wieder frei\u201c.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Bischofs kontrollieren die Terroristen mehrere Kommunikationsachsen und greifen auch h\u00e4ufig die Verteidigungs- und Sicherheitskr\u00e4fte an. \u201eZwischen Dori und Ouagadougou haben die Terroristen am vergangenen Sonntag, dem 31. Oktober, die Linienbusse, die die Stra\u00dfe nach Ouagadougou befuhren, zur\u00fcckgeschickt und angek\u00fcndigt, dass die Stra\u00dfe seit diesem Tag blockiert sei\u201c, erkl\u00e4rte er gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT. \u201eObwohl die Streitkr\u00e4fte anschlie\u00dfend an der Stra\u00dfe patrouillierten, haben die Menschen Angst, weil dies nur vor\u00fcbergehend ist und die Terroristen jederzeit zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDori l\u00e4uft Gefahr, vom Rest des Landes abgeschnitten zu werden, wenn sich die Situation nicht verbessert. Es ist wirklich gef\u00e4hrlich, mit privaten Fahrzeugen und sogar mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen, weil man immer bef\u00fcrchten muss, unterwegs an einem unerwarteten terroristischen Kontrollpunkt angehalten zu werden. Beten Sie f\u00fcr die traurige und dramatische Situation in meiner Di\u00f6zese. Die Gefahr wird immer gr\u00f6\u00dfer. Wir hoffen, dass diejenigen, die die gef\u00e4hrdeten Orte noch nicht verlassen konnten, sich in den n\u00e4chsten Tagen in Sicherheit bringen k\u00f6nnen\u201c, so Bischof Laurent Dabir\u00e9.<\/p>\n<p><em>In der Di\u00f6zese Dori ist die \u00fcberwiegende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung muslimisch (95,2 %). 3,2 % sind Anh\u00e4nger der traditionellen Religion und 1,6 % sind Christen (1,22 % katholisch). In den letzten f\u00fcnf Jahren hat KIRCHE IN NOT 28 Projekte in der Di\u00f6zese Dori mit mehr als einer halben Million Euro unterst\u00fctzt, um die pastorale Arbeit der Kirche und Nothilfeprogramme f\u00fcr Priester, Ordensschwestern und Familien von Katecheten zu f\u00f6rdern. (Bild: TUBS\/wikipedia)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Informationen, die das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegen, hat sich die Sicherheitslage im Norden Burkina Fasos in den letzten Monaten drastisch verschlechtert. 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