{"id":2391,"date":"2021-11-12T09:36:40","date_gmt":"2021-11-12T08:36:40","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/angeklagt-wegen-christl-adventsfeier-html\/"},"modified":"2023-02-20T12:13:37","modified_gmt":"2023-02-20T11:13:37","slug":"angeklagt-wegen-christl-adventsfeier-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/angeklagt-wegen-christl-adventsfeier-html\/","title":{"rendered":"Angeklagt wegen christlicher Adventsfeier"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">Anti-Konversionsgesetze sch\u00fcren Gewalt gegen religi\u00f6se Minderheiten.&nbsp;<\/span><span style=\"font-size: 13.008px;\">In Zentralindien nehmen Diskriminierung und Gewalt gegen Christen weiter zu, nachdem nationalistische Hindus ihre Kampagnen zur \u201eR\u00fcckbekehrung\u201c der einheimischen Bev\u00f6lkerung intensiviert haben. \u201eDie Menschen sind ver\u00e4ngstigt, weil radikale Hindu-Gruppen Druck auf die einheimischen Christen aus\u00fcben, damit sie ihren Glauben aufgeben\u201c, erkl\u00e4rt der Priester Rocky Shah gegen\u00fcber dem weltweiten p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN). Shah ist \u00d6ffentlichkeitsbeauftragter der Di\u00f6zese Jhabua im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Dort machen die Christen weniger als ein Prozent der rund 71 Millionen Einwohner aus.<\/span><\/p>\n<p>Von Seiten fanatischer Hindus seien Kampagnen gegen Seelsorger der verschiedenen christlichen Konfessionen gestartet worden, berichtet Shah. \u201eSie drohen auch mit dem Abriss unserer Kirchen unter dem falschen Vorwand, diese seien illegal auf dem Land der Ureinwohner errichtet worden.\u201c Nachdem es sogar zu konkreten Abrisspl\u00e4nen gekommen war, habe sich jedoch die Bezirksverwaltung sch\u00fctzend vor die christliche Minderheit gestellt: \u201eSie haben \u00fcber 300 Polizisten geschickt, um unsere Kathedrale in Jhabua und andere kirchliche Einrichtungen zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Bis zu zehn Jahre Haft f\u00fcr Religionswechsel<\/strong><\/p>\n<p>Doch nicht immer k\u00f6nnen die Christen auf Beistand des Staates hoffen. Im Bundesstaat Madhya Pradesh ist im Januar 2021 ein sogenanntes Anti-Konversionsgesetz in Kraft getreten. Es sieht bis zu zehn Jahre Gef\u00e4ngnis f\u00fcr Personen vor, die zum Christentum oder zum Islam konvertieren. Ein \u00dcbertritt von anderen Religionen zum Hinduismus ist jedoch jederzeit m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Madhya Pradesh ist einer von derzeit acht der 28 indischen Bundesstaaten, die Anti-Konversionsgesetze verabschiedet haben. Anderorts sind \u00e4hnliche Vorschriften geplant. In diesen Regionen ist die Bharatiya Janata Party (BJP) in der Mehrheit, die mit Narendra Modi auch den Chef der Zentralregierung in Neu-Delhi stellt. Die BJP f\u00e4hrt seit Jahrzehnten einen strikt nationalistischen Kurs. Der Hinduismus gilt ihr als integraler Bestandteil der indischen Nation; andere Religionen als sch\u00e4dliche ausl\u00e4ndische Einfl\u00fcsse. Ausnahmen billigen die Anh\u00e4nger der BJP lediglich den Anh\u00e4ngern der animistischen Stammesreligionen zu.<\/p>\n<p>Als Ministerpr\u00e4sident Modi Ende Oktober Papst Franziskus im Vatikan besuchte, stellte ein B\u00fcndnis aus Nichtregierungsorganisationen den Bericht \u201eChristians under attack in India\u201c (Angriffe gegen Christen in Indien) vor. Der Bericht verzeichnet allein f\u00fcr das laufende Jahr bislang \u00fcber 300 Vorf\u00e4lle antichristlicher Gewalt in Indien.<\/p>\n<p><strong>\u201eR\u00fcckbekehrungszeremonien\u201c und Anklagen wegen missionarischer T\u00e4tigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Auch im Bundesstaat Madhya Pradesh bekamen die Christen die Folgen zu sp\u00fcren, nachdem das Anti-Konversionsgesetz verabschiedet war. Rocky Shah berichtet: \u201eMehr als ein Dutzend Christen wurde inhaftiert. Selbst ein Akt der christlichen N\u00e4chstenliebe kann als Bekehrungsversuch gewertet werden.\u201c<\/p>\n<p>Auch w\u00fcrden vermehrt einheimische Christen vor die Beh\u00f6rden geladen, um nachzuweisen, dass sie unter Zwang missioniert worden seien. In der Region seien aktuell 56 christliche Priester, Pastoren und Gemeindeleiter wegen mutma\u00dflicher illegaler Bekehrungsversuche angeklagt. \u201eWir werden mit den Beh\u00f6rden zusammenarbeiten. Wir haben nichts zu verbergen. Die Wahrheit wird nach der Untersuchung ans Licht kommen\u201c, zeigt sich der Priester Rocky Shah \u201eKirche in Not\u201c gegen\u00fcber zuversichtlich.<\/p>\n<p><strong>Adventslieder reichten f\u00fcr Inhaftierung und Anklage<\/strong><\/p>\n<p>Welche Wirkung der Vorwurf der Zwangs-Missionierung haben kann, zeigt der Fall des Priesters George Mangalapilly, ebenfalls aus dem Bundesstaat Madhya Pradesh. Er war Ende September nach vier Jahren juristischer Auseinandersetzung vom indischen Supreme Court in letzter Instanz freigesprochen worden. Der Vorwurf an ihn lautete: Religi\u00f6se Zwangskonversion durch das Abhalten einer Adventsfeier. Der Vorfall hatte sich bereits am 14. Dezember 2017 ereignet.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c schildert Mangalapilly, was damals passiert war: \u201eIch fuhr mit einem anderen Priester und 32 Priesterseminaristen in das Dorf Bhumakahar. Wie schon in den Vorjahren hatten wir mithilfe der Dorfbewohner ein Adventsprogramm organisiert. Die Veranstaltung war fast vorbei, als eine Gruppe von Leuten auftauchte, die Zusammenkunft unterbrach, uns beschimpfte und versuchte, einige Seminaristen zu schlagen.\u201c<\/p>\n<p>Bei den Personen habe es um radikale Hindus gehandelt. \u201eSie warfen uns vor, die Bev\u00f6lkerung zum Christentum zu bekehren. Au\u00dferdem sei die Feier von den Beh\u00f6rden nicht genehmigt.\u201c Die alarmierte Polizei f\u00fchrte die Gruppe aus Priestern und Seminaristen \u2013 insgesamt \u00fcber 40 Personen \u2013 ab und sperrte sie \u00fcber Nacht in einen kleinen Raum in der Polizeistation. Erst gegen Kaution wurde die Gruppe freigelassen.<\/p>\n<p><strong>Angst vor Aufl\u00f6sung der traditionellen Gesellschaftsordnung<\/strong><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wurde Anklage gegen George Mangalapilly erhoben. Grundlage war das Religionsfreiheitsgesetz (Freedom of Religion Act) des Bundesstaates Madhya Pradesh, das bereits vor dem neuen Anti-Konversionsgesetz in Kraft war. Demnach ist missionarische T\u00e4tigkeit mithilfe von Zwang verboten. Offen bleibt, was unter Zwang f\u00e4llt und was nicht. Der Priester durchlebte eine schwere Zeit, berichtet er gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c: \u201eIch musste viele Gerichtsverhandlungen durchstehen.\u201c Letztlich sei die Anklage aber haltlos gewesen.<\/p>\n<p>Sein Fall wegen einer Adventsfeier sei au\u00dfergew\u00f6hnlich, aber kein Einzelfall. \u201eSolche Christenverfolgungen sind nichts Neues\u201c, erkl\u00e4rte Mangalapilly. Ursache f\u00fcr Attacken und Anschuldigungen gegen Christen sei schlicht die Angst vor einer Aufl\u00f6sung der traditionellen Gesellschaftsordnung, die radikalen Hindus sakrosankt ist. Die Kirche aber stehe auf Seiten der unterdr\u00fcckten Menschen: \u201eWir bringen Menschen das Lesen und Schreiben bei. Und nat\u00fcrlich haben einige Menschen Angst, dass die Unterdr\u00fcckten auf ihre Rechte pochen, wenn sie Bildung erhalten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anti-Konversionsgesetze sch\u00fcren Gewalt gegen religi\u00f6se Minderheiten.&nbsp;In Zentralindien nehmen Diskriminierung und Gewalt gegen Christen weiter zu, nachdem nationalistische Hindus ihre Kampagnen zur \u201eR\u00fcckbekehrung\u201c der einheimischen Bev\u00f6lkerung intensiviert haben. \u201eDie Menschen sind ver\u00e4ngstigt, weil radikale Hindu-Gruppen Druck auf die einheimischen Christen aus\u00fcben, damit sie ihren Glauben aufgeben\u201c, erkl\u00e4rt der Priester Rocky Shah gegen\u00fcber dem weltweiten p\u00e4pstlichen Hilfswerk [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2390,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[176],"tags":[27,30,3,53,15],"class_list":["post-2391","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-indien","tag-asien","tag-diskriminierung-intoleranz","tag-indien","tag-verhaftung","tag-zwangskonversion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2391","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2391"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2391\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4263,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2391\/revisions\/4263"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2391"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2391"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2391"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}