{"id":2395,"date":"2021-11-18T10:38:14","date_gmt":"2021-11-18T09:38:14","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/zwei-ordensfrauen-beschuldigt-html\/"},"modified":"2023-02-20T12:13:02","modified_gmt":"2023-02-20T11:13:02","slug":"zwei-ordensfrauen-beschuldigt-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/zwei-ordensfrauen-beschuldigt-html\/","title":{"rendered":"Zwei Ordensfrauen beschuldigt"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph\">Radikale Hindus beschuldigen zwei Ordensschwestern illegaler Konversionen in Indien.&nbsp;<span style=\"font-size: 13.008px;\">Ein neuer, Ende Oktober ver\u00f6ffentlichter Bericht verschiedener christlicher Nichtregierungsorganisationen mit dem Titel \u201eChristians Under Attack in India\u201c (Christen unter Beschuss in Indien) verzeichnet f\u00fcr das Jahr 2021 bisher 300 \u00dcbergriffe auf Christen. In einem Fall wurden zwei katholische Ordensschwestern von einem Mob, der sie illegaler Konversionen beschuldigte, gewaltsam zu einer Polizeistation geschleppt. KIRCHE IN NOT sprach mit den Schwestern.<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph\">Die beiden katholische Schwestern stehen noch immer unter Schock, nachdem sie an einer Bushaltestelle von einem Hindu-Mob gepackt und zu einer Polizeistation in Bhopal im Bezirk Mau im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh gebracht wurden.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Schwester Monteiro, die den Ursulinen-Franziskanerinnen angeh\u00f6rt, war mit ihrer Begleiterin Schwester Roshi Minj, die ihren kranken Vater im ostindischen Bundesstaat Jharkhand besuchen wollte, gerade an einer Bushaltestelle angekommen, als sich der Vorfall ereignete.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">\u201eAls ich Schwester Minj abgesetzt hatte und wieder in unseren Jeep stieg, begann eine Gruppe von Hindu-M\u00e4nnern, den Fahrer zu beschimpfen und versuchte, ihn aus seinem Sitz zu zerren\u201c, berichtete Schwester Monteiro gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT (ACN) und f\u00fcgte hinzu: \u201eIch stehe immer noch unter Schock. Ich schritt ein, um dem Fahrer zu helfen, und fragte die M\u00e4nner, was sie wollten und warum sie uns bel\u00e4stigten. Sie schrien uns an und beschuldigten uns, einen Hindu zum Christentum bekehrt zu haben\u201c, sagte sie.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">\u201eBald darauf entdeckten sie Schwester Minj, zerrten sie ebenfalls gewaltsam von der Bushaltestelle weg und brachten uns zur nahe gelegenen Polizeistation.\u201c W\u00e4hrend sie zur Polizeiwache gebracht wurden, skandierte der Mob antichristliche Slogans.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Die Schwestern wurden gezwungen, mehr als sechs Stunden auf der Polizeiwache zu bleiben. &nbsp;Erst am Abend wurden sie nach dem Eingreifen h\u00f6herer Beamter freigelassen. Nach Angaben der Nonnen wurden sie von den Polizeibeamten nicht schikaniert, sondern mussten offenbar wegen der Bedrohung durch den Hindu-Mob warten, der drau\u00dfen Wache hielt und Ma\u00dfnahmen gegen sie wegen angeblich illegaler religi\u00f6ser Konversion forderte.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Uttar Pradesh, der bev\u00f6lkerungsreichste Bundesstaat Indiens, hat im November 2020 die Konversion durch eine Verordnung verboten, die im Februar dieses Jahres von der Staatsversammlung in Kraft gesetzt wurde. Das Gesetz sieht bis zu 10 Jahre Gef\u00e4ngnis f\u00fcr religi\u00f6se Bekehrung durch Verlockung, Gewalt, N\u00f6tigung und Betrug sowie andere illegale Mittel vor.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Uttar Pradesh ist der j\u00fcngste von acht indischen Bundesstaaten, in denen es solche Gesetze zur Regelung der religi\u00f6sen Konversion gibt. Kirchenf\u00fchrer stellen die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit dieser Gesetze in Frage und werfen ihnen vor, dass sie gegen die indische Verfassung versto\u00dfen, die es den B\u00fcrgern erlaubt, der Religion ihrer Wahl zu folgen und diese frei zu verbreiten.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">\u201eWir haben nichts Falsches oder Illegales getan, und doch wurden wir in aller \u00d6ffentlichkeit gewaltsam zur Polizeiwache gebracht. Das ist ziemlich schockierend, und wir h\u00e4tten uns eine solche Situation nie im Leben vorstellen k\u00f6nnen\u201c, sagte Schwester Monteiro, die seit 21 Jahren Ordensschwester ist und derzeit als Direktorin in einer von der Kirche betriebenen Sekundarschule arbeitet.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"paragraph\">\u201eNiemand w\u00fcrde eine solche Behandlung in der \u00d6ffentlichkeit erwarten. Die M\u00e4nner umzingelten uns, als w\u00e4ren wir asoziale Elemente\u201c, sagte Schwester Minj gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT.&nbsp; \u201eAls sie mich zwangen, sie zu begleiten, dachte ich zuerst, dass Schwester Monteiro etwas zugesto\u00dfen sein musste, aber als ich sie erreichte, sah ich, dass der Mob auf die Christen schimpfte und uns der religi\u00f6sen Bekehrung beschuldigte.\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph\">\u201eEines ist sicher: Das Leben der christlichen Missionare, insbesondere das der Schwestern mit ihren Ordensgew\u00e4ndern, wird in Uttar Pradesh nicht mehr dasselbe sein\u201c, so Schwester Minj, die ausgebildete Krankenschwester ist. <br \/> Uttar Pradesh wird derzeit von dem asketischen Hindu Yogi Adityanath regiert, einem Mitglied der hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP). Seit Adityanaths Amtsantritt im M\u00e4rz 2017 wurden in Uttar Pradesh 384 \u00dcbergriffe auf Menschen, die der christlichen Minderheit angeh\u00f6ren, verzeichnet. Muslime sind \u00e4hnlichen Angriffen von einflussreichen radikalen Hindu-Gruppen ausgesetzt, die stillschweigend von staatlichen Stellen unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">\u201eIch k\u00fcmmere mich jeden Tag ohne zu z\u00f6gern um einige Patienten, aber die Dinge haben sich nach diesem Vorfall sehr ver\u00e4ndert\u201c, sagt Schwester Minj und f\u00fcgt hinzu, dass \u201ewir unsere Mission fortsetzen werden, trotz aller Herausforderungen und Anfechtungen\u201c.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Am gleichen Tag, an dem die Schwestern festgenommen wurden, verhaftete die Polizei auch sieben Protestanten, darunter drei Frauen, und bezeichnete ihr Gebetstreffen als eine Zeremonie f\u00fcr illegale religi\u00f6se Konversionen. Es ist wahrscheinlich, dass der hinduistische Mob zun\u00e4chst vermutete, dass die Schwestern Menschen zu dem Treffen bringen wollten.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Christen machen nur 0,18 Prozent der 200 Millionen Einwohner des Bundesstaates Uttar Pradesh aus, doch extremistische Hindu-Gruppen greifen die Gl\u00e4ubigen immer wieder wegen angeblicher religi\u00f6ser Bekehrungen an und st\u00f6ren h\u00e4ufig Gebetstreffen und andere Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radikale Hindus beschuldigen zwei Ordensschwestern illegaler Konversionen in Indien.&nbsp;Ein neuer, Ende Oktober ver\u00f6ffentlichter Bericht verschiedener christlicher Nichtregierungsorganisationen mit dem Titel \u201eChristians Under Attack in India\u201c (Christen unter Beschuss in Indien) verzeichnet f\u00fcr das Jahr 2021 bisher 300 \u00dcbergriffe auf Christen. 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