{"id":2419,"date":"2021-12-15T11:18:07","date_gmt":"2021-12-15T10:18:07","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/weihnachten-ist-eine-schwere-zeit-fuer-uns-html\/"},"modified":"2023-02-16T15:42:51","modified_gmt":"2023-02-16T14:42:51","slug":"weihnachten-ist-eine-schwere-zeit-fuer-uns-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/weihnachten-ist-eine-schwere-zeit-fuer-uns-html\/","title":{"rendered":"\u201eWeihnachten ist eine schwere Zeit f\u00fcr uns\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEs sollte nie Nacht werden. Ich habe so Angst, wenn es dunkel wird. Meine N\u00e4chte sind voller Qualen und Albtr\u00e4ume\u201c, gesteht die Nigerianerin Naomi im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT. Naomi ist eine von 30 000 Binnenvertriebenen, die im Fl\u00fcchtlingslager von Pulka nahe der Grenze zu Kamerun Zuflucht gefunden haben. 20 solcher Camps gibt es im Bundesstaat Borno.<\/p>\n<p>Wie so viele ihrer Landleute im Nordosten Nigerias durchlebt Naomi Nacht f\u00fcr Nacht dieselben traumatischen Erinnerungen: Die Terrormiliz Boko Haram erobert ihr Dorf, Angeh\u00f6rige werden vor ihren Augen ermordet, sie wird verschleppt, mit einem Terroristen zwangsverheiratet, missbraucht.<\/p>\n<p>Auch der 33-j\u00e4hrige Familienvater Charles hat Angst vor der Nacht: \u201eIn meinen Tr\u00e4umen erlebe ich ein ums andere Mal die Zeit, als wir uns vor den Terroristen verstecken mussten. Sie griffen vor allem in der Dunkelheit an, also verbrachten wir zahllose N\u00e4chte weit au\u00dferhalb des Dorfes, unter freiem Himmel.\u201c<\/p>\n<p><strong style=\"font-size: 13.008px;\">Terroristen wollen Christentum und Bildung vernichten<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">Die Angriffe von Boko Haram haben das Leben von Naomi und Charles f\u00fcr immer auf den Kopf gestellt. Im Bundesstaat Borno sind die meisten Bewohner Muslime, in ganz Nigeria ist das Verh\u00e4ltnis von Christen und Muslimen etwa 50:50.<\/span><\/p>\n<p>Naomi und Charles sind Christen. Vor gut 50 Jahren kamen Missionare in die Region. Sie brachten nicht nur den christlichen Glauben, sie er\u00f6ffneten auch fl\u00e4chendeckend Schulen. Gegen beides richtet sich der Hass der Extremisten von Boko Haram: Sie wollen die Christen ausl\u00f6schen \u2013 und die Schulbildung, die ihnen als \u201ewestlich\u201c und daher gef\u00e4hrlich gilt.<\/p>\n<p>Der Glaube war es, der viele Einwohner in den vergangenen Jahren Unglaubliches ertragen lie\u00df, ist Pfarrer Christopher \u00fcberzeugt. Der Priester des Bistums Maiduguri k\u00fcmmert sich um die vertriebenen Christen. KIRCHE IN NOT unterst\u00fctzt ihn dabei.<\/p>\n<p><strong style=\"font-size: 13.008px;\">Au\u00dferhalb der Camps herrscht Lebensgefahr<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">\u201eZun\u00e4chst wurden sie bedr\u00e4ngt, zum Islam zu konvertieren. Dann wurden die Extremisten immer gewaltt\u00e4tiger\u201c, erz\u00e4hlt der Priester. Ab 2015 sei die Lage so bedrohlich geworden, dass zehntausende Menschen die Flucht nach Kamerun antraten. Dort blieben sie einige Jahre \u2013 oft in erb\u00e4rmlichsten Zust\u00e4nden \u2013, bis die nigerianische Armee ihre D\u00f6rfer zur\u00fcckerobert hatte.<\/span><\/p>\n<p>\u201eWir sind seit zwei Jahren wieder zur\u00fcck, aber es ist zu unsicher, in unseren D\u00f6rfern zu wohnen\u201c, erz\u00e4hlt der vierfache Familienvater Charles. \u201eWir sind zwar n\u00e4her an unserer Heimat, aber wir leben immer noch in Lebensgefahr.\u201c<\/p>\n<p>Also hausen die Heimkehrer in Camps, schlafen in Zelten oder oft unter freiem Himmel. Die Notunterkunft wird zum Gef\u00e4ngnis: \u201eSie k\u00f6nnen kaum hier raus. Sie k\u00f6nnten sonst \u00fcberfallen oder get\u00f6tet werden. Das ist bereits geschehen bei Bauern, die ihre Felder bestellt haben\u201c, erkl\u00e4rt Pfarrer Christopher.<\/p>\n<p>Auch er ist st\u00e4ndig einem Risiko ausgesetzt, wenn er zwischen dem Fl\u00fcchtlingscamp und seiner Pfarrei pendelt. Dort lebt er selbst in einer Notunterkunft, da die Boko-Haram-K\u00e4mpfer die Pfarrerwohnung zerst\u00f6rt haben. KIRCHE IN NOT unterst\u00fctzt den Wiederaufbau.<\/p>\n<p>Der Priester h\u00f6rt im Camp den Vertriebenen einfach zu, versucht Lebensmittel aufzutreiben oder hilft mit ein paar anderen Dingen des t\u00e4glichen Bedarfs aus. Gerade rund um Weihnachten werden seine Besuche sehns\u00fcchtig erwartet, erz\u00e4hlt Naomi: \u201ePfarrer Christoper ist ein echter Vater f\u00fcr uns alle. Wenn es uns schlecht geht, macht er uns Mut. Weihnachten ist eine schwere Zeit f\u00fcr uns. Fr\u00fcher kamen Verwandte von \u00fcberall her, um mit uns zu feiern. Als die Angriffe begannen, war Weihnachten nicht mehr, was es einmal war.\u201c<\/p>\n<p><strong style=\"font-size: 13.008px;\">\u201eWeihnachten ist nicht mehr, was es einmal war\u201d<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">Auch Charles gesteht gegen\u00fcber KIRCHE IN NOT, \u201edass es in unserer Situation schwer ist, Weihnachten zu feiern. Die meisten von uns haben alles verloren.\u201c Entschlossen f\u00fcgt er hinzu: \u201eDas Evangelium gibt mir die Kraft, all das Leid auszuhalten, das wir jeden Tag erleben. Unser Leben liegt in Gottes Hand. Jesus Christus ist meine Rettung, das feiere ich an Weihnachten.\u201c<\/span><\/p>\n<div class=\"kin-editor\">\n<p>Nachdem es in den Fl\u00fcchtlingscamps in j\u00fcngster Zeit einige Choleraf\u00e4lle gab, ist der Bedarf an medizinischer Versorgung und sauberem Trinkwasser enorm hoch, wei\u00df Pfarrer Christopher. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcnschten sich viele vertriebene Menschen, dass sie ihre Ausbildung oder ein Studium fortsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Weihnachtswunsch des Priesters f\u00fcr sich und die ihm anvertrauten Menschen ist jedoch ganz schlicht: \u201eWir wollen ein normales Leben f\u00fchren und wieder in unsere H\u00e4user zur\u00fcckkehren. Die Menschen hier verlassen sich auf die Kirche, weil sie stets versucht, ihre Tr\u00e4nen zu trocknen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"seperator\">&nbsp;<\/div>\n<div class=\"kin-editor\"><em>Unterst\u00fctzen Sie die Arbeit katholischer Gemeinden f\u00fcr Binnenfl\u00fcchtlinge in Nigeria und stehen sie vertriebenen Christen mit ihrer Spende bei \u2013&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/helfen\/spenden\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">online \u2026 hier<\/span><\/strong>&nbsp;<\/a><\/em><em>oder auf folgendes Konto:<\/em><\/div>\n<div class=\"kin-editor\"><em><br \/><\/em><\/p>\n<p><em style=\"font-size: 13.008px;\">Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<br \/><\/em><em style=\"font-size: 13.008px;\">IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<br \/><\/em><em style=\"font-size: 13.008px;\">Verwendungszweck: Nigeria<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs sollte nie Nacht werden. Ich habe so Angst, wenn es dunkel wird. Meine N\u00e4chte sind voller Qualen und Albtr\u00e4ume\u201c, gesteht die Nigerianerin Naomi im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT. Naomi ist eine von 30 000 Binnenvertriebenen, die im Fl\u00fcchtlingslager von Pulka nahe der Grenze zu Kamerun Zuflucht gefunden haben. 20 solcher Camps gibt es [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2418,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[168],"tags":[6,4,11,43],"class_list":["post-2419","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nigeria","tag-afrika","tag-christenverfolgung","tag-nigeria","tag-vertreibung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2419","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2419"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2419\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2717,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2419\/revisions\/2717"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2418"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2419"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}