{"id":2441,"date":"2022-01-26T11:32:24","date_gmt":"2022-01-26T10:32:24","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/5-jahre-der-gewalt-von-islamisten-html\/"},"modified":"2023-02-16T15:31:36","modified_gmt":"2023-02-16T14:31:36","slug":"5-jahre-der-gewalt-von-islamisten-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/5-jahre-der-gewalt-von-islamisten-html\/","title":{"rendered":"5 Jahre in der Gewalt von Islamisten"},"content":{"rendered":"<p class=\"aos-init aos-animate\">Schwester Gloria berichtet \u00fcber ihre Geiselhaft in Mali.&nbsp;<span>\u201eSei immer gelassen, Gloria, sei immer gelassen.\u201c Vier Jahre und acht Monate lang habe dieser Rat ihrer Mutter ihr Kraft gegeben, betont Schwester Gloria Cecilia Narv\u00e1ez im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT.<\/span><\/p>\n<p>Als die Mutter vor einem Jahr starb, konnte sie nicht von ihr Abschied nehmen. Damals war Schwester Gloria noch eine Geisel. Islamistische Terroristen hatten sie im Februar 2017 in Karangasso im S\u00fcdosten von Mali verschleppt. Vier Jahre und acht Monate des Martyriums begannen.<\/p>\n<p><span>Die Folgen von Hunger und Misshandlung sind der 59-J\u00e4hrigen noch immer anzusehen, als Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT sie in ihrer Heimat Pasto in Kolumbien besuchen. Am 9. Oktober 2021 war Schwester Gloria, Mitglied der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Jungfrau Maria, \u00fcberraschend freigelassen worden; Medienberichten zufolge waren mehrere Geheimdienste darin involviert.<\/span><\/p>\n<h5>Freilassung im Oktober 2021 nach vier Jahren und acht Monaten<\/h5>\n<p>Bilder zeigen die ausgemergelte, aber l\u00e4chelnde Ordensfrau, wie sie nur einen Tag sp\u00e4ter in Rom von Papst Franziskus empfangen wird.<\/p>\n<p>Auf die lange Zeit ihrer Entf\u00fchrung blickt Schwester Gloria mit erstaunlicher Gelassenheit zur\u00fcck. Sie habe viel \u00fcber ihre Berufung nachgedacht: \u201eEs war eine Gelegenheit, die Gott mir gab, um mein Leben zu sehen und ihm Antwort zu geben. Wie k\u00f6nnte ich Dich nicht loben, mein Gott, weil Du mich angesichts von Beleidigungen und Misshandlungen mit Frieden erf\u00fcllt hast?\u201c<\/p>\n<p><span>Oft sei sie grundlos geschlagen worden, berichtet Schwester Gloria. Auch wenn ihre W\u00e4chter sie beten sahen, seien sie auf sie losgegangen. Aber auch dann habe sie gedacht: \u201eMein Gott, es ist hart, angekettet zu sein und geschlagen zu werden. Aber ich lebe diesen Augenblick so, wie Du in mir schenkst. Und trotz allem m\u00f6chte ich nicht, dass einer der Entf\u00fchrer zu Schaden kommt.\u201c<\/span><\/p>\n<p>Ihre Entf\u00fchrer identifizierte Schwester Gloria als Angeh\u00f6rige der \u201eDscham\u0101\u02bfat Nusrat al-Isl\u0101m wa-l-Muslim\u012bn\u201c, einer militanten islamistischen Gruppe in Westafrika und im Maghreb. Das ging aus einer handschriftlichen Notiz der Ordensfrau im Juli 2021 hervor, die \u00fcber das Rote Kreuz ihren Bruder in Kolumbien erreichte \u2013 eines der Lebenszeichen w\u00e4hrend ihrer fast f\u00fcnfj\u00e4hrigen Geiselhaft.<\/p>\n<p><span>Schon deren Beginn spricht vom Mut der Ordensfrau: Schwester Gloria hatte sich den Entf\u00fchrern freiwillig als Geisel angeboten \u2013 im Tausch mit einer j\u00fcngeren Mitschwester. An jenem 7. Februar 2017 hatten bewaffnete M\u00e4nner die Niederlassung der Ordensfrauen \u00fcberfallen.&nbsp;Schwester Gloria hatte zu diesem Zeitpunkt bereits \u00fcber zw\u00f6lf Jahre in Mali gearbeitet, vorwiegend im Norden des Landes.<\/span><\/p>\n<h5>Freiwillig als Geisel angeboten<\/h5>\n<p>Ihre Gemeinschaft betreibt dort ein Waisenhaus, erteilt Unterricht f\u00fcr \u00fcber 700 Frauen und k\u00fcmmert sich um M\u00fctter mit ihren Kindern. Die Mehrheit von ihnen sind Musliminnen; Christen in Mali sind eine Minderheit von h\u00f6chstens 2,5 Prozent der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Schwester Gloria spricht mit Hochachtung von ihren muslimischen Nachbarn: \u201eEs gab keine verschlossenen T\u00fcren, keine Mauern.\u201c An den Veranstaltungen des Klosters h\u00e4tten auch immer wieder muslimische Dorfvorsteher teilgenommen. Am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan seien die Ordensfrauen oft zu Festen eingeladen worden, man habe sich immer sehr nahegestanden.<\/p>\n<p><span>Der Terror, der von islamistischen Splittergruppen ausgeht und mittlerweile zahlreiche L\u00e4nder der Sahelzone erfasst hat, trifft die gesamte Bev\u00f6lkerung. Vor allem sind Christen oft mit besonderer H\u00e4rte betroffen, da sie den Extremisten als \u201ewestlich\u201c gelten und deshalb besonders verhasst sind.<\/span><\/p>\n<p>Schwester Gloria wurde zusammen mit einer muslimischen und einer protestantischen Frau gefangen gehalten. \u201eDie Entf\u00fchrer verlangten von mir, dass ich S\u00e4tze aus muslimischen Gebeten nachspreche. Aber ich habe immer wieder betont, dass ich im katholischen Glauben geboren und aufgewachsen bin und um keinen Preis tauschen w\u00fcrde, selbst wenn es mich das Leben kostet.\u201c Mehrmals sei sie dem Tod nah gewesen.<\/p>\n<h5>Mutig Beleidigungen und Misshandlungen entgegengetreten<\/h5>\n<p>Dennoch hat ihre mutige Haltung einzelnen Entf\u00fchrern augenscheinlich Respekt abgen\u00f6tigt. Mit gebrochener Stimme erz\u00e4hlt Schwester Gloria: \u201eEinmal schlug und beschimpfte mich ein W\u00e4chter: ,Mal sehen, ob dein Gott dich hier rausholt\u2019. Er sagte viele h\u00e4ssliche Dinge zu mir.\u201c Seine Gesinnungsgenossen h\u00e4tten lachend zugesehen.<\/p>\n<p>Doch Schwester Gloria habe ihren Misshandler angesprochen: \u201eHaben Sie bitte mehr Respekt vor unserem Gott! Er ist unser Sch\u00f6pfer, und es tut mir wirklich weh, dass Sie so \u00fcber ihn reden.\u201c Daraufhin h\u00e4tten sich die M\u00e4nner nur still angestarrt. Schlie\u00dflich habe einer von ihnen gesagt: \u201eSie hat recht, rede nicht so \u00fcber ihren Gott.\u201c<\/p>\n<p><span>Mehrfach habe sie w\u00e4hrend ihrer Haft g\u00f6ttliche Wunder erlebt, ist Schwester Gloria \u00fcberzeugt: So zum Beispiel habe sie eine giftige Schlange mehrfach umkreist, sei aber nicht n\u00e4hergekommen. Als einer ihrer Entf\u00fchrer ihr die Pulsadern aufschlitzen wollte, habe sich pl\u00f6tzlich ein anderer vor sie gestellt.<\/span><\/p>\n<p>K\u00fcrzlich habe ihr ein malischer Priester erz\u00e4hlt, dass der Glaube seiner Gemeinde durch das Vorbild von Schwester Gloria gest\u00e4rkt worden sei. So habe ihre lange Haftzeit doch einen tiefen Sinn gehabt, ist sich die Ordensfrau im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT sicher: \u201eWir m\u00fcssen den Glauben mit dem Zeugnis des Lebens verteidigen.\u201c<\/p>\n<p>Dass ihr Zeugnis und ihr Einsatz sie so bald wie m\u00f6glich wieder in den Missionseinsatz f\u00fchren soll, daran zweifelt Schwester Gloria keinen Augenblick. Mit einem Wort ihrer Ordensgr\u00fcnderin betont sie ihre Berufung, \u201eunsere Gemeinden zu einem St\u00fcckchen Himmel zu machen\u201c \u2013 trotz oder gerade durch das erfahrene Leid in Geiselhaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwester Gloria berichtet \u00fcber ihre Geiselhaft in Mali.&nbsp;\u201eSei immer gelassen, Gloria, sei immer gelassen.\u201c Vier Jahre und acht Monate lang habe dieser Rat ihrer Mutter ihr Kraft gegeben, betont Schwester Gloria Cecilia Narv\u00e1ez im Gespr\u00e4ch mit KIRCHE IN NOT. Als die Mutter vor einem Jahr starb, konnte sie nicht von ihr Abschied nehmen. 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