{"id":2461,"date":"2022-02-24T09:47:11","date_gmt":"2022-02-24T08:47:11","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/religionsfreiheit-wird-schwer-verletzt-html\/"},"modified":"2023-02-16T15:29:20","modified_gmt":"2023-02-16T14:29:20","slug":"religionsfreiheit-wird-schwer-verletzt-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/religionsfreiheit-wird-schwer-verletzt-html\/","title":{"rendered":"Religionsfreiheit wird schwer verletzt"},"content":{"rendered":"<p>Die mangelnde Gew\u00e4hrleistung von \u201eGrundrechten religi\u00f6ser Minderheiten in Pakistan ist besorgniserregend, wie sich im Bereich der Blasphemievorw\u00fcrfe, bei religi\u00f6sen Konversionen, bei der Umsetzung von Arbeitsnormen und im Bildungssektor zeigt&#8220;, hei\u00dft es in einem Bericht des Zentrums f\u00fcr soziale Gerechtigkeit (Center for Social Justice, CSJ), der die soziale, politische und religi\u00f6se Situation der nicht-muslimischen Gruppen in der pakistanischen Gesellschaft untersucht. In dem Bericht umrei\u00dft der CSJ unter der Leitung des katholischen Laien Peter Jacob die die Situation im Jahr 2021 und konzentriert sich dabei auf vier wichtige Aspekte der Verst\u00f6\u00dfe gegen die Religionsfreiheit in Pakistan: den Missbrauch der Blasphemiegesetze; die Zunahme von Zwangskonversionen; die umstrittene Z\u00e4hlung religi\u00f6ser Minderheiten; die Probleme bei der Reform des Bildungssystems.<\/p>\n<p> Was den ersten Punkt anbelangt, so stellt der Bericht fest, dass der Missbrauch des Blasphemiegesetzes auch im Jahr 2021 anh\u00e4lt. Mindestens 84 Personen wurden auf der Grundlage der so genannten &#8222;Blasphemieparagraphen&#8220; angeklagt. Drei Menschen wurden in diesem Zusammenhang au\u00dfergerichtlich ermordet, darunter der srilankische Staatsangeh\u00f6rige Priyanka Kumara, der in Sialkot durch Lynchjustiz ums Leben kam. Diese Zahlen beruhen auf F\u00e4llen, \u00fcber die in den Medien berichtet wurde und die vom Zentrum f\u00fcr soziale Gerechtigkeit \u00fcberpr\u00fcft wurden. &#8222;Diese Daten sind jedoch aufgrund der begrenzten Mittel und der H\u00e4ufigkeit der Vorf\u00e4lle nicht ersch\u00f6pfend, so dass die Zahl der Opfer wesentlich h\u00f6her sein k\u00f6nnte&#8220;, berichtet das Zentrum.<\/p>\n<p> Im Jahr 2021 wurden die meisten F\u00e4lle in Sheikhupura (13) verzeichnet, gefolgt von Lahore (11) und Kasur (10), allesamt Bezirke des Nord-Punjab. Insgesamt 80 % der F\u00e4lle wurden im Jahr 2021 in der Provinz Punjab verzeichnet. Die meisten Opfer von Blasphemie (45) geh\u00f6ren dem muslimischen Glauben an, gefolgt von Ahmadis (25), w\u00e4hrend sieben F\u00e4lle gegen Hindus und sieben gegen Christen vorgegangen wurde. &#8222;Es ist jedoch dabei zu bedenken, dass die christlichen und hinduistischen Minderheiten zusammen nur 3,5 % der Bev\u00f6lkerung ausmachen. Und das Vorhandensein von Missbrauch, Drohungen und Gewalt hat schwerwiegende Auswirkungen auf das Leben dieser Gemeinschaften&#8220;, stellt der CSJ-Bericht fest. Die Organisation fordert in diesem Zusammenhang die Regierung auf, Gesetze zu verabschieden, die einen besonderen Schutz gegen den Missbrauch der Blasphemiegesetze bieten, und die T\u00e4ter, die zu Unrecht der Blasphemie beschuldigt oder au\u00dfergerichtlich get\u00f6tet werden, strafrechtlic h zu verfolgen.<\/p>\n<p> Der zweite Aspekt betrifft die H\u00e4ufigkeit von Zwangskonversionen von Frauen und M\u00e4dchen. Obwohl die Regierung diesbez\u00fcglich eine &#8222;parlamentarische Ad-hoc-Kommission&#8220; eingesetzt hat, stieg die Zahl der Vorf\u00e4lle im Jahr 2021 auf mindestens 78 gemeldete F\u00e4lle (39 F\u00e4lle mit Hindu-M\u00e4dchen, 38 mit christlichen M\u00e4dchen oder Frauen und ein Sikh). Die meisten F\u00e4lle (40) wurden aus der Provinz Sindh gemeldet, gefolgt von 36 aus dem Punjab, w\u00e4hrend aus Khyber Pakhtunkhwa und Belucistan jeweils ein Fall gemeldet wurde.<\/p>\n<p> Laut CSJ ist der Anstieg nicht zuletzt auch auf die Straffreiheit zur\u00fcckzuf\u00fchren, die die Wahrscheinlichkeit von Verbrechen gegen die schw\u00e4chsten und verletzlichsten Menschen erh\u00f6ht. &#8222;Angesichts der Unt\u00e4tigkeit der Regierung nutzen die T\u00e4ter den Vorwand der religi\u00f6sen Bekehrung, um Verbrechen wie die Entf\u00fchrung von M\u00e4dchen religi\u00f6ser Minderheiten zu vertuschen&#8220;, stellt der CSJ fest.<\/p>\n<p> Der dritte Punkt des Berichts, betrifft die umstrittene Volksz\u00e4hlung, die 2017 in Pakistan durchgef\u00fchrt wurde und deren endg\u00fcltige Ergebnisse erst im im Jahr 2021 bekannt gegeben wurden. Nach den Ergebnissen der Volksz\u00e4hlung sank der Anteil der religi\u00f6sen Minderheiten an der Bev\u00f6lkerung von 3,73 % im Jahr 1998 auf 3,52 % im Jahr 2017 (ein R\u00fcckgang von 0,21 % in 19 Jahren). Angesichts des allgemeinen Bev\u00f6lkerungswachstums ist diese Entwicklung der religi\u00f6sen Minderheiten erstaunlich asymmetrisch. Die christliche Bev\u00f6lkerung ist den Angaben zufolge um 0,32 % zur\u00fcckgegangen. Der CSJ fordert die Regierung auf, im April 2023 eine weitere Volksz\u00e4hlung durchzuf\u00fchren, um eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Vorbereitung mit einer angemessenen Sensibilisierungskampagne f\u00fcr die notwendige Registrierung zu erm\u00f6glichen. Man m\u00fcsse, die &#8222;Kultur der Geheimhaltung&#8220; bei der Datenverarbeitung \u00fcberwinden, \u201eum das Vertrauen in allen Teilen der Bev\u00f6lkerung zu st\u00e4rken&#8220;, hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n<p> Im vierten und letzten Punkt erinnert der Bericht an den die Einf\u00fchrung eines einheitlichen staatlichen Lehrplans f\u00fcr die Klassenstufen 1 bis 5 f\u00fcr das Jahr 2021. &#8222;Der allgemeine p\u00e4dagogische Ansatz hat das \u00f6ffentliche Bildungswesen dem Religionsunterricht in den Madrassas (Koranschule) angen\u00e4hert&#8220;, stellt der CSJ fest, wobei &#8222;der Inhalt des Unterrichts stark von Lektionen \u00fcber die islamische Religion gepr\u00e4gt ist, die nicht zur religi\u00f6sen Toleranz und zum sozialen Zusammenhalts beitragen&#8220;, prangert der CSJ an.<\/p>\n<p> Die Schulb\u00fccher in den staatlichen Schulen versto\u00dfen damit nach Ansicht der Autoren des Berichts gegen Artikel 22 der pakistanischen Verfassung, der garantiert: &#8222;Niemand, der eine Bildungseinrichtung besucht, darf verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erhalten, an einer religi\u00f6sen Zeremonie teilzunehmen oder einem religi\u00f6sen Gottesdienst beizuwohnen, wenn sich dieser Unterricht, diese Zeremonie oder dieser Gottesdienst auf eine andere Religion als die eigene bezieht&#8220;.<br \/> &#8222;Sch\u00fcler religi\u00f6ser Minderheiten erhalten w\u00e4hrend der Schulzeit keinen Unterricht in der eigenen Religion&#8220;, w\u00e4hrend vor dem Obersten Gerichtshof Pakistans mehrere Klagen zu diesem Thema anh\u00e4ngig seien, hei\u00dft es in dem Bericht, der die Beh\u00f6rden auffordert, Artikel 22 der pakistanischen Verfassung zu respektieren.<\/p>\n<p> Der CSJ stellt abschlie\u00dfend dazu fest, dass das 2020 ge\u00e4nderte Gesetz \u00fcber die Lehrpl\u00e4ne und Schulb\u00fccher in Punjab (&#8222;Punjab Curriculum and Textbook Board Act&#8220;) die Ziele der &#8222;\u00f6ffentlichen Bildung&#8220; mit denen der &#8222;religi\u00f6sen Bildung&#8220; verwechsele und erinnert daran, dass das Schulministerium der Provinz Punjab die Einstellung von 70.000 Islamlehrern angek\u00fcndigt hat, obwohl es einen gro\u00dfen Mangel an Lehrern f\u00fcr Mathematik, Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften gibt. (Quelle: Fidesdienst)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mangelnde Gew\u00e4hrleistung von \u201eGrundrechten religi\u00f6ser Minderheiten in Pakistan ist besorgniserregend, wie sich im Bereich der Blasphemievorw\u00fcrfe, bei religi\u00f6sen Konversionen, bei der Umsetzung von Arbeitsnormen und im Bildungssektor zeigt&#8220;, hei\u00dft es in einem Bericht des Zentrums f\u00fcr soziale Gerechtigkeit (Center for Social Justice, CSJ), der die soziale, politische und religi\u00f6se Situation der nicht-muslimischen Gruppen in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2460,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[174],"tags":[27,10,9,67,15],"class_list":["post-2461","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pakistan","tag-asien","tag-blasphemiegesetz","tag-pakistan","tag-zwangsehe","tag-zwangskonversion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2461","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2461"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2461\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2696,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2461\/revisions\/2696"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2461"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2461"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2461"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}