{"id":2493,"date":"2022-05-06T07:52:45","date_gmt":"2022-05-06T05:52:45","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/7-jahre-unschuldig-der-todeszelle-html\/"},"modified":"2023-02-16T15:38:00","modified_gmt":"2023-02-16T14:38:00","slug":"7-jahre-unschuldig-der-todeszelle-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/7-jahre-unschuldig-der-todeszelle-html\/","title":{"rendered":"7 Jahre unschuldig in der Todeszelle"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch sa\u00df sieben Jahre unschuldig in der Todeszelle\u201c,&nbsp;Christin erz\u00e4hlt von ihrer Anklage wegen angeblicher Blasphemie.&nbsp;<em style=\"font-size: 13.008px;\">Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel, ein katholisches Ehepaar mit vier Kindern aus Gojra in der N\u00e4he von Faisalabad, wurden im Juli 2013 unter dem Vorwurf der Blasphemie verhaftet und zum Tod verurteilt. Nach jahrelangen Revisionsbem\u00fchungen sprach das Oberste Gericht in Lahore die beiden Christen im Juni 2021 frei. Heute lebt die Familie an einem sicheren Ort in Europa. Das weltweite katholische Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c (ACN) konnte mit Shagufta sprechen und gibt ihr pers\u00f6nliches Zeugnis wieder:<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px;\">\u201eIch wurde in eine sehr gl\u00e4ubige christliche Familie hineingeboren. Die meisten Einwohner in unserem Dorf waren Muslime. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es je einen Streit oder eine Auseinandersetzung aufgrund der Religion gab.<\/span><\/p>\n<p>Einige Jahre nach meiner Heirat mit Shafqat zogen wir nach Gojra und mein Mann fand dort eine Arbeit. Mein Mann ist seit zw\u00f6lf Jahren teilweise gel\u00e4hmt. Er hatte versucht, einen Streit zu schlichten und war dabei von einem Querschl\u00e4ger aus einer Waffe getroffen worden. Das Leben danach war hart, doch wir hatten Gl\u00fcck und fanden beide eine Arbeit an einer christlichen Schule, wo wir Hausmeisterdienste verrichteten. Nebenbei reparierte mein Mann Handys.<\/p>\n<p><strong>Gest\u00e4ndnis unter Folter erzwungen<\/strong><\/p>\n<p>Im Juli 2013 st\u00fcrmte die Polizei unser Haus und verhafteten meinen Mann und mich. Sie warfen uns Gottesl\u00e4sterung vor. \u00dcber die SIM-Karte unseres Handys sei eine SMS \u00fcber den Propheten Mohammed verfasst worden. Die Nachricht war auf Englisch geschrieben \u2013 eine Sprache, die weder mein Mann noch ich sprechen oder lesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Gef\u00e4ngnis wurden wir gefoltert. Die Beamten sagten meinem Mann, dass sie mich vor seinen Augen vergewaltigen w\u00fcrden, wenn er die Tat nicht gestehen w\u00fcrde. Also tat er es, obwohl wir beide unschuldig waren.<\/p>\n<p>Acht Monate waren wir inhaftiert, als wir vom Gericht schuldig gesprochen und zum Tod verurteilt wurden. Unser Anwalt durfte sein Schlusspl\u00e4doyer nicht zu Ende f\u00fchren, keiner von uns wurde angeh\u00f6rt. Als ich das Todesurteil h\u00f6rte, wurde ich ohnm\u00e4chtig.<\/p>\n<p><strong>Todesdrohungen auch gegen die Kinder<\/strong><\/p>\n<p>Mein Mann und ich wurden nach der Verhandlung getrennt: Shafqat wurde in das Gef\u00e4ngnis von Faisalabad \u00fcberf\u00fchrt, w\u00e4hrend ich in eine Todeszelle in Multan gebracht wurde. Meine Kinder konnten mich nur zweimal im Jahr f\u00fcr knapp eine halbe Stunde besuchen. Auch f\u00fcr sie war es sehr schwer: Sie mussten st\u00e4ndig umziehen und sich verstecken. Islamisten hatten sie mit dem Tod bedroht, weil sie unsere Kinder waren.<\/p>\n<p>Jeden Tag habe ich geweint, weil ich nicht bei meinen Kindern sein konnte. Ich dachte st\u00e4ndig daran, dass mein Mann und ich eines Tages geh\u00e4ngt w\u00fcrden. Doch trotzdem verlor ich nie meinen Glauben. Ich betete jeden Tag und sang Psalmen und Hymnen. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben. Mehrmals wurde mir gesagt: Wenn ich zum Islam konvertiere, k\u00f6nnte ich der Todesstrafe entgehen und w\u00fcrde eines Tages freigelassen. Ich habe immer Nein gesagt.<\/p>\n<p>Eine Zeit lang war Asia Bibi, die ebenfalls unter der falschen Anklage der Blasphemie zum Tode verurteilt worden war, meine Nachbarin in der Todeszelle in Multan. [Asia Bibi war 2010 als erste Frau in Pakistan zum Tod wegen Gottesl\u00e4sterung verurteilt worden. Ihr Schicksal erregte internationale hohe Aufmerksamkeit. Sie kam schlie\u00dflich nach einer Revisionsverhandlung Anfang 2019 frei; Anm. d. Red.]<\/p>\n<p><strong>Nach Freilassung in Pakistan nicht mehr sicher<\/strong><\/p>\n<p>Mittlerweile wurden weltweit Stimmen laut, die sich gegen unseren unfairen Prozess und unsere Verurteilung wandten. Sie beteten f\u00fcr unsere Freilassung und boten uns moralischen und geistlichen Beistand an. Und schlie\u00dflich geschah es \u2013 man lie\u00df meinen Mann und mich frei. Doch konnten wir ebenso wie Asia Bibi nicht mit unserer Familie in Pakistan bleiben, weil fanatische und extremistische Muslime darauf aus waren, uns zu t\u00f6ten, wenn wir in Pakistan blieben.<\/p>\n<p>Wir sind jedoch sehr froh, dass ein europ\u00e4isches Land uns Asyl gew\u00e4hrt hat und unsere Familie nun wieder vereint ist. Ich hoffe und bete, dass in meiner Heimat Pakistan die falschen Blasphemie-Anschuldigungen aufh\u00f6ren und dass diejenigen bestraft werden, die falsche Anschuldigungen erheben.\u201c<\/p>\n<p><em>Informationen zur Lage der Religionsfreiheit in Pakistan im Bericht \u201eReligionsfreiheit weltweit\u201c von \u201eKirche in Not\u201c <a href=\"https:\/\/acninternational.org\/religiousfreedomreport\/de\/reports\/pk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">finden Sie &#8230; hier<\/a><\/em>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eKirche in Not\u201c unterst\u00fctzt die pastorale Arbeit und das Gemeindeleben der katholischen Minderheit Pakistans. Das Hilfswerk hilft \u00fcber die Partner vor Ort auch Personen, die wegen Blasphemie angeklagt sind und macht auf internationaler Ebene auf ihr Schicksal aufmerksam. \u201eKirche in Not\u201c finanziert auch Initiativen, die sich gegen die Entf\u00fchrung von Frauen und M\u00e4dchen einsetzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Helfen Sie den bedr\u00e4ngten Christen in Pakistan mit Ihrer Spende \u2013 entweder online unter <a href=\"https:\/\/www.kircheinnot.at\/helfen\/spenden\/\">www.kircheinnot.at<\/a> oder auf folgendes Spendenkonto:<\/em><\/p>\n<p><em>Empf\u00e4nger: KIRCHE IN NOT<\/em><br \/><em>IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600<\/em><br \/><em>Verwendungszweck: Pakistan<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch sa\u00df sieben Jahre unschuldig in der Todeszelle\u201c,&nbsp;Christin erz\u00e4hlt von ihrer Anklage wegen angeblicher Blasphemie.&nbsp;Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel, ein katholisches Ehepaar mit vier Kindern aus Gojra in der N\u00e4he von Faisalabad, wurden im Juli 2013 unter dem Vorwurf der Blasphemie verhaftet und zum Tod verurteilt. Nach jahrelangen Revisionsbem\u00fchungen sprach das Oberste Gericht in Lahore [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2492,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[174],"tags":[27,10,9,53,84],"class_list":["post-2493","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pakistan","tag-asien","tag-blasphemiegesetz","tag-pakistan","tag-verhaftung","tag-verurteilung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2493","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2493"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2493\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2680,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2493\/revisions\/2680"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2492"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}