{"id":2531,"date":"2022-07-12T09:08:33","date_gmt":"2022-07-12T09:08:33","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/200-angriffe-vier-jahren-html\/"},"modified":"2023-02-01T11:45:50","modified_gmt":"2023-02-01T10:45:50","slug":"200-angriffe-vier-jahren-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/200-angriffe-vier-jahren-html\/","title":{"rendered":"200 Angriffe in vier Jahren"},"content":{"rendered":"<p>Nicaragua steht an der Spitze religi\u00f6ser Verfolgung in Lateinamerika.\u00a0In weniger als vier Jahren hat die katholische Kirche in Nicaragua mehr als 190 Angriffe und Pl\u00fcnderungen erlitten, darunter einen Brand in der Kathedrale von Managua, sowie die Verfolgung von Geistlichen unter dem Regime von Daniel Ortega. Dies geht aus dem Untersuchungsbericht: \u201eNicaragua: Verfolgte Kirche (2018-2022\u201c) hervor, den das Hilfswerk KIRCHE IN NOT erhalten hat. Erstellt wurde ervon Martha Patricia Molina Montenegro, Mitglied der Beobachtungsstelle f\u00fcr Transparenz und Korruptionsbek\u00e4mpfung.<\/p>\n<p>Der Bericht wurde im Mai ver\u00f6ffentlicht und beinhaltet daher nicht die letzte Serie von Anschl\u00e4gen, die im Juni im Land stattgefunden haben. Dazu geh\u00f6ren die Schikanen gegen Monsignore Rolando Alvarez Lagos, den Bischof der Di\u00f6zese Matagalpa, die Schlie\u00dfung katholischer Fernsehsender und die Ausweisung der Ordensschwestern von Mutter Teresa.<\/p>\n<p><strong>Mehr als 190 Angriffe gemeldet<\/strong><\/p>\n<p>Laut der Studie liegen die angegebenen Zahlen unter der tats\u00e4chlichen Zahl der Angriffe. \u201eWir haben F\u00e4lle gefunden, in denen Priester, die der Diebst\u00e4hle und Sch\u00e4ndungen \u00fcberdr\u00fcssig waren, beschlossen haben, nur letztere zu melden. Andere haben sich entschieden zu schweigen, weil sie nicht an das Rechtssystem glauben\u201c, hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n<p>Aus den vorliegenden Daten geht hervor, dass es sich bei 37 % der Anfeindungen um Angriffe auf Priester, Bisch\u00f6fe, Ordensschwestern, Seminaristen und Laien handelt, einschlie\u00dflich F\u00e4llen der Ausweisung aus dem Land, und bei 19 % um Sch\u00e4ndungen von heiligen St\u00e4tten und Kultgegenst\u00e4nden. Dar\u00fcber hinaus gab es zahlreiche F\u00e4lle (17 %) von Belagerungen, Zerst\u00f6rungen, Brandstiftung, Sperrung von Grundversorgungseinrichtungen und Eindringen in Privateigentum, etc.<\/p>\n<p><strong>Schlie\u00dfung von NGOs und katholischen Mediensendern<\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00fcndigte diese Woche das nicaraguanische Innenministerium die Schlie\u00dfung von 101 Nichtregierungsorganisationen (NGO) an, darunter die von Mutter Teresa von Kalkutta gegr\u00fcndete Vereinigung der Missionarinnen der N\u00e4chstenliebe. Die Ordensschwestern widmen sich der Betreuung der \u00c4rmsten der Gesellschaft und betreiben ein Altenheim, einen Kindergarten f\u00fcr Kinder mittelloser M\u00fctter und ein Heim f\u00fcr verlassene oder missbrauchte Jugendliche.<\/p>\n<p>F\u00fcnf weitere katholische Einrichtungen sind auf der Liste zu finden. Wenn die Nationalversammlung diese Initiative n\u00e4chste Woche annimmt, wird die Zahl der NGOs, die unter der Regierung Ortega f\u00fcr illegal erkl\u00e4rt worden sind, auf 758 steigen.<\/p>\n<p>Am 28. Juni wurde auch Telecable, auf dem TV Merced der Di\u00f6zese Matagalpa und Canal San Jos\u00e9 der Di\u00f6zese Estel\u00ed ausgestrahlt wurden, vom Netz genommen. Am 31. Mai war Canal 51, ein von der Kirche betriebener katholischer Sender, bereits vom Netz genommen worden.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcnde der Feindseligkeit<\/strong><\/p>\n<p>Die Wurzeln der Feindseligkeit seitens der nicaraguanischen Regierung liegen dem Bericht zufolge in der Unterst\u00fctzung der katholischen Kirche f\u00fcr Studenten w\u00e4hrend der friedlichen Demonstrationen der Nicaraguaner gegen Korruption und Vetternwirtschaft im Land seit April 2018.\u00a0 Die Kirchen \u00f6ffneten ihre T\u00fcren, um R\u00e4ume f\u00fcr den Dialog und f\u00fcr gemeinsames Gebet zu schaffen, aber auch, um sich um die Verwundeten zu k\u00fcmmern und die Familien der Ermordeten oder Entf\u00fchrten zu tr\u00f6sten.<\/p>\n<p>\u201eVor April 2018 gab es nur sporadisch Angriffe auf die Kirche. Anschlie\u00dfend haben die Feindseligkeiten zugenommen und sind eskaliert. Die beleidigende und bedrohliche Sprache und die drohenden \u00c4u\u00dferungen des Pr\u00e4sidentenpaares gegen\u00fcber der katholischen F\u00fchrungsebene wurden immer deutlicher. Die Aktionen von Beh\u00f6rden gegen die karitative Arbeit der Kirche haben zugenommen\u201c, hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n<p>KIRCHE IN NOT hatte schon in seinem <a href=\"https:\/\/acninternational.org\/religiousfreedomreport\/de\/reports\/ni\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Religionsfreiheit Weltweit Bericht 2021<\/em><\/a>auf die schwierige Situation im Land aufmerksam gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicaragua steht an der Spitze religi\u00f6ser Verfolgung in Lateinamerika.\u00a0In weniger als vier Jahren hat die katholische Kirche in Nicaragua mehr als 190 Angriffe und Pl\u00fcnderungen erlitten, darunter einen Brand in der Kathedrale von Managua, sowie die Verfolgung von Geistlichen unter dem Regime von Daniel Ortega. 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