{"id":2549,"date":"2022-08-21T22:00:00","date_gmt":"2022-08-21T20:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/gedenktag-der-uno-html\/"},"modified":"2023-02-22T09:28:30","modified_gmt":"2023-02-22T08:28:30","slug":"gedenktag-der-uno-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/gedenktag-der-uno-html\/","title":{"rendered":"Gedenktag der UNO"},"content":{"rendered":"<p><span>Anl\u00e4sslich des \u201eInternationalen Tages des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung\u201c am 22. August erinnert KIRCHE IN NOT daran, dass in vielen Weltregionen eine freie Religionsaus\u00fcbung eingeschr\u00e4nkt oder gar nicht m\u00f6glich ist.<\/span><\/p>\n<p>Besondere Sorge mache sich das Hilfswerk aktuell um die Lage der Christen in der afrikanischen Sahelzone, erkl\u00e4rte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Pr\u00e4sident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern: \u201eMan muss nicht ermordet werden, um Opfer religi\u00f6ser Gewalt zu sein. Es reicht schon, wenn Grundrechte eingeschr\u00e4nkt werden. Christen in Mali, Niger, Nigeria und Burkina Faso, um nur einige L\u00e4nder zu nennen, leben praktisch in Ghettos oder \u00fcben ihren Glauben im Verborgenen aus.\u201c<\/p>\n<p><span>Das Hilfswerk, das in 140 L\u00e4ndern bedr\u00e4ngten und notleidenden Christen beisteht, stellt auch in anderen Weltregionen eine zunehmende Verfolgung und Diskriminierung fest. Diese reicht von blutiger Feindseligkeit bis hin zur Diskriminierung von Christen und ihren \u00dcberzeugungen. KIRCHE IN NOT weist in diesem Zusammenhang auf sieben besorgniserregende Entwicklungen hin:<\/span><\/p>\n<p><span><strong>1. Das Ausbleiben einer internationalen Reaktion auf die zahllosen dschihadistischen Terrorzellen in Afrika<\/strong><br \/><\/span>In den L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara, aber auch im S\u00fcdwesten des Kontinents wachsen militante Dschihadistengruppen rasant. Diese Entwicklung hat eine internationale Brisanz. KIRCHE IN NOT bedauert, dass die Betroffenen religi\u00f6s motivierter Gewalt in Afrika allzu oft vergessen werden.<\/p>\n<p><strong>2. Die verheerenden Folgen religi\u00f6ser Gewalt f\u00fcr das Wachstum und die Entwicklung ganzer Nationen<br \/><\/strong><span style=\"font-size: 13.008px;\">Ein Beispiel ist die aktuelle Entwicklung in Burkina Faso. Dort hat die katholische Kirche durch ihre Arbeit im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich einen gro\u00dfen Beitrag f\u00fcr die Zivilgesellschaft geleistet. Aktuell ist sie aufgrund der prek\u00e4ren Sicherheitslage dazu kaum noch in der Lage. Rund 80 Prozent des Landes sind in der Hand von Dschihadistengruppen und damit f\u00fcr Hilfe von au\u00dfen nicht erreichbar.<\/span><\/p>\n<p><span><strong>3. Die Gewaltspirale in Nigeria mit immer verheerenderen Folgen<\/strong><br \/><\/span>Das bev\u00f6lkerungsreichste Land Afrikas erlebt ein noch nie dagewesenes Ausma\u00df an Gewalt. KIRCHE IN NOT warnt vor einer Verschlimmerung der Lage, wenn eine internationale Zusammenarbeit weiterhin ausbleibt, um dieses Problem zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>4. Der weltweite Anstieg von Vertriebenen und Fl\u00fcchtlingen<br \/><\/strong><span style=\"font-size: 13.008px;\">Viele der Betroffenen religi\u00f6ser Gewalt m\u00fcssen aus ihrer Heimat fliehen. KIRCHE IN NOT sch\u00e4tzt allein in den afrikanischen Staaten, in denen schwere religi\u00f6se Verfolgung herrscht, die Zahl der vertriebenen Menschen auf \u00fcber 15 Millionen Menschen. Dabei st\u00fctzt sich das Hilfswerk auf die Angaben lokaler Projektpartner und Angaben internationaler Beobachter, wie zum Beispiel das Fl\u00fcchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen.<\/span><\/p>\n<p><span><strong>5. Der beunruhigende Anstieg sexueller Gewalt gegen religi\u00f6se Minderheiten<\/strong><br \/><\/span>Dazu z\u00e4hlen Entf\u00fchrung, Zwangsverheiratung und -konversion sowie sexuelle Ausbeutung in L\u00e4ndern wie Pakistan, \u00c4gypten oder Nigeria. Dies stellt ein ernstes und wachsendes Problem dar, auf das KIRCHE IN NOT mit der Anfang 2022 auf Deutsch erschienenen Fallstudie \u201eH\u00f6rt ihre Schreie\u201c aufmerksam gemacht hat. Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Betroffenen sind Frauen und M\u00e4dchen.<\/p>\n<p><strong>6. Der alarmierende Anstieg von religionsfeindlichen Angriffen in Lateinamerika<br \/><\/strong><span style=\"font-size: 13.008px;\">Besonders schlimm ist das Lage aktuell in Nicaragua, wo die katholische Kirche in den vergangenen vier Jahren \u00fcber 190 Anschl\u00e4ge und gewaltsame Attacken erlitten hat. Dort geht die Aggression gegen die Kirche und ihre Gl\u00e4ubigen von h\u00f6chster politischer Stelle aus. In L\u00e4ndern wie Mexiko, Kolumbien, Argentinien und Chile versuchten extremistische Gruppierungen, die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung von Glaubensgemeinschaften einzuschr\u00e4nken und Kirchenvertreter zum Schweigen zu bringen.<\/span><\/p>\n<p><span><strong>7. Das Erstarken aggressiver s\u00e4kularer Ideologien<\/strong><br \/><\/span>KIRCHE IN NOT stellt Tendenzen fest, den Ausdruck eigener religi\u00f6ser \u00dcberzeugungen in der \u00d6ffentlichkeit weiter einzuschr\u00e4nken. Es gibt Versuche, traditionelle religi\u00f6se Ansichten zu kriminalisieren, wenn diese im Widerspruch zu s\u00e4kularen \u00dcberzeugungen stehen. Beispiele sind der Lebensschutz oder das traditionelle christliche Menschen- und Familienbild.<\/p>\n<p>Die Problematik hat Papst Franziskus bereits 2016 in einer Predigt zugespitzt als \u201eh\u00f6fliche Verfolgung\u201c beschrieben. Er versteht darunter den Versuch, Religionen \u201ezum Schweigen zu bringen und auf die Verborgenheit des Gewissens jedes Einzelnen zu beschr\u00e4nken oder sie ins Randdasein des geschlossenen, eingefriedeten Raums der Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu verbannen\u201c.<\/p>\n<p><span>Wie Dr. Thomas Heine-Geldern weiter betonte, sei die \u201egr\u00f6\u00dfte Trag\u00f6die\u201c jedoch die Gleichg\u00fcltigkeit vieler Menschen angesichts religi\u00f6ser Verfolgung und Diskriminierung.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>\u201eRecht auf Religionsfreiheit gew\u00e4hrleisten\u201d<\/h5>\n<p>Heine-Geldern macht sich f\u00fcr eine verst\u00e4rkte Zusammenarbeit zwischen Religionen und Institutionen stark: \u201eUnser Hilfswerk betont die entscheidende Bedeutung des interreligi\u00f6sen Dialogs, um religi\u00f6sem Fundamentalismus entgegenzuwirken. Wir rufen Religionsvertreter, Politiker und Medien dazu auf, beim Aufbau von Gesellschaften, die auf Frieden und Gerechtigkeit ausgerichtet sind, eine tragende Rolle zu \u00fcbernehmen. Auch die internationalen Institutionen sind dazu aufgerufen, das Recht auf Religionsfreiheit zu gew\u00e4hrleisten.\u201c<\/p>\n<p>Der \u201eInternationale Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung\u201c wurde 2019 erstmals von den Vereinten Nationen ausgerufen und wird jedes Jahr am 22. August begangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des \u201eInternationalen Tages des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung\u201c am 22. August erinnert KIRCHE IN NOT daran, dass in vielen Weltregionen eine freie Religionsaus\u00fcbung eingeschr\u00e4nkt oder gar nicht m\u00f6glich ist. 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